Die Zeit des Niedergangs - oder "Das verkaufte Lachen"

Warnung: Was jetzt folgt ist ein bitterböser Beitrag, der bei einigen starke Emotionen auslösen kann. Jeder mag vorab entscheiden, ob er dem gewachsen ist. Für diese starken Reaktionen übernehme ich keine Verantwortung. Für meinen Zynismus und meine Ironie allerdings schon. Diese sind auf bestimmte, nicht namentlich genannte Einzelpersonen gerichtet. Von den folgenden Zeilen braucht sich daher nicht jeder persönlich angesprochen fühlen.

In der Welt des Buddhismus wird viel von der Zeit des Niedergangs gesprochen und davon, dass diese Zeit genau jetzt ist. Dies soll eine Zeit sein, in der das Interesse und Verständnis für die Lehre des Buddhas schwindet. Und viele Lehrer setzen diese Zeit insbesondere damit gleich, was hier, bei uns, im Westen passiert. Sie urteilen schnell, dass wir quasi hier diesen Niedergang in unserer Lebensweise abbilden. Und schnell subsumieren sich somit die Zuschreibungen auf uns.

Wenn wir uns nicht wie erwartet verhalten, sind das genau die Anzeichen des Niedergangs und dafür, wie die Sitten verrohen und der Sinn für Heilsames verloren geht. Im Vergleich dazu halten sich manche dieser Lehrer daher für etwas Besseres und dazu berufen, uns wahre Manieren beizubringen. Und die Sicht darauf, wie unsere Manieren auszusehen haben, speisen sich aus Erinnerungen an ihre eigene Herkunft und Kultur.

Sie bringen kulturelle Mythen mit, wie zum Beispiel auch Frauen sich zu verhalten haben: Sittsam, still, eine sanfte Stimme habend, leise redend, bescheiden und demütig, immer bereit, widerspruchslos zu dienen. Freundlich sollen sie sein, anspruchslos, sich nicht beschweren. Dankbar für alles und dem Lehrer, als Abbild des Buddha, stets das letzte Wort und alle Weisungsbefugnis überlassen. Stets sollten sie auf dem Sprung sein und alles stehen und liegen lassen, sobald der Lehrer mit einem Wunsch oder Anliegen die Stimme erhebt. Oder manchmal, mit dem Finger herumfuchtelnd, ohne "bitte" und "danke", Weisungen erteilt.

Wünscht der (männliche) Lehrer, dass die Gebetstische im Tempel jetzt von links nach rechts geräumt werden - und wenig später wieder von rechts nach links, dann tut die sittsame Schülerin das. Denn sie ist ja nicht intelligent und wissend genug, um den tieferen Sinn und die höhere Weisheit dieser Sysiphos-Arbeit auch nur andeutungsweise ermessen zu können.

Richtet sich eine solche Frau gerade auf, wie es hiesige Frauen zu tun pflegen, und sagt: "Ich verstehe nicht, wofür das gut sein soll. Das mache ich nicht!", ist sie selbstredend unverschämt und respektlos. Ja, das alles sind wahre Anzeichen des Niedergangs der Sitten und Moral im Westen. Nirgendwo ist der Niedergang alles Guten besser zu bemerken, als im Westen.

Ja. Diese Zeilen sind ironisch, wenn nicht gar zynisch gemeint und genauso zu lesen. Und ich setze noch einen drauf:

Weil der Westen vom Niedergang vollkommen vereinnahmt und infiltriert wurde, können wir nur dankbar sein, dass gütige Lehrer sich in das dunkle Tal von uns Ahnungslosen verirren und uns endlich Manieren beibringen. Und dazu zählt, dass jeder in Robe mehr zu sagen hat und mehr Respekt verdient hat, als sonst jemand. Und so kommt auch manche westliche Frau nicht umhin, die Robe zu nehmen und dieses Recht einzufordern. Fortan hat auch sie das Recht, anderen zu befehlen und zu erwarten, dass das "einfache Volk" tut, was sie sagt. Und so, wie der Lehrer uns "einfachem Volk" lehrt, dass unsere Dankbarkeit so auszusehen hat, dass wir ihm seinen Lebensunterhalt sichern, seine Wohnung putzen, für ihn kochen und alles akzeptieren, was er von uns verlangt, fordern es auch diese Frauen in Robe ein. Der Lehrer geht schließlich mit gutem Beispiel voran. Schließlich kämpft er dafür, uns vor dem Niedergang zu bewahren. Und Frau tut es ihm gleich.

Ich habe einige solcher Lehrer kennengelernt. Und ebenso solche Frauen in Robe. Plötzlich erkennt man diese Frauen nicht wieder, plötzlich erkennt man den Menschen, der hinter dem Lehrer steckt, nicht wieder. Sie lachen nicht, sie sind nicht freundlich und haben es verlernt, "danke" zu sagen. Sie reden und jammern ständig nur über das, was ihnen nicht gefällt. Und sie zeigen mit den Fingern auf die Menschen vom "einfachen Volk", die ehrenamtliche Arbeit tun und meckern herum, was sie alles nicht richtig machen. Manchmal sagen sie sogar, mit Gift in der Stimme: "Wir brauchen dich hier nicht!". Oder sie bekommen einen Tobsuchtsanfall, weil der Helfer, der neben Arbeit, eigenen Haushalt und womöglich eigener Familie in das Dharma-Institut hetzt, um zu helfen, sich verspätet. Und sie vermuten darin nur Manipulation, Niedertracht und sind zutiefst hasserfüllt, weil sie nicht bekommen, was sie wollen.

Und genauso verhalten sich auch oft langjährige Mitglieder in Dharmazentren, die meinen, sich jetzt einen Rang verdient und einen Namen gemacht zu haben.

Ich sage dazu jetzt meine Wahrheit: Dass so etwas im Namen des Dharma passiert, sind die wahren Anzeichen des Niedergangs. Der Niedergang findet nicht im Westen statt. Der Niedergang findet die ganze Zeit schon in den eigenen Reihen derer statt, die sich in das dunkle Tal der Ahnungslosen aufgemacht haben, um unsere Dankbarkeit für ihre angebliche "Heldentat", uns mit Dharma zu beglücken, einzufordern. Der Niedergang findet dort statt, wo der Dharma noch den Lebensmittelpunkt bildet. Und führt dazu, dass wir hier im Westen noch unser letztes Lachen im Namen der Unterwerfung unter unfähige Lehrer verkaufen. 

Ja, so vieles lässt mich an dieser Konstellation an das Buch "Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen" von James Krüss denken, dass mich durch meine Kindheit begleitet hat. Timm, ein Junge aus schwierigen Verhältnissen, war, nicht anders als wir, hungrig und begierig danach, ein gutes Leben zu führen und für seine Familie zu sorgen. Und gab dafür das her, was ihn menschlich und authentisch machte: sein aufrichtiges, unverfälschtes, ansteckendes Lachen. Er verkaufte es, in der stillen Hoffnung, dadurch besser Leben zu können und seiner Familie ein besseres Leben bieten zu können. Lange brauchte er, den wahren Wert seines Lachens zu schätzen und lange brauchte er dann, es zurückzugewinnen.

Dieses Buch faszinierte mich lange Zeit auf unerklärliche Weise. Ich las es sicher drei, vier Mal oder mehr. Und ich fragte mich, was es bedeutet, sein Lachen zu verlieren. Und was daran besser ist, in Armut, mit einem Lachen, oder in Reichtum, ohne es, zu leben.

So, wie Timm, der sein Lachen für die Möglichkeit, jede Wette zu gewinnen, hergab, sind wir alle naiv, wenn wir auf den Dharma treffen. Wir halten alle Tibeter für Heilige, die aus einem gelobten, unvergleichlichen, reinen Land stammen. Und dieser Mythos wird von den Tibetern selbst oft gepflegt und ausgenutzt. Wir sind so naiv, dass wir meinen, wenn wir dem da, auf seinem Thron, alles Recht machen, sind wir von allem Übel befreit. Und die unfähigen Lehrer sind gut darin, genau diese Naivität für sich und ihr persönliches Wohlergehen auszunutzen. Schämen sollten sie sich. Wenn sie die Wissenden im Dharma sind, wie sie behaupten, sollten sie sich auch entsprechend benehmen und genau diese Naivität eben nicht ausnutzen. Aber wenn der Lehrer selbst so dumm ist, dass er nicht begreift, was die Verantwortung eines spirituellen Lehrers ist? Dann haben wir den Schlamassel.

Schlimm auch, wenn auch derjenige, der diesen Lehrer berufen hat, für uns hier als Lehrer zu dienen, auch dafür keine Verantwortung übernimmt.

Stattdessen lässt man uns hier eine neue Sklaverei beginnen, neben der, die uns dieses Leben im Westen schon abverlangt. Wir schuften für unseren Lebensunterhalt, für die zukünftige Rente, damit unsere Kinder diese nicht für uns übernehmen müssen, für den Sozialstaat und was weiß ich sonst noch. Und danach gehen wir auch noch ins nächste Zentrum, schuften weiter und lassen uns dafür noch beschimpfen und maßregeln? Und lassen uns alle das Gehirn waschen, indem wir uns anhören, wie das korrekte Verhalten einem spirituellen Lehrer gegenüber auszusehen hat? Und wehe, ich spure danach nicht - dann werde ich erfolgreich aus der Gemeinschaft hinaus geekelt?


Und nebenbei schuften wir natürlich auch noch dafür, die nächsten buddhistischen Unterweisungen bezahlen zu können, wenn einige der namentlich erlesensten Lehrer zu uns Business Class geflogen kommen. Dann sitzen wir zu deren Füßen und schlafen ein, weil wir so überarbeitet und kaputt sind. Im Gegenzug halten uns die Lehrer dann für nicht aufnahmefähig, dumm und dumpf - und die Ordinierten finden auch noch was zum Meckern, vielleicht, dass sie ein Brötchen zu wenig zum Frühstück hatten oder die ehrenamtlichen Helfer faul und unzuverlässig waren.

Und die Lamas wundern sich, warum wir so wenig natürlich, freundlich und fröhlich sind - und nicht so bescheiden und dankbar, wie die ach so mythisch korrekten Tibeter.  Und die Frauen... das sind ja gar keine richtigen Frauen, nicht wahr? Und am Ende wollen sie sowieso alle nur das eine - sich an den Lama heranmachen und von seinen Gelübden abbringen. Naja, manchmal ist auch eine Tara dabei, eine richtig gute Frau, die man dann für die eigenen Zwecke ausnutzen und das Erreichen der eigenen, natürlich stets und alleinig dem Dharma verpflichteten Zielen, einbinden kann. Dafür ist die Tara ja da - wofür auch sonst?

Das absurdeste, was mir begegnet ist, ist ein so genannter Lehrer, der sich ständig beschwert, dass unsere Herzen nicht offen wären. Wenn das doch aber genau die Krankheit ist, weswegen wir nach dem Dharma dürsten und er, als Fachmann im Dharma, dies nicht erkennt, wie sollte er uns je etwas zu geben haben? Und wofür sollten wir ihm dann etwas zurückgeben? Wie lange wird er wohl noch brauchen, um zu erkennen, dass hier keine gemeinsame Basis gegeben ist?

Ich bin böse, wie immer aus aktuell gegebenen Anlass. Und ich schäme mich nicht für meine Wortwahl, denn wann immer ich von so etwas höre oder lese, bin ich wütend. Und auch dafür schäme ich mich nicht. Obwohl ich mir sehr gut vorstellen könnte, dass da wieder schnell ein ganz schlauer Lama, Ordinierter oder langjährig Praktizierender zu Stelle ist, der mir mit erhobenen Zeigefinger predigen will, wie unheilsam das ist, was ich tue und dass ich dem Dharma, den Lehrer und allen schade. Und wenn ich dafür in die Hölle käme, so täte mir dieser Beitrag immer noch nicht leid.

Ja, dieser Beitrag ist genau aus der gleichen Perspektive, auf genau der gleichen Frequenz verfasst: Ich spreche hier mit erhobenen Zeigefinger und sage: "Ihr alle habt euer Lachen verkauft!".

Wofür eigentlich? Was habt ihr denn dadurch gewonnen? Und was von diesem Verhalten verhindert eigentlich den Niedergang des Dharma?

Nichts. Nichts davon verhindert den Niedergang. Denn alles das sind die Symptome des Niedergangs. Und da der Niedergang ja bereits beschlossene Sache ist, braucht niemand sich wirklich darum kümmern, nicht wahr? Es ist sowieso klar, dass er stattfindet. Niemand braucht sich dafür verantwortlich fühlen und etwas dagegen tun. Schließlich hat Buddha Shakyamuni schon gesagt, dass es passieren wird. Und Maitreya wartet nichtstuend und herum sitzend im Hintergrund ab, dass es richtig mies läuft. Dann weiß er wenigstens, wann seine Zeit gekommen ist.  Und solange der Dharma noch nicht verschwunden ist, gibt es für ihn keinen Grund zur Eile... Stimmt doch, oder?


Von so einer Frau, wie mir, sagt man,  "sie habe Haare auf den Zähnen". Mit so einer Frau möchte keiner gern zu tun haben. Sie ist nicht schön oder seidenweich, macht es dem Besucher nicht gemütlich und gibt ihm nichts zu essen und zu trinken. Ja, sie ist eine schlechte Gastgeberin und alle machen lieber einen Bogen um ihr Haus. Gut so.

Das ist gut so. Lieber so, als dass ich mein Lachen doch noch verkaufe.

Ich teile mein Lachen sehr gerne mit jenen, die reinen, offenen Herzens sind und sein wollen und noch nicht wissen, wie das geht.  Mit denen, die die bittere Notwendigkeit von Kooperation und positiver Resonanz verstehen und sich zu ihrem Herzen bekennen. Und ich bin dankbar, dass ich mir mein Lachen bis heute bewahren durfte.

Und um mein Lachen zu bewahren, muss ich fokussiert bleiben. Ich darf meine Energien nicht an jene verschwenden, die meinen, das Leben sei ein einziger Kompromiss. Ständig Kompromisse zu machen und dadurch die Wahrheit seines wahren Herzens zu verraten - das sind Anzeichen des Niedergangs.

Und auch ein charmantes Lächeln einzusetzen, um zu bekommen was man will, ist kein wirkliches Lachen. Es berührt die Herzen nicht und öffnet niemandes Herz. Und das wahre, die Herzen öffnende Lachen zu beherrschen und diese Meisterschaft an andere weiterzugeben, das ist für mich die wahre Lehre.




Kommentare

  1. Fordert der Seine Heiligkeit der Dalai Lama nicht immer auf, zu überprüfen und geht er nicht sogar soweit, nicht jedem Lehrer zu glauben oder seinen Weisungen zu folgen, wenn die eigene Überzeugung etwas andesres sagt? Mir scheint hier ist das von Nöten.
    Dharma ist zur Leidbefreiung in der Welt und zu nichts anderem.

    Herzlich
    Beate

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  2. Liebe Beate,

    ja, Seine Heiligkeit der Dalai Lama tut genau das. Ich wünschte, es würden mehr auf ihn hören. Zu viele lassen sich täuschen und meinen, das Richtige zu tun, wenn sie brav alles machen, was von ihnen verlangt wird. Ich weiß nicht, warum sie das tun. Und warum sie so unerbittlich jenen gegenüber sind, die ihr kritisches Denken nicht an der Tür des Zentrums abgeben.

    Macht und Kontrolle auf der einen, Angst und Einsamkeit auf der anderen Seite - wahrscheinlich die perfekte Co-Abhängigkeit.

    Ich fürchte, wir haben es eher mit einer Sekte, als mit Buddhismus zu tun. Und nur wenigen ist das bewusst, weil sie zu wenig reflektieren, was passiert und was sie tun. Ein sehr probates Mittel ist immer wieder das Verharmlosen und das Entschuldigen aller Beteiligten: Schließlich "tun doch alle nur ihr Bestes" oder "sind einfach noch nicht so weit auf dem Pfad".

    Ausreden gibt es viele - und keiner übernimmt die Verantwortung und greift durch. Keiner ist bereit, sich in die Nesseln zu setzen. Einige gehen weg, um dann von denen, die bleiben, nur um so mehr gehasst zu werden. Niemand schaut mal von einer höheren Perspektive auf das, was geschieht - und was das für Auswirkungen auf die Bedeutung des Buddhadharma hat.

    Und nur wenige werden meine Sicht auf das Geschehen teilen.

    Liebe Grüße
    Josephine

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    1. Liebe Josephine,
      das sind sehr klare Worte, die ganz bestimmt ihre Berechtigung haben. Ich kann nachvollziehen, was Du beschreibst und würde das sicher ebenso beurteilen wie Du. Danke für diesen Beitrag!
      Sei ganz lieb gegrüßt von Anke!

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    2. Liebe Anke,
      danke dir, für deinen Kommentar.
      Ich habe viel zu lange gewartet, um diesen Beitrag zu schreiben. Sicher sind wir uns einig, dass Zynismus meist dann entsteht, wenn das Fass schon übergelaufen ist. Und oft ist Zynismus nicht weit entfernt von einer gewissen Hilflosigkeit, sich dazu verurteilt zu fühlen, etwas tatenlos mit anzuschauen.

      Auf dem Nachhauseweg von meiner Arbeit las ich ein Zitat von Hilde Domin, dass sinngemäß besagt: Jeder betrachtet seine Wirklichkeit als die einzige Wirklichkeit. Damit trifft sie das, was ich bisher immer auch dachte. Insofern verstehe ich auch, dass jemand sagt: "Alle tun doch nur ihr Bestes".

      Im Rahmen des Buddhismus habe ich die Wahrnehmung meiner Wirklichkeit immer wieder überprüft und verändert. Nur so kommen wir der objektiven "Wahrheit" (als Gegensatz zu subjektiver Wirklichkeit) näher, die uns Buddhismus eigentlich lehren will.

      Die in diesem Beitrag beschriebene Tenden mancher "Rinpoches", eine subjektive Wirklichkeit mit der Wahrheit zu verwechseln, halte ich für gefährlich, eigennützig und für die Befreiung vom Leiden nicht hilfreich. Einerseits zeigt sie mir, dass solche "Lamas", "Lehrer" oder "Ordinierte", die Ihre Erfahrungen weitergehen wollen, ihrer eigenen Lehre nicht gerecht werden. Wie könnten sie so jemals gute Lehrer des Buddhismus sein oder werden? Noch schlimmer wird es, wenn diesen "Berufenen" auch noch die kritische Selbstprüfung ihrer Wahrnehmung (respektive "Wirklichkeit") fehlt.

      Aber alle diese "Rinpoches", "Lehrer" oder "Ordinierte" müssen sich keinen Prüfungen im Bereich zwischenmenschlicher Kommunikation unterziehen. Irgendjemand verleiht ihnen einen Titel, der oft genug ein Freibrief zu sein scheint, zu machen, was sie wollen.

      Keiner hier im Westen könnte auf einer solchen Basis eine gute Arbeit machen. Im normalen Berufsleben wären sie schon lange verschwunden, weil kein Schüler oder Klient sie als Lehrer, Trainer oder Coach akzeptieren würde. Ich, als Coach, weiß in diesem Fall, wovon ich rede. Ich bin immer auf eine sinnvolle Kooperation mit meinem Gegenüber angewiesen - und dazu muss ich das Gegenüber auch verstehen, akzeptieren und respektieren wollen und eine gemeinsame Basis für die Zusammenarbeit finden.

      Und diese Zusammenarbeit funktioniert nur, wenn ich die Wirklichkeit des anderen als existent anerkenne und verstehen will. Und "Wirklichkeit" schließt auch die Lebenswelt, Herkunft, Bildung und das soziale Vermögen des Gegenübers (Schülers oder Klienten) ein. Ich kann da nicht einfach darüber hinweg bügeln, wenn ich für das Gegenüber auch Unterstützung und Hilfe sein will.

      Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin nicht an Heiligenverehrung, Rituale, sondern Wissensvermittlung interessiert, die mir ermöglicht, mich vom Leiden zu befreien. "Lamaismus" und das blinde Übernehmen unüberprüfter, kultureller Zusammenhänge wird dem nicht dienen.

      Und deshalb musste ich das jetzt einfach mal loswerden.

      Alles Liebe und Gute für dich, liebe Anke.
      Herzlichst
      Josephine

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