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Es werden Posts vom August, 2015 angezeigt.

Die Schwere in meinem Herzen

In meinen Augen ist der tibetische Buddhismus in Deutschland zu einem selbstreferenziellen System geworden - rein nach den eigenen, gewohnten Strukturen vielleicht sogar weltweit. In den Ländern, wo das Geld sich leichter für buddhistische Zentren generieren lässt, werden sie groß aufgezogen. In anderen hingegen, dümpelt die Institution "Dharmainstitut" leise vor sich hin, irgendwo, am Rande des ständig drohenden Ruins.

Ich habe mir stets mehr davon erhofft und erwartet. Sehe ich das einmal ganz pragmatisch, so sollte ich mir eine andere Religion suchen, die eher meinen gesellschaftlich-sozialen Ansprüchen genügt. Das aber gelingt mir nicht. So sollten alle diejenigen, die meines Jammerns müde sind, sich lieber jetzt als später entschließen, diesen Beitrag nicht weiter zu lesen. Ansonsten erleben sie ein unwillkommenes Déjà-vu an Kritik.

Einige halten meinen kritischen Blick vielleicht für ein Jammern auf hohem Niveau. Ich hingegen bin der Meinung, dass der Buddhismus, wie e…

Selbst ist die Frau

An einem Tag, wie diesen, kann ich nur glücklich sein. Ich bin dankbar für eine neue Klarheit, die aus meinem Herzen aufscheint. Und dafür, dass es mir heute gelingt, die Essenz aus meinem Leben mit mehr als 19 Jahren Meditation und fast 16 Jahren meines Weges als Buddhistin zu ziehen. Die Essenz, die nötig ist, um mein eigenes Wohl zu erlangen, ohne dafür das Wohl anderer aus dem Blick zu verlieren.

Ich freue mich sehr darüber, dass heute der Tag ist, an der endlich die kritische Masse des inneren Pro für nächste Schritte das stets gefühlte und gedachte Kontra in den Hintergrund treten lässt. Und ich würdige dafür jeden Tag eines jeden dieser zurückliegenden Jahre.
Voller Staunen beobachtete ich heute, wie sich in mir alles zusammenfügte, wie sich jede Erfahrung als nützlich in das innere Puzzle einreihte, wie ich jedes bisher angedachte und gescheiterte Projekt brauchte, um den heutigen Tag so zu erleben, wie ich es gerade tue.

Zugegeben, ich wartete viele Jahre auf diesen Tag - und a…

Heilung = Erleuchtung (Teil II)

Sicher ist es verfehlt, zu behaupten, dass der buddhistische Weg zur Erleuchtung nichts weiter als Heilung bedeutet. Das sicher nicht. Doch meiner Meinung nach geht Erleuchtung nicht ohne Heilung.

Wenn ich daher einen buddhistischen Lehrer sagen höre, dass Heilung nichts mit dem Weg zur Erleuchtung zu tun hat, glaube ich ihm nicht. Ich gehe aber mit ihm konform, wenn er erläutert, dass wir - mit einer Mahayana-Motivation - mehr im Sinn haben, als uns selbst in Ordnung zu bringen.

Der buddhistische Weg handelt nicht vom persönlichen Glück und Frieden, sondern davon, dass wir irgendwann, wenn wir sorgfältig genug den Pfad beschritten und gemeistert haben, nicht anders können, als uns nicht nur um die vielen anderen Wesen Gedanken zu machen. Nein, viel mehr noch: Irgendwann kommen wir an den Punkt, wo wir nichts mehr wollen als für diese Wesen zu sorgen und um ihr Wohl willen einfach unser individuelles Glück preiszugeben.


Irgendwann auf dem Pfad des Bodhisattva, nehmen wir jede Mengen Mü…