Das, was ich liebe ...

Das, was ich liebe, könnte ich niemals aufgeben. Selbst, wenn ich Schmerzen empfinde, weil der Gegenstand meiner Liebe im Moment keine günstigen Bedingungen und Umstände hat, um sich in voller Pracht zu entfalten.

Weil ich liebe, dulde ich den Schmerz.

Weil ich liebe, gebe ich die Hoffnung nicht auf.

Weil ich liebe, halte ich die Augen offen.

Weil ich liebe, suche ich. Ich suche nach Alternativen, gehe vorübergehend Kompromisse ein, nehme Umwege in Kauf, um die bestmöglichen Bedingungen und Umstände zu schaffen. Komme, was wolle.

Würde ich den Schmerz nicht dulden, liebte ich nicht.

Gäbe ich auf, liebte ich nicht.

Verschlösse ich die Augen, liebte ich nicht.

Denn jemand, der liebt, gibt niemals auf.

Mir ist wichtig, dass du weißt, dass wahre Liebe so beschaffen ist. Sie ist die Kraft, die Leben findet, wo alles unwirtlich scheint. Sie ist die Kraft, die ein Licht anzündet und bewahrt, wo es dunkel ist. Sie ist die Kraft, die unzerstörbar ist und alles überwindet.

Wenn die Liebe einmal in deinem Herzen erwacht ist, wird sie dich über alle Grenzen treiben. Und wenn sie in deinem Herzen erwacht ist, wird dein Leben eine ganz eigene Dynamik entwickeln. Dann sind die Zeiten ein für allemal vorbei, wo du noch rational nach Plan vorgehen wirst.

Dass ich nach zwölf Jahren in meiner inneren Ausrichtung mein Leben erneut komplett über den Haufen schmeiße, geschieht aus Liebe. Lieber passe ich mich den Notwendigkeiten des Lebens an, als dass ich meine Liebe aufgäbe. Und selbst, wenn Veränderungen von mir logisch fordern, diese innere Richtung neu zu justieren, treffe ich meine Entscheidung aufgrund meiner Liebe - und nicht nach Plan.

In der ersten Betrachtung des Neuen, das auf mich wartet, scheint mich mein Weg von dem, was ich liebe, wegzuführen. Doch da ein direkter Weg hin zu den besten Bedingungen und Umständen für den Gegenstand meiner Liebe mir verschlossen ist, akzeptiere ich diese Richtung. Denn in diesem Umweg keimt für mich mehr Hoffnung für meine Liebe, als wenn ich beständig wie festgenagelt vor verschlossenen Türen zu stehen.

Ich lasse also los, was ich einst zu erlangen strebte, in der Hoffnung, dass mir das dafür Notwendige am Rand meines Weges dennoch in die Hände fällt. Ich akzeptiere, dass vor Erfüllung meiner Herzensvision noch etwas anderes auf mich wartet.

Ja, die Möglichkeit besteht, dass dies noch öfter geschehen wird: Eigentlich will ich dies, doch stattdessen bleibt mir nur etwas anderes. Doch auch das werte ich in meinen Inneren um, zu einer notwendigen Etappe hin zum Gedeihen meiner Liebe.

So vieles im Leben kann diesen Anschein erwecken, dass es nichts mit Liebe zu tun hat. Am Ende tut es das aber doch. So oft können wir uns täuschen, weil wir zu oberflächlich urteilen. Doch die wahre Liebe in unserem Herzen urteilt nie vorschnell. Liebe sucht und Liebe findet stets das, was am Ende eben doch auf sie hoffen lässt.

Das, was ich liebe, kann ich niemals aufgeben, weil es mein Leben ist. Das, was ich liebe, definiert mein Leben. Und das, was ich unternehme, um diese Liebe zu verwirklichen, ebenfalls.

So sei dir gewiss, dass es meine Herzensangelegenheit ist, alles im Leben aus meiner großen Liebe heraus zu tun. Deshalb werde ich niemals aufgeben.

Ich werde nicht aufgeben, selbst wenn ich manchmal enttäuscht, entsetzt, betroffen, wütend und traurig bin. Weil die Möglichkeiten, die ich sah und die Wege, die ich erhoffte, verschlossen sind.

Ich trauere dann ein wenig, nur um mich danach wieder gerade aufzurichten. Um dann zu sagen: Jetzt erst recht! Jetzt müssen andere Möglichkeiten und Wege her.

Meine Liebe werde ich niemals aufgeben.

Egal, wie viele Leben es dauert: Das, was ich liebe, werde ich niemals aufgeben.

Die Wahrheit ist: Ich kann es gar nicht aufgeben!

Denn das aufzugeben, was man liebt, bedeutet, das Leben aufzugeben. Und Leben aufgeben kann niemand. Aus der Liebe heraus entsteht es wieder und wieder. Unreflektiert, ungefragt, gänzlich unbegründet und ganz von selbst.





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