Elastische Beharrlichkeit

Nicht alles, was an mich herangetragen wird, hat auch mit mir zu tun. Selbst wenn mir Menschen begegnen, die in der Kommunikation mit mir einen ganzen Mülleimer voller Vorwürfe und Zuschreibungen über mir auszukippen scheinen, prüfe ich genau: Was hat das, was gerade passiert, wirklich mit mir zu tun?

Für mich, als empathische Person, ist diese Frage überlebenswichtig. Aufgrund meiner starken Resonanzfähigkeit neigte ich seit meiner Kindheit dazu, mich mit den Gefühlszuständen anderer zu identifizieren. Und als Kind ist es normal, das Wahrgenommene auf sich zu beziehen. Wenn jemand mir Vorwürfe machte, fühlte ich mich dafür verantwortlich und schuldig. Mal Hand aufs Herz, wir neigen alle dazu, andere für unsere Missgeschicke und unser Unwohlsein verantwortlich zu machen. Oft genug jedoch sind wir selbst es, die nicht genug für uns getan haben, und nicht die anderen.

Anderen die Schuld zu geben ist einfach, sich selbst zu prüfen, inwiefern ich zu einer unangenehmen Situation beigetragen habe, ist die hohe Kunst. Inmitten des emotionalen Leidensdrucks jedoch, sind wir unfähig sachlich zu differenzieren. „Vielleicht habe ich zu wenig für mich gesorgt? Eventuell habe ich nicht auf meine Bedürfnisse geachtet? Gab es Situationen, in denen ich Dinge hätte klären und aussprechen müssen? Gab es Momente, in denen ich hätte andere Entscheidungen treffen können?“ Genau das ist nicht so leicht, wenn wir uns in gewohnter Umgebung und jahrelang gewachsenen Strukturen bewegen.

In der Familie sind wir sicher alle auf Harmonie und Frieden bedacht, neigen dazu, es anderen recht zu machen. Wir erfüllen die unausgesprochenen Erwartungen anderer, weil wir uns in unserer privaten Sphäre wohlfühlen wollen. Und wahrscheinlich tragen wir innere Konflikte nicht dort aus, wo sie hingehören. Stattdessen reagieren wir uns an anderen ab, die dafür am wenigsten verantwortlich sind. Wir tun das, weil wir mitunter bei dieser Person das bekommen, was uns fehlt. Zu wissen, wie man gut für sich selbst sorgt, ist in meiner Kultur nicht selbstverständlich.

In meiner Kindheit und Jugend bin ich der „verlängerte Arm“ anderer gewesen. Ich habe mich für die Verzweiflung, dass Unglücklichsein, die daraus resultierende Aggression, und den Unfrieden im Haus verantwortlich machen lassen. Gerade weil diese empathische Resonanzfähigkeit so stark bei mir war, waren negative Situationen für mich unerträglich. Ich habe versucht, alles in meiner Macht stehende zu tun, um Harmonie und Frieden herzustellen.

Ich tat es auch deswegen, weil ich die heftigen Du-Worte, die Zuschreibungen und Abwehrreaktionen des Gegenübers, seinem eigenen Leiden gegenüber, nicht von mir trennen konnte. Ich nahm all das persönlich, wie es ein Kind eben tut. In meiner Wahrnehmung hatte ich keine Wahl, als mich zu fügen und den Erwartungen zu genügen, wollte ich selbst als liebenswert wahrgenommen werden. Dadurch verlor ich vollständig meinen persönlichen Raum. Mein Ich.


Was verstehe ich hier unter persönlichem Raum oder ich? Meine ich damit mein Ego? Ja, das lateinische Wort „Ego“ bedeutet „ich“. Häufig verwende ich lieber den Begriff „persönlicher Raum“. Denn dies kommt dem, was ich unter „Ich“ verstehe, am nahesten. Mein Ich ist ein Raum, in dem ich mich selbst wahrnehme und fühle. In dem ich nicht nur angefüllt bin, durch die Resonanz, die ein anderer in mir erzeugt. In diesem Raum spüre ich mein Herz, meine Motivation, meinen Weg, meine Bedürfnisse, mein Ziel, meine gefühlte Bestimmung. Dies alles ist nicht automatisch egoistisch, wenngleich auch durch überlebenswichtige Funktionen und Erfordernisse bestimmt. Heute weiß ich das. Als Kind konnte ich den Raum nicht wahrnehmen, doch ihn zu vermissen, verursachte unbewusst ebenfalls Leid.

Konnte ich ihn nicht wahrnehmen, weil der Raum so angefüllt war? Angefüllt mit anderem? Nein, heute sage ich, ich konnte ihn nicht wahrnehmen, weil ihn mir keiner zeigte. Seitdem ich meditiere, lernte ich ihn kennen. Und eine Zeitlang litt ich sehr darunter, dieses Andere darin wahrzunehmen, und nicht als das Meine zu empfinden. „Mein“ meint hier wiederum nicht, etwas was ich besitze, sondern das, was meinen innersten Herzen entspricht. Jenem Ich also, was ich oben als „mein“ beschrieb.

Das ist das, was ich verlängerter Arm nenne: Aufgrund meiner Empathie, die mit dem Leiden der anderen litt, und meinem Bedürfnis, dies zu ändern, gab ich anderen, was sie von mir erwarteten. Weil ich meinen Raum und meine Bedürfnisse nicht wahrnehmen konnte, ging ich weit über meine Grenzen. Doch irgendetwas in einem selbst signalisiert, wo die Grenze ist. Und reagiert mit Aggression, aus Selbstverteidigung, wenn ich ständig über die eigene Grenze getrieben werde. Und letztlich wiederholte ich nur das, was ich empathisch wahrgenommen hatte: Nicht auf die eigenen Bedürfnisse zu achten, und dafür andere verantwortlich zu machen. So wiederholte ich wiederum nur, was andere mir vorlebten. Und war nicht Herrin meines Schicksals.

Letztlich ist aber genau das unser aller Schicksal: Das, was wir, unbewusst seit unserer Kindheit, erlernt haben, weiterzuleben. Und Herrin dieses Schicksals zu werden, bedeutet für mich, diese Verhaltensmuster so zu verändern, dass sie meinem Inneren wirklich entsprechen.

So war es wichtig für mich, zum einen, "meinen Raum" einzunehmen, zum anderen, mich bewusst abzugrenzen, von dem, was andere an mich herantrugen. In diesem Zusammenhang ist die Frage „Was hat das mit mir zu tun?" von ungeheurer Wichtigkeit.

Ich erlebe sehr häufig, dass andere sich ihres Raums und seiner Grenzen nicht bewusst sind. Dann neigen sie dazu, in meine Belange einzugreifen, oder aber ihre Erwartungen an das, was ich in ihrer Wahrnehmung bin oder sein sollte, auf mich zu projizieren. Stillschweigend natürlich, eben unbewusst. Und, wenn sie selbst nicht die Reaktionen von mir bekommen, die sie gemäß dieser Projektion von mir erwarten, kippen sie eben oft oben genannten Müll über mir aus. Je, nachdem, wie impulsiv das Ganze ist, weise ich dies inzwischen zurück oder klaube in einem gutmütigen Gespräch auseinander, was zu mir und was zum Gegenüber gehört: Was ist Erwartung oder Missverständnis? Was davon erkenne ich als mir zugehörig an? Was davon bin ich bereit, zu verändern und zu geben? Wofür erachte ich mich tatsächlich als zuständig? Wo habe ich vielleicht widersprüchliche Signale gesendet?

Selbstprüfung und Innerlichkeit wird in unserer Gesellschaft als wenig produktiv erachtet. Daraus resultieren keine direkt greifbaren Ergebnisse. Man „sieht“ nichts davon, wenn ich innerlich an mir arbeite. Schnell entsteht der Eindruck, dass ich „nichts tue“. Geistige Arbeit ohne greifbare Ergebnisse wird nicht honoriert, geschweige denn wertgeschätzt. Und wir fallen ständig der Illusion zum Opfer, dass innerer Mangel mit etwas, was man sich von außen zuführt, ausgeglichen werden könne. So war es auch für mich ein langer Weg, die Wahrheit zu akzeptieren, selbst wenn ich sie erkannt habe: Ich werde diese, von anderen übernommenen Verhaltensmuster nur ändern, wenn ich mich innerlich da heraus führe. Und wie will ich etwas führen, was ich nicht kenne?

Dieses Kennenlernen dessen, wie mein Inneres tatsächlich atmet und funktioniert, bedarf eines Haufens scheinbar unproduktiver Zeit. Die äußere Unproduktivität vermittelt nach außen, ich sei faul oder „mache nichts aus meinem Leben“. Und diese unausgesprochene Gesetzmäßigkeit dieses neu gewonnenen, inneren Raumes zu verweisen, um mir endlich treu zu werden, hat mich einen Haufen Zeit und Energie gekostet. Genau das tat ich - und tue es immer wieder. Mit elastischer Beharrlichkeit.

Sich mit dem Mitmenschen, der seinen Mülleimer an unreflektiertem Leidensdruck und unerkannten Bedürfnissen über mir auskippt, liebevoll, standhaft und  respektvoll auseinanderzusetzen, erfordert dreierlei: Zeit, Raum und elastische Beharrlichkeit.


Ja, das Gewähren von Raum zum Beispiel, das wird unterschätzt: Habe ich die innere Stärke, wenn das Gegenüber negativ ist und mich scheinbar angreift, für etwas, wofür ich mich im ersten Moment nicht verantwortlich fühle, offen zu bleiben? Großzügig und weit? Gewähre ich dem Gegenüber den Raum, zu äußern, was unangenehm, aggressiv, schneidend und verurteilend ist? Weite ich dennoch meinen Herz-Geist und lasse zu, dass alles in Erscheinung treten und wahrgenommen werden darf? Lasse ich Platz zu, in dem ich alles, was der Mülleimer hergibt, von verschiedenen Seiten betrachten und quasi umrunden kann, um die Kehrseite zu sehen? Also das nicht Offensichtliche, dass sich hinter den Worten, die an mein Ohr dringen und  den Emotionen, die meinen Emotionalkörper in Schwingung versetzen, verbirgt?

Trete ich innerlich ein, zwei Schritte zurück, mit der Frage: „Ja, hat das alles denn gerade wirklich mit mir zu tun, oder steckt noch etwas anderes dahinter“? Oder erlebe ich alles nur als Angriff und verjage das Gegenüber prompt aus „meinem Raum“? Lasse ich zu, dass wir eine zeitlang den gleichen Raum teilen, um zu erkennen, wo die Grenzen sind und welchen Teil des Raums wir tatsächlich gemeinsam haben?

Nur den Angriff sehen, das tut tatsächlich das Ego. Diesen Raum zu gewähren, neben der notwendigen Zeit, das tut das, was ich „Ich“ nenne. Das ist mein Herz, welches das innige Bedürfnis hat, dem Gegenüber genauso ein gutes Herz zuzugestehen, wie mir.  Mein wahres Ich möchte aus der intuitiv abrufbaren Erfahrung heraus reagieren, dass großer Leidensdruck uns andere pauschal für alles Mögliche verantwortlich machen lässt.  In solchen Momenten fühlen wir uns erschöpft und außerstande, daran aus eigener Kraft etwas zu ändern. Und spätestens jetzt ist es an der Zeit, den anderen wissen zu lassen, inwieweit er daran, der eigenen Wahrnehmung nach, beteiligt ist.

Wenn ich innerlich schwach bin und erschöpft, beobachte ich, wie ich versuche, Regeln aufzustellen, nach denen jemand anderes meinen Raum betreten darf. Ich tue das, weil ich gerade dann das Bedürfnis nach Frieden und Harmonie habe und oft meine, dies aufgrund meiner Erschöpfung nur unter bestimmten Bedingungen zu können. Doch durch solche Regeln sind wir wenig tolerant gegenüber Gesten und Worten, die diesen Regeln und Bedingungen widersprechen. Das ist der Schutzmechanismus des Egos. Ich mache mich eng, bin rechthaberisch, will, dass der andere so ist, wie ich ihn aufgrund meiner inneren Bedürftigkeit brauche.

Das  wahre, empathische Ich, mein Herz, weitet sich trotzdem und erträgt geduldig diesen Prozess, den es braucht, den Müll zu sortieren. Nur so, so weiß es, kann wirkliches Einvernehmen entstehen.

Elastische Beharrlichkeit ist dabei für mich die Instanz, die zurückkehrt, zu meiner wahren Herzensmotivation, die ich soeben beschrieb: Zu wahrem Einvernehmen zu gelangen, also zu dem, was sich für beide Seiten harmonisch anfühlt. Und dieser innere Wächter ist derjenige, der genau spürt, wann die Grenzen des persönlichen Raums überschritten werden. Und das geschieht in allen Momenten, wo ich vom Mitmenschen einfordere - oder er von mir - dass ich etwas von dem, was sich für mich „richtig“ anfühlt, um meinet- oder seinetwillen aufgebe. Um eines künstlich hergestellten Einvernehmens Willen, gemäß eines unserer Egos. Diese Instanz spürt also ganz genau, wo ich aus meinem Herzen herausfalle oder wo das Gegenüber von mir fordert, meinem Herzen untreu zu werden.

Wirkliches Einvernehmen entsteht auf natürlichem Wege. Ist dieses Einvernehmen erreicht, fühlen sich beide Parteien wohl und nicht in ihren Werten und inneren Bedürfnissen kritisiert oder gar in Frage gestellt. Einvernehmen entsteht, wenn jeder genug Raum hat, für sich und seine Überzeugungen. Nicht jedoch dadurch, dass einer mit seinen sprachlichen Argumenten über die Einstellung des anderen siegt. Einvernehmen entsteht somit niemals durch Ausübung von Macht, sondern auf Basis von Toleranz und Verständnis.

Eines lasse ich nicht mehr zu: Der verlängerte Arm für jemanden zu sein, also für ihn das zu tun, was er  oder sie aus purer Bequemlichkeit für sich selbst nicht tun will.

Elastisch an meiner Beharrlichkeit ist, dass ich durchaus mich selbst hinter die Bedürfnisse eines anderen zurückstellen kann, wenn ich meinen Mitmenschen als in einer sehr leidvollen Situation erkenne. Oder wenn das für mich spürbar harmonisch ist, weil ich Nutzen und Sinn darin sehe und verstehe. Doch spüre ich, dass dieser Mitmensch eigentlich nur von mir etwas haben will, worum er sich nicht selbst kümmern möchte, dann sagt mein Herz schon mal laut und vernehmlich „nein“. Es sorgt weise dafür, dass ich mich nicht vollständig in fremde Verantwortung nehmen lasse. 

Ich erlebe immer wieder, dass ich mit diesem dann sehr klar auftauchenden „Nein“ meine Mitmenschen überrasche. Irgendwie scheinen sie mich häufig so wahrzunehmen, als sei ich doch so lieb, leise und freundlich und hätte nicht den Mumm, auch mal deutlich „Stopp!“ zu sagen. Dann kommt diese eindeutige Grenzziehung für sie sehr plötzlich. Genau das spricht aber über meine sonstige Elastizität: Es gibt so viele Dinge, die anderen wichtig und mir aber unwichtig sind. Und ich lasse ihnen Raum, zu tun, was sie wollen.

Ehrlich gesagt, wäre es mir auch lieber, wenn es des Stopps nicht bedürfte. Diese Vorstellung ist idealistisch, doch nicht realistisch.  Viele  Mitmenschen sind  selbstentfremdet und  haben nicht gelernt, die Persönlichkeitsgrenzen anderer zu kennen, noch zu achten. So bin ich elastisch beharrlich darin, diesem Ideal zu folgen und darauf hinzustreben, es zu verwirklichen. Der Nutzen davon ist zweierlei: Ich heile damit das am eigenen Leib erfahrene Leid, sowie füge anderen  immer seltener solcherart Leiden zu. Und genau das ist der Weg meines Herzens: Ich wiederhole nicht erlernte Verhaltensmuster, sondern gebe sie bewusst auf, um stattdessen aus meinem wahren Ich zu leben. Das bedeutet für mich, Herrin meines Schicksals zu sein. 

Ja, hier schließt sich ein wenig der Kreis, zu unserer Neigung, den einfachsten Weg zu wählen, als den Lehrreichsten oder Sinnvollsten: Jemanden zum Sündenbock zu machen oder ihn zu benutzen, die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen, das ist leicht. Sich mit sich auseinanderzusetzen, das ist Arbeit - zumal eine, die, wie oben beschrieben, in unserer Gesellschaft nur geringen Stellenwert hat und daher wenig Raum und Beachtung geschenkt wird. In meinen Augen ist dieser Weg die Grundlage von allem Guten, was ich in diesen Leben erreichen kann, will und werde.

Inzwischen kann ich auch mit Disharmonien und Konflikten leben. Als Kind konnte ich dies natürlich nicht. Mir vermittelt es ein zufriedenes Gefühl, Uneinigkeiten auszuhalten oder mal zu pushen, um sie sichtbar zu machen. Sie zu betrachten,  zu verstehen und zu lösen, oder mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln der Kommunikation in einen Zustand natürlichen Einvernehmens zu finden, bedeutet, meinem Herzen zu folgen. Dies entspricht zutiefst meinem Naturell, meinen Fähigkeiten und innewohnenden Talenten.

Elastische Beharrlichkeit zu üben, das steht derzeit bei mir im Fokus. Sie ist die Instanz und die Kunst, die den mittleren Weg findet. Zwischen mir und den anderen, zwischen meinen Bedürfnissen und der Allgemeinheit. Dies entspricht dem Ausbalancieren der Waage von Geben und Nehmen. Der Kompass dafür ist mein Herz - und es will diesen Weg durch mein Leben navigieren und auf keinen Fall aufgeben. Manchmal neige ich mich anderen zu, dehne mich und weite mich aus, ohne „mich“ und das, was sich für mich richtig anfühlt, vollständig aufzugeben.

Kein Märtyrertum also, ab und an aber eine beachtliche Leidensfähigkeit und Geduld, bis nichts mehr geht und ein „Stopp“ unerlässlich ist. Ja, dann werde ich schon beharrlich stur, wenn die Elastizität ausgereizt ist. So muss es sein, will ich mein Herz und meinen Weg nicht verlieren.


Elastische Beharrlichkeit zu meistern, ist mein Vorsatz für das neue Jahr. So schön ich auch darüber schreibe, ich bin nicht stabil darin. In mir ist dieses Kind, was sich gewohnheitsmäßig für alles Schlechte verantwortlich fühlt, die Schuld zuschieben lässt und vor allem mit dem Negativen in Resonanz geht.
Und das ist meine Übung: In jedem präsenten Moment, in dem ich wahrnehme, wie ich körperlich in alte Gewohnheitsmuster falle, dieses Jetzt sanft zu akzeptieren und, mich hinein entspannend, sein zu lassen, was er ist. Voller Mitgefühl mit dem Teil meines Ich, der durch viele Missverständnisse und Unwissenheit geformt und geprägt wurde. Dieses Leid teile ich mit vielen anderen Mitmenschen. 
Mit sanfter Beharrlichkeit kehre ich so zu meinem Herzen und seinen Wunsch zurück, meine Ideale mit Leben zu füllen. Sowie den Weg unter meinen Füßen und die Resonanz, die er in mir erzeugt, als die größte Herausforderung meines Lebens anzunehmen.  

Und, wenn ihr mögt und das für euch Sinn ergibt, wünsche ich euch für das neue Jahr 2018 das Gleiche: Elastische - manchmal sanfte, manchmal energische - Beharrlichkeit, dem Weg eures innigsten Herzens zu folgen und ihm treu zu sein.

Auf ein glückliches, gesegnetes, erfülltes und wachstumsreiches Jahr 2018!



Kommentare

  1. Herzlichen Dank, liebe Josephine ... elastische Beharrlichkeit,
    ein wunderbar beschreibendes Wort!

    Ich kann nur Deine Ausführungen bestätigen und bin sehr froh
    über diesen Begriff, der so Vieles beinhaltet. Den Raum zu sichern,
    bin ich dabei. Die Elastizität bleibt manchmal auf der Strecke, je nachdem,
    wieviel Kraft da ist.
    Es dauerte Jahre, bis ich meine Bedürfnisse erkannte und nochmals lange
    Zeit, bis dieses "Nein" mit Überzeugung über die Lippen kommen konnte.
    Körperliche Symptome sind leider noch vorhanden.
    Ja, der Weg ist voller Mühe. Wenn man nur ein einziges Mal diese innere
    Freiheit gespürt hat, möchte man keinen anderen mehr einschlagen.

    Für Dich, in Deinem Sinn, ein GUTES Jahr 2018
    Wünscht Dir,
    Beate

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    1. Liebe Beate,

      ja, manchmal ist die Tatsache, wie lange es gedauert hat, das innere Steuer in der eigenen Hand zu halten, erschreckend. Und das bedeutet deswegen noch lange nicht, dass der eigene Körper einem wirklich gehört. Auch ich empfinde oft, er führt, die körperliche Symptomatik alter Gewohnheitsmuster betreffend, ein Eigenleben.

      Es gab Phasen, wo ich deswegen sehr mit ihm gerungen habe. Das erschöpft aber nur und verstärkt das Leid.

      Letzlich habe ich Vertrauen, dass sich die Symptome irgendwann erschöpfen, wenn ich keine Energie mehr in sie investiere. In diesem Zusammenhang habe ich festgestellt, dass ich jetzt, wo ich verstanden habe, was und warum das in mir passiert, wirklich keine Aufmerksamkeit mehr investieren darf. Damit meine ich, dass ich die Symptome auf Anhieb erkenne und dann tatsächlich innerlich von ihnen zurücktreten muss. Sonst nährt selbst starke Aufmerksamkeit den inneren Negativkreislauf weiter.

      Mit anderen Worten: Ich muss nicht zum 175. Mal in die Tiefe gehen, nachdem ich alles jahrelang erforscht habe. Sobald ich die Symptome bemerke, lasse ich locker.

      Manchmal drücke ich es so aus: Ich wechsle innerlich bewusst die "Dimension". Mein Körper spult die Symptome ab, ich jedoch trete nach hinten zurück in den Raum des liebevollen, großzügigen, klaren und ruhigen Ich, was von diesen körperlichen Erscheinungen von jeher unberührt geblieben ist. Und das auch mit elastischer Beharrlichkeit und wechselndem "Erfolg". Dafür ist es unerlässlich, selbst die kleinste, zur Kontrolle neigende Aufmerksamkeit auf die Symptome loszulassen.

      Dieser persönliche Raum ist immer da und in diesem schöpfe ich Kraft, um mit der Langsamkeit des Körpers Geduld zu haben. Irgendwann wird die Erfahrung, die ich in diesem persönlichen Raum mache, die Negativschwingung des eigenen Körpers befriedet haben. Darauf vertraue ich. Jetzt kommt es darauf an, den längeren Atem zu haben und nicht aufzugeben :-)

      Liebe Beate, herzlichen Dank für deinen guten Wunsch!
      Hab noch einen wunderschönen, ersten Tag des frisch geborenen Jahres voller positiver Chancen und Möglichkeiten! Mögest du sie alle erkennen und nutzen können.

      Liebe Grüße
      Josephine


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