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Es werden Posts vom März, 2014 angezeigt.

Kein Entkommen

Nicht mehr entkommen zu wollen, ist für mich die wichtigste Übung, um im Hier und Jetzt zu sein. Und es gibt viele offensichtlich und subtile Arten, es wieder und wieder zu versuchen. Selbst, wenn ich denke, dass ich mir keinen Ausweg suche, tue ich es oft.

Zuerst sei festgehalten, dass es menschlich ist, wenn nicht gar universal, dem, was als unangenehm wahrgenommen wird, zu entkommen. Oft ist es gesund und richtig, beschwerlichen Situationen den Rücken zu kehren. Und niemals würde ich jemandem empfehlen, in einer unangenehmen Situation zu bleiben, die für ihn oder andere schädlich ist. Das ist ganz selbstverständlich.

Es gibt aber auch eine Suche nach einem Ausweg, nach einem stillen, bequemen und den eigenen Vorstellungen und Wünschen entsprechenden Ort, der mit der eigenen Komfortzone zu tun hat. Jene Zone, in der alles kalkulierbar, abschätzbar, festgelegt und in ganz spezifischer Ego-Manier "stimmig" und "harmonisch" ist. Manch einer nimmt dafür sogar gewisse…

Bedürfnisse und Spiritualität in Balance?

Wer nicht mit dem sprichwörtlichen goldenen Löffel im Mund geboren wurde, hat es nicht immer leicht, eine Balance in seinen Bedürfnissen zu finden. Ich zum Beispiel lebe allein und sinke manche Tage einfach nur erschöpft zusammen und schaffe es nicht, mich um alle notwendigen Erledigungen zu kümmern. Und alles, was liegen bleibt, wartet auf mich, bis ich es an meinen freien Tagen in Ordnung bringen kann.

Die Zeiten haben sich dahingehend geändert, dass wir nicht mehr in Großfamilien leben - und damit in sozialen Verbänden, die sich gegenseitig in alltäglichen Fragen unterstützen. Viel mehr Menschen leben als Single, so, wie ich auch.

Letztlich bedeutet das, dass ich mich um jedes meiner Bedürfnisse selbst kümmern muss. Das fängt bei der elementaren Fürsorge für meinen Körper, also meine Grundbedürfnisse an, geht über Sicherheit, Lebensunterhalt und soziale Einbindung bis hin zu individueller Freiheit und letztlich zum Bedürfnis nach spiritueller Selbstverwirklichung. Vielleicht ist d…

Die Kathedrale des Einhorns

Etliche Monate, wenn nicht inzwischen Jahre ist es schon her, dass ich von der Kathedrale des Einhorns träumte. Es war einer von diesen Träumen, die eine Spur von Wahrhaftigkeit hinterlassen, wenn man aus ihnen aufwacht.

Mit Einhörnern hatte ich bis dato nicht viel zu tun, bis auf die nebenbei aufgeschnappte Kenntnis, dass dieses Fabeltier in Europa ursprünglich aus der griechischen Mythologie bekannt ist. Doch auch in der indischen und persischen Mythologie wird es erwähnt und dabei stets in Verbindung mit dem Guten gebracht. Es soll in Freundschaft mit den Elfenvölkern leben und in Vollmondnächten ihren Tänzen beiwohnen. Einhörner werden auch "das Auge Gottes" genannt.


In meinem Traum tauchte das Einhorn nicht bildlich oder als lebendiges Wesen auf. Doch ich träumte von einem Ort, der zutiefst mein Ort war. Von einem Raum, den ich zur Verfügung stellte, für Menschen - oder Seelen, die Zuflucht und eine Auszeit suchen. Eine Auszeit von allen ihren Ämtern, Verpflichtungen und…

Vom Wert der inneren Freiheit

Wahrscheinlich wird das jeder von Euch kennen: An manchen Tagen scheint unser Leben und unser Schicksal einen übermäßig starken Zwang auf uns auszuüben, sodass wir daran zweifeln, dieses nach unseren Herzenswünschen gestalten zu können. Der einmal gewählte oder auf gut Glück erhaltene Job wird plötzlich als Falle empfunden und unausweichlich den Rest des Lebens zu determinieren. 

Welches Unternehmen hat schon Lust auf Quereinsteiger, die keinerlei Vorwissen auf die angebotene Position mitbringen? So ist es nicht leicht, wenn nicht gar unmöglich, etwas Neues auszuprobieren. Diese unsichtbare Last, in ein bestimmtes Muster und das immer gleiche Fahrwasser gezwungen zu werden, kann einen schon arg deprimieren.

Manches Mal fügen wir uns dann einfach in unser Schicksal und die Macht, die unser beruflicher Lebenslauf auf uns ausübt. Und das wirkt sich nicht selten nachteilig auf unsere tägliche Arbeit aus.

Die Frage, die ich mir häufig stelle, ist die nach meiner inneren Freiheit: Was bin …

Die Strahlkraft des Herzens

Seit Januar habe ich in der Arbeit eine neue Aufgabe übernommen. Und wenige Wochen später sagte der Abteilungsleiter zu mir: "Allein deine Anwesenheit wirkt sich bereits positiv aus!" Damit meinte er damals den Einfluss auf meine beiden Kolleginnen, in deren Bund ich nun die Dritte bin. Ich war sehr erstaunt, über diese Aussage und dankbar zugleich, ein solch ermunterndes Feedback zu bekommen.

Ich dachte über diese Worte nach und erinnerte mich, wie lange ich unschlüssig gewesen war, mich überhaupt auf diese Position zu bewerben. So, wie das Team auf mich gewirkt hatte, wusste ich nicht, ob ich da hinein passen würde. Letztlich siegte die innere Gewissheit, dass ich dringend eine Veränderung brauchte und ich bewarb mich um die Position - und heute weiß ich: Es war genau richtig.

Was ich in allen meinen Vorannahmen über den neuen Aufgabenbereich nicht bedacht hatte, spiegelt sich in den Worten meines Chefs: Allein meine Anwesenheit wirkt sich aus. Da muss ich noch gar nicht…