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Es werden Posts vom Januar, 2014 angezeigt.

Über die Effizienz, mit Herzblut zu handeln

Ich bin ein großer Fan von Qualität. Qualität steht bei mir an erster Stelle und irgendwann danach kommt Quantität. Und das in allen Lebenslagen.

Daher könnte der eine oder andere meinen, eine Praxis, bei der es um das Ansammeln einer gewissen Anzahl von Mantras geht, ist für mich nicht die Richtige.

Falsch läge jemand, der glaubt, dass es bei der buddhistischen Mantrapraxis um Quantität geht. Dann wäre der Vajrayana-Buddhismus nichts für mich. Tatsächlich geht es bei dieser Praxis nämlich auch um Qualität. Das zahlreiche Ansammeln von Mantras wird oft erwähnt - das wäre dann Quantität. Doch tatsächlich ist bei dieser Praxis nicht das Ansammeln der Mantras das Ziel. Sondern das Sprechen von Mantras fließt dann in die Praxis ein, wenn der Übende nicht mehr fokussiert und konzentriert auf "den Rest" ist. Daher habe ich schon seit Jahren aufgehört, die Anzahl der Mantras irgendwo aufzuschreiben.

Denn "der Rest" ist das Wesentliche und Eigentliche. Hier geht es darum,…

Die Wilde Herde sammelt sich ...

Ich wollte wissen, wie es um die Ankunft meines schwarzen Pferdes steht und ob die Zeit zum Aufbruch gekommen ist. Also schloss ich die Augen und begab mich in die Steppe, an jenen Platz, an dem ich vor wenigen Monaten mein Lager aufschlug, um auf das Pferd zu warten.

Dort hatte ich die letzten Wochen hindurch ausgeharrt, meditiert, gelauscht, bereinigt und Abschied genommen. Und als ich jetzt mit meinem Tagesbewusstsein die Lage checke, sehe ich mein schwarzes Pferd friedlich grasen, zusammen mit vielen anderen Pferden. Überrascht bin ich, dass es schon da ist.

Inmitten einer ganzen Herde sitze ich da und weiß auf einmal, was dies bedeutet: Ich werde diesmal nicht allein reisen. Ich warte dort darauf, dass die anderen Reisenden eintreffen. Ihre Pferde sind gemeinsam mit meinem bereits eingetroffen, doch die Reiter lassen noch ein wenig auf sich warten.

Vielleicht zögern sie. Wahrscheinlich zweifeln sie. Das kann ich ihnen nicht verdenken. Es ist nicht leicht, Vertrautes aufzugeben u…

Der Zauber des ursprünglichen Herzens

Draußen will es nicht Winter werden. Zwar lag heute Morgen alles unter Raureif, doch ob Schnee und Kälte uns demnächst wirklich erreichen, wussten die Meteorologen gestern Abend noch nicht sicher zu sagen.

Ich vermisse den Winter. Ich mag Schnee und die Stille, die er über die Landschaft legt. Vor fünfundzwanzig Jahren kroch ich des Morgens von meinem dicken Schaffell und aus dem Federbett darüber, um fröstelnd in meinem unbeheizten Zimmer ein Loch in die Eisblumen an meinem Fenster zu hauchen. Ich blinzelte dann einäugig durch dieses kleine Loch nach draußen, um freudig den Neuschnee und den Tag zu begrüßen ...

Vorbei ist diese Zeit. Und wer weiß, ob sie jemals nochmals wieder kommt. Ich vergegenwärtige mir in den letzten Tagen sehr genau dasjenige, was vorbei ist.

Einiges davon ist gut, dass es vorbei ist: Inzwischen weiß ich beheizte Zimmer durchaus zu schätzen! ;-) Doch der Zauber des Winters ist, seitdem ich alle Vorzüge einer modernen, beheizten Wohnung mit fließend Warmwasser …

Bei Anbruch der Morgenröte

Während der Reise, die ich sattel- und gepäcklos auf meinem schwarzen Pferd antreten werde, werde ich mich regelmäßig vergewissern, dass dies auch so bleibt: Unnötiges Gepäck, was meine Kräfte einschränkt und die Geschwindigkeit verlangsamt, werde ich wieder und wieder zurücklassen. Dies grenzt den Hort meiner Energien und meiner inneren Ausrichtung (Motivation) ein und verhindert so, dass Kräfte sich zerstreuen und ich den Grund und das Ziel meiner Reise aus den Augen verliere.

Ich verzichte schon seit Jahren auf Etliches, obwohl ich als buddhistischer Laie ein normales, weltliches Leben führe. In meinem Alltag und meinem Zuhause läuft vieles weder rund, noch perfekt. Vieles bleibt liegen, weil ich den Bedürfnissen meines Herzens und der anderer Wesen Herzen zu folgen, tiefer verpflichtet war. Für alles Weitere hatte ich kaum Energie und Zeit übrig.

Da ich mich aber entschlossen habe, zu reisen, werde ich nun vernünftig sein. Und Anfängergeist entwickeln, was alles Liegengebliebene, a…

Du musst...! Du sollst...!? - Nein, danke.

Während der letzten Wochen des alten Jahres geisterte mir mein Überdruss schon durch die Knochen und Eingeweide. Meistens warte ich ein wenig ab, um herauszufinden, ob der Überdruss aus einer Laune heraus entsteht und dann wieder verschwindet. Doch wenn er bleibt, so wird es Zeit, etwas zur Sprache zu bringen.

So beginne ich das neue Jahr mit einer Absage. Eine Absage an alles und jeden, der mir aufzwingen möchte, was ich tun muss oder soll. Zum Beispiel, um ein guter und richtiger Buddhist zu sein. Oder ein echter Freund. Oder in meinem Job diejenige, die es richtig macht.

Ich nehme gerne Einladungen an, wenn ich spüre, dass sie offen sind und für mich nicht insgeheim schon eine Schublade oder ein Nest bereitet haben, wohin ich gesteckt werde. Wo ich, kaum, dass sich die Tür desjenigen hinter mir geschlossen hat, in dessen Haus ich freien Willens gekommen bin, schon von Erwartungen und vorgefertigten Meinungen erdrosselt werde.

Das schließt ein, dass ich nicht immer nett sein werde…