Posts

Es werden Posts vom August, 2016 angezeigt.

Mitten durch das eigene Herz

Der Weg wird nur echt, wenn er vollkommen vom eigenen Herzen durchdrungen ist. Dies intuitiv verstanden habend, gab ich mir vor vielen Jahren dieses Versprechen, nur noch den Impulsen folgen zu wollen, die aus meinem Herzen kommen.

Am Anfang des Weges steht ganz sicher die Nachahmung. Wir machen uns vertraut, mit etwas, was wir intuitiv als dasjenige erkennen, was uns befähigen wird, ein authentisches Leben zu führen. Wir hören Erklärungen, investieren Vertrauen und Lernbereitschaft, folgen den Anweisungen, wie wir zum Beispiel eine spirituelle Praxis anwenden sollen. Und dann kommt die lange Zeit des nachahmenden Übens. Doch wir verstehen noch nicht und wir erfahren nicht.

Wenn ich mich zurückerinnere, kostete mich meine Kennenlernphase einiges an Zeit und Geduld. Sie war aber vergleichsweise kurz. Ein, zwei Jahre lang hielt ich mich für vollkommen unfähig, diese Visualisationen durchzuführen. Die Bilder und Symbole des tibetischen Vajrayana erschienen mir so fremd. Ich musste Kraf…

Von meinem augenblicklichen Weg des Herzens

Vieles, worüber ich schreibe, klingt manchmal so »fertig«. So, als gäbe es da einen geheimen Plan, mit abzuarbeitenden Teilschritten. Und dann kommt da der Tag X, an dem alles perfekt ist. Ein Tag, an dem ich mir plötzlich gewahr werde, mein Herz ganz verwirklicht zu haben.

Diesen Tag gibt es nicht.

Das ist das Trügerische an allem, was ich in Worte fasse: Worte geben nicht den Raum, diese beständige Weiterbewegung meines Herzens darzustellen. Ich schreibe da eine Momentaufnahme, dort eine weitere. Vielleicht böte Lyrik den besseren Raum, um dieses Unfertige abzubilden. Meine Beiträge tun dies mit Sicherheit nicht. Sie sind Bruchstücke, Metaphern, Verweise, Möglichkeiten ...

Für den Moment des Schreibens bin ich ganz im Fluss. Spätestens, wenn ich grob Korrektur lese, merke ich, wie das lineare Beschreiben immer wieder scheitern muss, an der eigentlichen Vielschichtigkeit und Komplexität meines inneren Erlebens. Und doch kann dies hier manchmal ein Fingerzeig sein.

Worauf auch immer…