Wo keine Güte ist, da ist keine Dharmapraxis

In vielen Schriften wird gelehrt, was es anzuwenden gilt, doch nicht, wie man es in heutigen Zeiten umsetzt und in den Alltag integriert. In gewisser Weise wirken viele Lehrtexte in unserer heutigen Gesellschaft wie aus der Zeit gefallen, alt und gediegen, doch nutzlos für den, der sich nicht Raum schafft, sie für sich in heutige Lebensumstände zu übersetzen.

Interpretationen dieser Texte sind kaum frisch und lebendig, wenn in einem Kontext gelehrt und mündlich überliefert, der ebenso wenig mit einem heutigen Leben zu tun hat, sondern von einer abgelegenen Enklave handelt. Einem Leben in Distanz zum „wirklichen Leben“.

Ich habe mich anfangs fast dafür geschämt, so fern allen Nachdenkens über den „rechten Lebenserwerb" des achtfachen Pfads leben zu müssen und dennoch Dharma zu wollen. Oft gibt es nur die Wahl zwischen schwarz und weiß, zwischen „out“ und „in“, zwischen dem „weltlichen“ und einem „sakralen“ Leben, zwischen Hobby-Buddhisten respektive Laien und Vollblut-Buddhisten respektive Ordinierten. Dass aus Ersterem kein gescheiter Buddhist werden kann, ist müßig zu erwähnen. Und dass Ersterer zu Letzterem aufschaut, ebenso. 

So viele Jahre Innerlichkeit und Scheitern an diesen obligatorischen Annahmen waren notwendig, um zu sehen und zu spüren, dass dies alles kulturelle Vereinbarungen sind, nicht jedoch die Wahrheit. So kann ein Mensch in Robe ebenso stark „busy“ sein, wie ein tatsächlicher Workaholic mit Vermögen und Erfolg im Job.


In allen diesen selbstverständlichen Annahmen geht in meinem Empfinden so viel Herzensgüte verloren, so viel Toleranz, Verständnis und Wertschätzung, wenn sie nicht herunter gebrochen werden, auf die Lebensumstände im Hier und Jetzt. 

Nichts von alledem lässt sich tatsächlich einfach nur  von Ost nach West übertragen. Deshalb spreche ich eher vom „Transponieren“ als dem „Übertragen“, weil wir hier in einer völlig anderen Ton- und Taktart leben, als die alten Meister sich jemals vorstellen konnten. Die Musiker unter uns verstehen, was ich meine.

Für uns als Westler und Europäer ist allein das Sprechen davon, das „Ego zu zerschmettern“ ein durch und durch schambehafteter Akt. Vielleicht sogar ein Kriegerischer. Etwas, das uns immer an unser inneres Ringen erinnert, den Wert unserer Existenz nachzuweisen. Da gibt es nicht den Hauch einer vermuteten, erleichternden „Erlösung“ und „Befreiung“ darin, sondern Kampf und Krieg.

Diese gewaltvolle Sprache, was hat diese denn überhaupt mit dem Frieden zu tun, den wir alle anstreben und erhoffen, weswegen wir uns erst einmal dem Dharma zuwenden?

Und die nächste Scham, „nur“ ein Laienpraktizierender zu sein, der in der hochspezialisierten Welt unendlicher Schriften und Kommentare sich seit jeher als Stümper fühlt, bringt diese uns dem erhofften Frieden näher?

Oder gar das zu leistende „Karmayoga“, das uns immer wieder zu spüren gibt, wie wenig unsere sonstige Arbeit im wirklichen Leben wohl etwas Heilsames sein kann, wenn wir doch immer wieder in unseren „Dharmaurlauben“ zum Staubsaugen, Tassen spülen und Toilette putzen animiert werden. Mit den Worten, doch „etwas für die Gemeinschaft zu tun“, als wären wir ansonsten generell soziopathisch veranlagt.

Alles das ist so absurd getrennt, in zwei unvereinbar erscheinende Welten, sodass Dharmapraxis auf einmal als etwas unfassbar Exotisches erscheint, obwohl sie doch in jeder Aktivität unseres täglichen Handelns präsent sein müsste, damit sie uns tatsächlich vollkommen erlöst und verwandelt.


Was bringt es also, wenn ich zwischen diesen beiden Leben hin und her hetzte, im Glauben, dass mein tägliches Geldverdienen etwas anrüchig Weltliches, die Stunde Praxis auf dem Kissen und der wie aus dem Ei gepellte Altar mit vorbildlich gefüllten Opferschälchen nun aber das unglaublich „Sakrale“ ist? 

Wem käme nicht unversehens der Gedanke, keine Fortschritte zu machen, wenn die Zeit in „spirituellen“ Zuständen so gering, die verschwendete Lebenszeit als Laie und Geldverdiener jedoch so überbordend ist? Ist die Ordination nicht dann der naheliegende Ausweg?

Doch wie kommt der Dharma denn nun in unsere anrüchige weltliche Welt, wenn sich doch alle mit starker Sehnsucht im Herzen irgendwann in ein Kloster und die Praxis in Abgeschiedenheit zurückziehen? Wie will Buddhismus das Weltliche bereichern und verändern, wenn er sich in seine Enklaven verbarrikadiert und von den Wesen abwendet, gegenüber denen der Dharma geübt, wegen derer der Dharma vielleicht überhaupt ursprünglich gewollt wurde?

Ich bin durch alle Gedanken und Gefühle gegangen, die diese Worte verursachten, saß manches Mal erschöpft auf meinem Kissen und fragte mich, wo denn alle gütigen Buddhas sind, wenn sie mich in solche Unausweichlichkeiten sperren? Wo ist der Zugewinn an Freiheit, wo die hier und heute erlebte Befreiung? Tatsächlich nur dort, in jenem Retreat mit dem großen Meister, auf das ich hin fiebere und hin spare und hoffe, dass ich daraus als neuer Mensch hervorgehe? Nein.

Ich erlebte und erlebe die Güte der Buddhas gerade dann, wenn ich in diesen Momenten auf meinem Meditationskissen, oder sonstigen Augenblicken fragenden Innehaltens, die Geduld hatte und habe, auf die Antworten auf meine Fragen zu hören. In den Momenten, wo ich zulasse, dass ich Antworten erhalte, indem ich einfach mein Herz öffne, zeigt sich mir eine vollkommen andere Welt.

Dann sehe ich, dass „Karmayoga“ nur ein Begriff ist, und die Momente, in denen ich in meiner täglichen Arbeit für andere etwas tue, genauso eine Form von „Karmayoga“ sind. Ich brauche dafür nicht explizit die Toilette in einem Dharmazentrum putzen.

Oder ich sehe, wie „verdienstvoll“ die Menschen in meinem Arbeitsumfeld handeln, ohne dass ihnen dazu erst jemand einen Vortrag halten muss. Meine Kollegin zum Beispiel, die immer dann, wenn wir beide bis 21 Uhr arbeiten, es als selbstverständlich ansieht, mir ein Platz in ihrem Auto zu reservieren, um mich mit anderen Kollegen zu meiner U-Bahnhaltestelle zu fahren. Für sie ist von vornherein klar, dass ich nicht extra den Bus nehme. Sie erscheint in meinem Büro, winkt mir freudig zu und sagt nur: „Nachher pünktlich sein! 21 Uhr und keine Minute später“ lacht und verschwindet.

Ebenso eine andere Kollegin, die weiß, dass sie mehr Geld verdient als ich, und die mir öfter mal ein Mittagessen spendiert, weil es ihr so wichtig ist, mit mir zu teilen. Und wie sehr sie sich freut, dass ich auch bereit bin, ihre Großzügigkeit anzunehmen und mich nicht aus deutschem Stolz dagegen wehre oder mit peinlicher Genauigkeit darauf achte, ihr ebenso regelmäßig zum fairen Ausgleich ein Essen auszugeben.

Alle diese Kleinigkeiten, weltliches Tun? Das Kehren der Treppe im Dharmazentrum hingegen „Karmayoga“?


Und das oft strapazierte „Ego“, das sprichwörtliche, personifizierte „Übel der Selbstsucht“ in uns zu nennen, anstelle eine natürlich gegebenen Instanz in uns anzunehmen, gebunden an unsere körperliche Existenz und die Prägungen, die wir im Laufe des Lebens erfahren? Die Entmilitarisierung dieser Beschreibung von etwas Unvermeidlichem, Unumgänglichen, in Wahrheit nicht loszuwerdenden, darin äußert sich in mir die Präsenz und Güte der Buddhas. In den Antworten auf alles, was mich innerlich schmerzt und bewegt, wenn ich auf sie lausche.

Wem fiele nicht irgendwann, nach jahrelanger Meditation auf, wie unerbittlich eine solche Sicht des Dharma ist, dass es darum ginge, jenes impertinente Ego zu zerschmettern? Wer spürte nicht, wie viel Verachtung unserer natürlichen Ressourcen darin mit schwingt? Wem würde nicht bewusst, dass durch ein solches innerliches Brandmarken natürlicher Gegebenheiten die Praxis zum ewigen Kampf gegen uns selbst verkäme, anstelle uns zu innerem Frieden zu führen?

Es liegt so viel heilsame Güte in meiner Praxis, wenn ich mich von allen traditionell überlieferten Maßregelungen, die unter anderen gesellschaftlichen und kulturellen Umständen beschlossen wurden, einmal befreie. Wenn ich mich tatsächlich mitten in der Praxis auf meine momentane, innere Verfassung einlasse und sie in die Praxis einbeziehe. Oft spüre ich, als gäbe es da eine sanfte, korrigierende Hand, die mich davon abhält, einfach nur brav meinen Verpflichtungen nachzukommen. Ich spüre diese leitende Präsenz schon lange - und seit ich bereit bin, sie in aller Sanftheit und Stille zu bemerken, verlässt mich immer und immer wieder aller empfundener Dharma-Leistungsdruck.

Ich kenne ihn wohl, diesen Druck, der mich ein paar wenige Jahre lang dazu animierte, mechanisch die Gebetstexte meiner Verpflichtungen, egal in welchem Zustand, jeden Tag nach Vorschrift einzuhalten. Und da gab es eine Art „kathartischen Moment“, als ich eines Abends einmal erschöpft eingeschlafen war und panisch hochschreckte, weil mir einfiel, ich hatte an diesem Abend tatsächlich eine meiner Verpflichtungen vergessen! Kathartisch war dieser Moment, in dem ich erschrocken im Bett saß und gerade drauf und dran war, mich verschlafen auf mein Kissen zu begeben, weil ich zugleich in diesem Moment in aller Deutlichkeit dachte: „Warum tue ich mir das an? Ist mein Leben nicht schon hektisch genug?“

Nicht sofort wurde ich freund mit dieser sich ankündigenden Güte in meiner Praxis, denn erst musste ich mich in den Folgejahren durch die guten Bekannten Angst, Scham und Schuld durcharbeiten.

Wenn ich heute praktiziere, dann lasse ich mich wirklich darauf ein, anstelle es nur mit einem geistigen „Erledigt“-Haken zu versehen. Mein Fokus in der Praxis ist oft und gerne die Meditation über die Leerheit, die Teil eines jeden Gottheiten-Yoga ist. Ich folge dem starken, inneren Bedürfnis, dort so lange wie möglich zu verweilen. Und in diesen Momenten spüre ich tatsächlich Frieden und Befreiung.

Diese Meditation ist so beredt und lehrreich. Während ich doch eigentlich alles loslassen, einmal tatsächlich innerlich sterben will, gehe ich beschenkt mit dem Erleben von großzügiger Güte und erleichternder Stille daraus hervor. In keinem traditionellen Retreat in der Gruppe würde diese Phase der Praxis je so ausgedehnt, wie ich es auf meinem eigenen Meditationsplatz zu Hause nach Belieben zu tun vermag.

Das sind die wahren Momente, wo die hilfreichen Buddhas und Bodhisattvas für mich greif- und erlebbar werden, wo ich mich mit veränderten Augen sehe und die zu gehenden Schritte spüre, um meinem wahren Herzen von Tag zu Tag näher zu rücken. Es sind nicht die Momente, in denen ich mich stur an einzuhaltende Regeln halte.

Seither weiß ich gewiss, es muss in unserer Praxis einen Ort und eine Zeit für diese vorbehaltlose, gütige Offenheit geben. Für mich selbst, meinen Schmerz, meine inneren Fragen, und um die Güte erleben zu können, darauf Antworten zu erhalten. Nur dies gibt mir auf Dauer Zuversicht in die Gültigkeit meines Übens. Nur dies ergibt in der Folge auch das Erleben von Entwicklung und Fortschritt, dass ich fähig bin, zu lernen, zu verstehen und mich zu verändern.

Bin ich aber nur im Geiste damit beschäftigt, alle Regeln einzuhalten, erlebe ich nie diesen Augenblick, in dem mich etwas unvorbereitet erreichen oder treffen kann, in dem ich schaue, spüre und im gleichen Moment etwas neu verstehe. Dieser Akt ist für mich Güte. Die Güte, dass meine Unwissenheit über mein Sosein, wie es wirkt und mich selbst und andere steuert und beeinflusst, ganz von selbst schwindet, sofern ich mir dafür Raum und Zeit gebe. Und dass ich sehe und verstehe, wie ich mein Verhalten heilsam ändern kann.


Diese Form der Praxis hat etwas Unangestrengtes, Vertrauensvolles, zeitlos Stetiges, Verlässliches. Und wird nach und nach eine unerschütterliche Stütze. Auch die Tatsache, dass es unvermeidliche Situationen gibt, in denen es mir nicht gelingt, mir diesen Raum und diese Zeit zu geben, kann dies nicht zerstören oder ins Wanken bringen. Es kommt der Tag, wo diese innere Gewissheit über den Nutzen der Praxis stabil genug ist, dass sie flexibel und anpassungsfähig wird, an instabile, äußere Umstände.

Alles das erreiche ich in Sanftheit und Güte, im Vertrauen in mich selbst und in meine Wertschätzung für den Dharma. Nicht jedoch, mit Stoppuhr und Peitsche in der Hand. Ich erreiche das, indem ich mir das Zur-Ruhe-Kommen in meiner Praxis gestatte und wirklich hier und jetzt bin, wie ich bin.

Und dann, wenn sich aus der Ruhe und Stille der Leerheit die zu manifestierende Gottheit erhebt, da findet vielleicht plötzlich die Verknüpfung statt, zu einem Thema, was mich gerade beschäftigt. Unvermutet verschiebt sich mit der Manifestation die Wahrnehmung einer Situation oder eines Problems. Und ich lasse zu, auch damit in den inneren Dialog des Erlebens und Nachspürens zu gehen und ermesse, was dies für meinen Alltag bedeutet. Da findet unverkrampft Synthese statt, weil ich diese Vereinbarung mit mir selbst getroffen habe, diese Verknüpfung zwischen dieser Exotik der Vajrayana-Praxis und meinem Alltag tatsächlich für möglich zu halten und zuzulassen.

Doch das, was ich da sehe, spüre, erlebe und verstehe, das spiegelt sich nicht in traditionellen Unterweisungen. Das geschieht in jenem gütigen Raum in mir, harmonisch mitschwingend, individuell abgestimmt, auf das Leben, das ich tatsächlich lebe. Da kommuniziert etwas miteinander, ohne dass ich je zuvor etwas Ähnliches irgendwo gehört und gelesen hätte.

Ist es deshalb falsch? Ja, diese Angst ist mir ebenso begegnet, doch sah ich irgendwann ein, dass sie unbegründet ist. Ich werde die Antworten, die ich für meinen Weg durch dieses Leben brauche, in keiner traditionellen Schrift finden. Es gibt keinen Grund, mich immer zu fragen, ob das, was ich erlebe, auch „richtig“ ist. Solange es mir weiterhilft und sich harmonisch anfühlt, könnte es nicht richtiger sein.

Denn, so weiß ich, seitdem ich mich selbst in meiner Praxis sein lasse, niemand ist mehr daran interessiert, dass wir gemäß unserer Konstitution und inneren Verfassung Fortschritte machen, als die Buddhas. Nur die Menschen sind es, die immer meinen, sie wären superschlau und wüssten, was richtig und falsch ist - und werden darüber zu kriegerischen Fundamentalisten.

Und der innere Krieg, in den uns alle diese Widersprüchlichkeiten führen können, die uns der schriftlich fixierte und oberflächlich gepredigte Dharma so oft serviert, sattelt unserem Leiden, aufgrund dessen wir Dharma suchen, nur unnütz noch mehr Leiden oben auf. Und entfernt uns engherzig und rechthaberisch vom Traum des Erreichens innerer Freiheit.

Je mehr ich mich jedoch auf Güte, Toleranz und Flexibilität in meiner Praxis stütze, desto geduldiger werde ich, anstelle verbissener. So erlebe ich das. Weil ich so viel in mir gesehen, gespürt, verstanden und befreit habe, ist so viel Raum da, um anderen ihr Sosein ebenso zuzugestehen, wie mir - ohne sie  dabei auf meiner Nase herumtanzen zu lassen.

Spätestens hier zeigt sich, wer spirituelle To-Do Listen mit Häkchen versieht und Regeln einhält, oder praktiziert. Ja, der Meinung bin ich wirklich. Und manches Mal ist mir im realen Leben schon ein scheinbarer karrieresüchtiger Workaholic begegnet, von dessen Güte sich mancher „Buddhist“ mehr als eine Scheibe abschneiden könnte.

Solange die zwei Welten sich nicht mischen, kann kein innerer Frieden, keine Güte und kein Bereichern des „Weltlichen“ durch Dharma erreicht werden. Solange ich nicht zulasse, dass das eine das andere durchdringt und belebt, wird sich in mir nichts ändern. Dann hetze ich mich mein Leben lang nur zu Tode, zwischen dem angeblich weltlichen Laiendasein des Geldverdienens und dem, was als „heilig“ und „heilsam“ gilt. Ja, dann bin ich furchtbar fleißig, aber auch zu „busy“, für die innere Veränderung und den daraus resultierenden Frieden.

Insofern sind die Diskussionen in der tibetisch-buddhistischen Welt, die im letzten Jahr losgetreten wurden, zwar wichtig, jedoch meinem Empfinden nach weit davon entfernt, den Dharma mit dem Westen tatsächlich zu versöhnen. Da findet zu wenig Güte statt. Da werden immer noch Terrains markiert und abgesteckt. Da wird immer noch zu viel Zeit mit dem Beschreiben von Unterschieden und Begründungen, warum sie da sind und sein müssen, verschwendet. Da wird noch immer zu viel Druck erzeugt, was die „wahre und echte Dharmapraxis“ ist.

Unterdessen aber, wenn du still und aufmerksam genug bist, öffnet sich vielleicht dein Herz und schnappt sich dein Leben, um mit dir gütig durch dein wirkliches Sein zu gehen, ohne Unterschiede zwischen „weltlich“ und „spirtuell“ zu machen. Ohne Grenzzäune zu errichten. Und um stattdessen mit allem, was dir begegnet, in heilsame, wechselseitig bereichernde Synergie zu gehen... So sei es.




If the meditator is able to use whatever occurs in his life as the path, his body becomes a retreat hut. ~ Jigme Lingpa







Kommentare

  1. Liebe Josephine

    Da es eigentlich kein Ego gibt, braucht auch nichts zerschmettert zu werden, oder nicht? Ich gebe es zu, ich bin ziemlich sicher eine "schlechte" Buddhistin, obwohl mir diese Vorstellungswelt, die ich da kennen gelernt habe, sehr nahe ist und ich mich darin irgendwie aufgehoben fühle. Allerdings hält dies mich nicht davon ab, auch andere Stimmen zu hören und oft finde ich da so Klares im Ausdruck, dass es zu einem freudigen Aha-Erlebnis kommt.

    Im Moment lese ich z.B. das Herz-Sutra kommentiert von Osho, einem zum meiner Jugendzeit berüchtigten Lehrer, von dem ich damals über die Medien nur Extremes und Ablehnendes vernahm, und ich komme aus dem Staunen nicht heraus wie viel Wahres und Tiefgründiges er damals vermittelte.

    Ein Ausschnitt zitiert aus dem oben erwähnten Buch:
    "Und wenn ein Buddha aufblüht, hat er dabei keine Vorstellungen von Überlegenheit - absolut nicht. Er verbeugt sich vor der ganzen Existenz! Er hat nicht die Vorstellung heiliger als die anderen zu sein - absolut nicht. Alles ist ihm heilig, selbst der Staub ist göttlich."

    Ist das nicht wunderbar?

    Oder: "Hingabe ist eine Einsicht, eine Erkenntnis, nämlich dass "Ich nicht bin". Du siehst: "Ich bin nicht, ich bin ein Nichts, eine Leere, und die Hingabe wächst. Die Blüte der Hingabe wächst am Baum der Leere. Sie kann keine Absichten haben."

    Ich habe erst etwa ein Fünftel des Buches gelesen, doch das bis anhin Vermittelte hat mir schon so viel Verständnis geschenkt. Und ich staune wieder einmal darüber, wo sich die Juwelen manchmal verstecken.

    Liebe Grüsse zu dir und alles Gute in deinen arbeitsreichen Alltag
    Frieda ��

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