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Es werden Posts vom August, 2014 angezeigt.

Helfersyndrom

Vieles, was mich innerlich bewegt, bewegt mich nur deshalb, weil es mich zutiefst und ganz persönlich betrifft. Ein Teil meines Weges führte mich in Bereiche, von denen ich niemals erwartet hätte, sie kennenzulernen. Doch schaue ich heute zurück, so spüre und begreife ich, dass ich es dennoch wollte. Weil mein Herz gewisse Antworten mit aller Macht suchte, mit der Macht meines Willens, schmerzhaft erfahrener Ohnmacht entkommen zu können.

Ich wollte etwas gut machen, dem ich selbst einst hilflos ausgeliefert war. Ich wollte etwas in Ordnung bringen, wollte jemandem Halt und Schutz geben, dem ich sie in einem Moment schlimmster Not nicht geben konnte. Und mich allein in diesem starken Wunsch anzunehmen und zu verstehen, kostete mich etliche Jahre.


Ich spüre, dass nun der gute Moment gekommen ist, in dem mein Herz Ruhe findet. Diesen Wunsch habe ich verwirklicht und bin für ihn weit über alles mir Vorstellbare hinaus gegangen.

Und nun naht eine neue Zeit. Eine Phase, in der ich nun mit d…

Der schale Geschmack kalten Kaffees

Ich mag nicht ständig von Erfolg sprechen und schreiben. Im Gegenteil: Die wichtigsten Zeiten, die mir deutlichsten Fortschritt brachten, waren stets die, in denen ich mir Schwächen erlaubte.

Früher war ich sehr diszipliniert. Eigentlich ist Disziplin deutlich das falsche Wort für mich. Vielmehr stand ich stets mit der Peitsche hinter mir und ließ mir keine einzige Unachtsamkeit durchgehen. Ich erinnere mich gut daran, dass ich eines Nachts panisch erwachte, weil ich am Abend so erschöpft gewesen war, dass ich einen Teil meiner spirituellen Praxis nicht durchgeführt hatte, zu dem ich mich verpflichtet sah. Es war die innere Hölle für mich. Ich hatte die Praxis vollkommen vergessen. Mit anderen Worten: Ich war sehr, sehr streng mit mir und meiner inneren Bulldogge sehr hörig.

Heute finde ich es in gleichem  Maße wichtig, mir Phasen der Schwäche einzuräumen. In denen ich diese Anzeichen, erschöpft, deprimiert und kraftlos zu sein, sich zeigen lasse. In denen ich diesen inneren Zustände…

Die Brücke

In esoterischen Kreisen wird oft davon gesprochen, dass wir eine Brücke schlagen sollen, zum Licht. Dies transportierte für mich immer die Vorstellung, dass wir uns den lichtvollen Himmeln entgegen strecken sollen und damit von der Dunkelheit des hiesigen Daseins weg bewegen. Viele spirituelle Menschen wirken auch oft irgendwie dieser Welt entrückt.

Vielleicht konnte ich mich deshalb viel stärker mit dem verbinden, was der Buddhismus lehrt. Für mich geht es im Buddhismus stets darum, das Heilsame und Lichtvolle zu mir zu holen. Und indem ich mich selbst damit wieder und wieder verbinde, manifestiert es sich in diesem, jetzigen, Körper-Geist-Gefüge, das ich im Moment bin. Und durch mein tägliches Wirken und Handeln verbindet sich das Licht auch mit dieser Welt und dem, was wir aus ihr gemacht haben.

Will ich eine Brücke sein, so muss ich mich auch auf diese Welt mit allen Fehlentwicklungen, Unmenschlichkeiten und Egoismen einlassen. Erst dann wird das Licht, was ich in mir zu manifesti…

Schuster, bleib bei deinen Leisten!

Zum kleinen zwischenmenschlichen (und nicht einmal spirituellen) Einmaleins gehört für mich, dass ich nicht über das Leben anderer urteile. Selbst wenn ich zu dem, was andere so mit ihrem Leben machen, meine Gedanken habe und auch das eine oder andere nicht verstehe, achte ich darauf, mich nicht einzumischen. Und schon gar nicht hinter ihrem Rücken schlecht über sie zu reden.

Erlaubt ist, sich mit anderen Personen auszutauschen, im Vertrauen. Dies ist sogar wichtig, um gegebenenfalls an der eigenen Einstellung gegenüber der anderen Person zu arbeiten und einen anderen Blickwinkel zu erhalten. Im Vertrauen meint aber, dass das ganze nicht dazu dient, über diese Person, mit der ich eventuell nicht klar komme, eine schlechte Stimmung zu verbreiten.

Niemandem steht es zu, über dich oder mich zu urteilen, weil unsere Seele, die Psyche und die Ereignisse des Lebens zu komplex sind, als dass alles nach ein und demselben Schema ablaufen könnte. Und viele Verhaltensweisen und Lebensweisen ent…

Aus Liebe

Uns verändern, uns neuen Bedingungen, Umständen und Wesen, denen wir begegnen, zuzuwenden, uns zu öffnen, Neues willkommen heißen ... Alles das tun wir nicht nur aus der Not heraus, sondern vor allem aus Liebe.

Ich erwähnte schon, dass unser Leben diese Liebe von uns will und und dass das Leben es ist, was uns mit sich zieht, um uns dieser Liebe zu öffnen. Ich schrieb von dem natürlichen Flussbett, in das diese Liebe sich schmiegen möchte und uns mit uns nehmen will, zu allem, was wir bisher noch nicht kennen.

In allem, was auch Religionen ursprünglich anstrebten, wohnt diese Liebe. Die Liebe zum Wohlergehen von allem, was lebt. Im Christentum wird vom Bewahren der Schöpfung gesprochen, im Buddhismus eben vom Wohle aller Wesen. Überall schlägt das Herz für die Liebe und genau von uns Menschen, die so viel positiven Einfluss nehmen können, fordert sie wieder und wieder, über altbekannte Grenzen bewusst und klaren Wunsches hinauszugehen.

Wir Menschen haben hier, in dieser materiell sic…