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Es werden Posts vom Juni, 2014 angezeigt.

Unerschütterliches Vertrauen

Es gab eine Zeit in meinem Leben, da war ich dessen, was ich lebte und wie ich lebte, komplett überdrüssig. Dies war der Moment, in dem ich mir selbst ein Versprechen abgab. Ich versprach, ab sofort nur noch den Hinweisen meines Herzens zu folgen und dass ich nur das tun würde, was sich im Herzen richtig anfühlt.

Über Jahre hatte ich den Eindruck, dass ich damit die größte Katastrophe meines Lebens los getreten hatte. Es hagelte nur so an Schwierigkeiten, die aus diesen Entscheidungen entstanden und ich hatte lange Zeit sehr viele Ängste, die durch diese Entscheidungen an die Oberfläche gespült wurden.


Doch als ich damals diesen Entschluss fasste, so tat ich es aus Liebe zur Buddha-Natur. Ich spürte so tief und innig in mir, dass mein Leben von faulen Kompromissen und endlosem Misstrauen mir selbst gegenüber durchzogen war, dass ich so einfach nicht mehr leben konnte und wollte. Und damals rezitierte ich sehr oft das Bereinigungs-Mantra von Vajrasattva.
Ich meine, mich zu erinnern, d…

Wunsch vs. Realität?

Manches spricht sich herum. Obwohl ich, nach der Anzahl der Klicks und Leser dieses Blogs geurteilt, glaube, dass ich kaum gelesen werde, beobachte ich jedoch schon länger, dass der Geist meiner Beiträge sich fortträgt. Wie auch immer - es mag einem Mysterium gleichen. Doch ich vertraue fest darauf, dass das klar formulierte, dem Herzen entnommene Wort Kraft hat.

Ich habe schon öfters ein paar Streitgespräche darüber geführt, mit meiner besten Freundin, ob es schlau ist, dass ich so öffentlich schreibe. Sehr oft regt sie mich dazu an, lieber ein Buch zu schreiben. Doch es gibt mehrere Gründe, warum ich das nicht tue
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Der fadenscheinigste Grund dafür ist, dass mich der Gedanke an ein Buchprojekt abschreckt. Da ich spontan schreibe, habe ich keinerlei Vorstellung davon, systematisch an einem Schreibprojekt zu arbeiten und hege das Vorurteil, dass es ermüdend wäre und für mich nicht machbar. Dabei lasse ich ganz klar unter den Tisch fallen, dass ich dennoch von Herzen gern ein Buch schre…

Wer wärest du, wenn...?

Die lange Zeit,  in der ich diesen Lotus noch am Leben und mit mir in eine neue Existenz gewandert glaubte, erwartete ich, dass alles so weiter gehen würde. Dass ich Anschluss finden würde. Dass es dort weiter gehen würde - nur besser - wo das letzte Leben geendet hatte. Es kostete mich eine harte Zeit, viele Jahre, um zu begreifen, dass ich einem Mythos erlegen war. Der Mythos, dass es immer weiter gehe.

Obwohl das letzte Leben so viele Zeichen auf brutalste Art und Weise sendete, dass ab sofort nichts mehr so sein würde, wie früher, hat sich etwas in mir lange Zeit geweigert, das als wahr anzunehmen.

Heute weiß ich, dass der unwiderbringliche Untergang des Alten richtig ist. Niemanden nützt es, krampfhaft an etwas festzuhalten, wofür die rechte Grundlage nicht mehr gegeben ist. Allen nützt es, sich mit den neuen Grundlagen vertraut zu machen und nach vorn zu schauen.
So schälte ich von mir ab, was da mit großer Verbissenheit, mit Panik, mit dem Schmerz der Erinnerung an wahres Glüc…

Der Moment des Vergessens

Liebe Gefährten, 
in dem Moment, als ich diesen letzten Schritt über die Schwelle trat, hinüber in jenes Land, vor dessen Toren der treue Wächter mich und Euch alle grüßte, setzte das Vergessen ein. Schleichend war der Prozess und erfasste zuerst die unbewussten Tiefen meines Wesens, sodass ich nicht bemerkte, was geschah.

Es war, als wäre mit dem Übertreten der Schwelle ein Wind aufgekommen. Er tönte und rauschte, hier oben in den würdevollen Bergen, nahm allmählich an Stärke auf - und zugleich war es, als sei ich in eine dunkle, warme, geborgene Stille getreten. Ich bemerkte nicht, dass der Wind in meinem Inneren zu klingen begann, dass er mit sich nahm, was in mir sich über Jahrhunderte gesammelt hatte, und meinem Herzen zutrieb.


Aus allen Ecken meines Wesens kehrte er meine Erfahrungen hervor und schemenhaft wabernd nahm ich Bilder und Empfindungen wahr. Dass ich in diesem Moment ganz mit mir und bei mir war, schlussfolgerte ich nur irgendwann, als ich merkte, dass ich allein war. …