Über alle Logik hinaus, mitten ins Herz

Manche Momente unterschätzen wir, nur, weil wir sie nicht fühlen. Manche Ereignisse sind wichtiger und prägender für uns, als wir urteilen. Manche Entwicklungen, die sich aus einer in einem Moment getroffenen Entscheidung heraus ereignen, haben wir nicht voraus gesehen.

Außerdem gibt es Zeiten, in denen sich entscheidende Momente häufen, wo es notwendig und richtig ist, klare und wache Entscheidungen aus dem Herzen zu treffen, um Entwicklungen in Tragweiten anzustoßen, von denen wir heute keine Ahnung haben. Und ich fühle, genau jetzt sind wir in einem solchen Zeitfenster.


Als ich vor zwölf Jahren einige absurde, nicht logisch begründbare Entscheidungen traf, hatte ich eine klare Motivation und große innere Entschlossenheit, mein Leben rigoros in eine neue Richtung zu lenken. Und damals stellte ich mir diese Richtung vor, in vielfältigen Details und Farben. Unser Geist kann es nicht lassen, sich etwas auszumalen, auf das er hinstrebt. Und erst im Verlaufe der Jahre lernte ich, diese Ideen und Vorannahmen nicht auf die Goldwaage zu legen.

Nichts von meinen Vorstellungen hat sich nur ansatzweise so erfüllt, wie ich sie mir damals erdachte. Und dies zuzulassen, ist entscheidend dafür, trotzdem rigorose Entscheidungen zu treffen.

Damals betrat ich voller Herzblut einen Pfad ohne Umkehr. Und dies ist das einzige, was bis heute andauert. Alle Ereignisse auf diesem Pfad waren unverhofft, manchmal schockierend, seltener wirklich schön, aber tausendfach lehrreich. Und was ich lernte, drehte sich immer um mich und mein Potential.

Ich irrte mich stets über mich. Immer wieder neu und auf vielfältige Weise. Doch vertraute ich auf etwas. Und daher ging ich weiter und weiter, ohne umzukehren. Manchmal blieb ich kurzzeitig stecken. Doch nur, um beim erneuten Aufbruch mit eingangs erwähnter Entschlossenheit weiterzugehen.

Die Reise, von der ich spreche, nenne ich Reise, weil ich immer in Bewegung bin -  innerlich, geistig, mich weiter entwickelnd. Doch kennt diese Reise kein konkretes Ziel. Denn mir Gedanken über Ziele zu machen, oder über Zwischenstationen, und diese eventuell genauer auszumalen, während ich zu ihnen auf dem Weg war - das hat mir nicht gut getan.

Unser Geist geht stets vom Bekannten aus. Will ich innerlich wachsen, so geht das nur, wenn ich das Unbekannte in mein Leben lasse. Und demnach kann kaum eine meiner Mutmaßungen den Ereignissen gerecht werden, die ich hege, während ich unterwegs bin. Träfe ich tatsächlich das aus dem Altbekannten Geschlussfolgerte unterwegs, verbliebe ich in meiner alten Lebenssphäre und drehte mich immer nur um das, was ich bereits kenne.

Die Reise war dick gepflastert mit Abenteuern. Und durch sie führte mich der Kern meines Vertrauens: Dass ich durch und durch gut und vor allem gut motiviert bin. Und die Gewissheit darüber, dass daraus letztendlich nur Gutes entstehen wird. Denn der Apfel fällt nicht weit vom Stamm seines Apfelbaumes. Und die Samen in seiner Mitte werden immer nur neue Apfelbäume gebären. So will es das Gesetz.

Vielleicht ist dieses Vertrauen das gewesen, was mich stark genug gemacht hat, selbst über die absurdesten Situationen, die sich für meinen logischen Verstand ergaben, hinauszugehen. Wahrscheinlich bin ich deswegen noch hier, schreibend, während ich mir gewiss bin, dass viele dem nicht folgen können, worüber ich berichte. Jedenfalls nicht mit ihrem alltäglichen Verstand.

Doch sehr wohl mit ihrem Herzen, was so unglaublich flexibel, anpassungsfähig und umarmungswillig ist, egal, was auch immer uns im Laufe des Lebens geschehen mag. Mich auf diese Liebesfähigkeit meines innersten Kern verlassend, ging die Reise immer weiter. Und sie wird immer weiter gehen, selbst wenn nichts, von dem ich dachte, dass es sich ergeben würde, je wahr geworden ist.

Das ist die Kraft des Lebens in uns, die ich Herzensliebe nenne. Sie wächst stets über alle Kapazität unseres so genannten Großhirns hinaus und macht Frieden mit allem, was wir als ergebene Schüler auf der Schulbank selbst während des Lesens kühnster Heldensagen nicht für wirklich erachtet haben.

Bemerktest du je diese phantastische Fähigkeit deines Herzens?


Du wirst sie brauchen, du musst sie gebrauchen, wenn du dein wahres Potential so schnell wie möglich gut motiviert entfalten möchtest. Und darum schreibe ich hier. An irgendeinem Punkt auf dieser Reise spielt nicht derjenige mehr eine Rolle, der nicht folgen kann. Sondern allein derjenige, der folgt, wenn du schon glaubst, alle verlassen zu haben. Auf diese Herzensseele voller Liebe allein kommt es an. Und darum schreibe ich weiter und weiter. Deswegen reise ich weiter und weiter.

Am Anfang meiner Reise quälten mich tagtäglich die Gedanken, wie viele mich wohl für verrückt halten würden. Jetzt, mitten im Geschehen und einigermaßen geübt im reisen, schert mich dies keinen Deut mehr. Es kommt mir allein auf die mit mir schwingenden Herzen an. Und viele Herzen schwingen darunter mit, die keine gute Verbindung zu ihrem Verstand haben. Sie spüren das Wahrhaftige, obwohl sie es nicht benennen können.

Und wenn du eines solchen Herzens bist, lade ich dich weiterhin ein, mit mir zu sein.

Warum ich heute scheinbar so wirres Zeug schreibe? Weil es Zeit ist, für dich Entscheidungen zu treffen. Für das Absurde, Unvorhersehbare, kaum Vorstellbare und doch Reale. Für das anschmiegsam Warme, Gütige, Heilsbringende und Liebende in dir, was nicht mehr interessiert daran ist, wie wahrscheinlich ein Geschehen ist, als vielmehr, dass es möglichst vielen Mitreisenden gut geht. Und du gibst alles dafür, dass alle haben, was sie brauchen. Nur so bringt dein Reisen Gelingen. Gelingen und Momente des Glücks, für dich und andere.

Ich habe einige Entwicklungen mir nicht vorstellen können, aber tief im innersten Wesenskern meines Herzens immer geahnt. Nicht konkret umrissen geahnt, jedoch hatte ich immer ein Gespür für die Richtung: Jenes Ziehen im Herzen, das mich irgendwohin, in eine bestimmte Bahn getrieben hat. Was mich zwang, bestimmte Dinge zu tun und eine bestimmte Entscheidung zu treffen, ohne erklären zu können, wieso. Irgendwann im Laufe der Zeit haben diese sich als richtig und nutzbringend erwiesen.

Mich ganz von der strukturierten Regelungen unseres westlichen Alltags in Sachen Entscheidungsfindung zu lösen, hat mir über lange Zeit viele Angstzustände beschert. Dass ich nicht erklären konnte, warum ich etwas so - und nicht anders - wollte, hat mich permanent unter Stress gesetzt.

Das machte mir bewusst, wie stark wir unter einem inneren Zwang stehen, nur das Erklärbare als ehrenwert, aufrichtig und anständig zu erachten. Manches Mal gerate ich noch in diese Panik und brauche meine volle Achtsamkeit, um mich davon nicht in ein inneres Gefängnis der logisch eruierten Vorplanung zu sperren. Ich habe Jahre verbracht, dies zu trainieren, weil ich so genau spürte, dass alles andere die sprachlosen Impulse meines Herzens ersticken musste.

Manchmal waren Entscheidungen dabei, die andere in Mitleidenschaft zogen. Und etliche Entscheidungen werden dies noch tun, die ich in diesem Leben noch treffen werde.

Doch ich bestehe darauf, dass mir dafür trotzdem zugestanden wird, dass ich weiß, was ich tue. Trotzdessen, dass ich es nicht verbal begründen kann. Denn die gefühlte Richtung und die gefühlte Notwendigkeit, so — und nicht anders - zu entscheiden, hat es verdient, als gleichwertig zum logischen Verstand betrachtet zu werden. Ja. Ich bestehe darauf.
Ob dies verrückt ist oder verrückt wäre, das zu beurteilen steht niemandem anderen, als mir selbst zu. 
Alle diejenigen, die die Sprache und der Logik als letzte Instanz ihrer Entscheidungsfindung zulassen, haben den größten Teil ihres Potentials schon als tot und unsignifikant aus ihrem Leben ausgeplant. Dieser Sprach- und Logikanteil bleibt nur die Spitze des Eisberges, der aus dem Wasser heraus schaut. Und wer ist mit diesem kleinen Anteil seines großherzigen und tiefgründigen Wesens denn nun wirklich zufrieden?

Ich bin es nicht. Ich war es nie und werde es nicht sein. Diese Sicht ist mir bereits vor Jahren zu eng geworden. Und daher beschloss ich, zu reisen.

Auch wenn ich hier und da in Rätseln sprechen mag, für den einen oder anderen Leser, sehe ich die Notwendigkeit, zu sprechen, um auf dieses große und großzügige Wesen zu verweisen, dass jeder von uns in Wahrheit ist.


Und dass du dich ganz groß machst und die Flügel ausbreitest und einmal ganz und gar vergisst, was du gewöhnlich über dich und dein bisheriges - und damit auch zukünftiges - Leben urteilst, ist wirklich wichtig. Nur dann wirst du in den nächsten Wochen richtige Entscheidungen treffen! Entscheidungen, die notwendig sind, damit auch andere die Herzensgröße erreichen können, die ihnen zusteht.

Bitte, sei dir gewiss, dass du keine Ausnahme bist und dass ich auf dich zähle. Und hunderte andere zählen auf mich. Und hinter jedem von ihnen stehen wiederum Wesen, die auf diese Hundert zählen. Wir alle sind miteinander verknüpft und wenn du dich durch richtige Entscheidungen zu deiner wahren Herzensgröße erhebst, so gibst du damit Tausenden von Wesen die Erlaubnis, es dir gleich zu tun. Du ermutigst sie, dass es sich lohnt, die Flügel in voller Spannbreite auszubreiten. Und so, wie ich, die Mantel aus Schatten und Schleiern fallen zu lassen.

Jeder, der sich selbst und anderen ein liebevolles, weises - nur manchmal verschleiertes - Herz zutraut, ist auf der Reise.


Urteile nicht über dich, ob du verrückt oder normal, fähig oder unfähig, gut oder schlecht bist: Sobald du auch nur einen Hauch von etwas Gutem in dir spürst und für erstrebenswert erachtest, so widme dich diesem einen Hauch, der sich aus deinem Herzen erhebt. Lass diesen leisen Hauch dir liebevoll die Richtung weisen.


Ja, da kommen jede Menge Unwägbarkeiten auf dich zu...

Doch wer, wenn nicht du?
Wann, wenn nicht jetzt?
Und wenn du es nur für dich tust - wer bist du dann?

Ich wünsche dir eine großmütige, lebensvolle und herzensgütige Reise. Sei es die vermeintliche Reise zu dir selbst, die letztlich immer bei allen anderen endet. Oder sei es einfach nur eine Reise. Ich wünsche dir eine gute Reise.

Wir alle brauchen dich. Ich brauche dich. Und du dich auch.

Also entscheide.








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