Der Moment des Strauchelns

In meinem Leben bin ich schon des Öfteren ins Straucheln geraten: Da ging ich eine zeitlang zielstrebig meines Weges... und plötzlich, beinahe über Nacht, kam mir meine so sicher geglaubte Perspektive abhanden. Unvermittelt war sie nicht mehr da, beinahe so, als hätte ich für einen Augenblick das Bewusstsein verloren oder als sei ein Teil meiner Überzeugungen komplett auf Null zurück gesetzt worden...

In gewisser Weise bin ich wieder hier angekommen, an einem solchen Moment. Dem einen oder anderen aufmerksamen Leser mag das schon aufgefallen sein.

Und solche Momente sind mir schon vertraut: Ganz früher, da endete mein Weg oft sehr schnell und schon eine Hand breit vor meiner Nase. Um ehrlich zu sein, hatte ich oft sogar das Gefühl, geradewegs gegen Wände zu laufen. Egal, was ich versuchte - es ging nicht voran. Ich fand keine Klarheit, keine Erleichterung, keine Erkenntnis, sondern stand mit meiner angeschlagenen Stirn einfach nur mittem im Dunkeln. Das war die Zeit, bevor ich zu meditieren begann - geschätzte 18 Jahre ist das jetzt her.

Dies waren die für mich trübsten und beschämendsten Jahre meines Lebens, denn niemand verstand mich und niemand förderte mich. Manchmal hatte ich den Eindruck, ich wäre ein Außerirdischer und spräche eine intergalaktische, aber hierzulande unbekannte Sprache und als wären meine Bedürfnisse unnormal und unerfüllbar. Was habe ich geweint...

Als ich mich allmählich mit Meditation vertraut machte und mir ein für allemal gesagt hatte: Hilft mir keiner, helfe ich mir eben selbst! Da begann sich etwas zu bewegen - ein herrliches Gefühl. Und nicht nur das: Ich lernte mich endlich selbst kennen und verstehen. Für diesen Job hatte ich bis dahin immer andere zuständig erachtet.

Dass ich spürte, wie ich mich veränderte und auch bemerkte, dass ich mir helfen kann, war toll. Doch in meinen verkorksten Geist und meine damals verworrene Seele zu schauen, war mühsam. Und so endete ich früher oder später dennoch in einer depressiven Phase, in der ich mich überfordert und völlig fehl am Platz und in meinem Leben fühlte. Dann half mir immer das Beten. Wünsche beten. Denn Gottvertrauen hatte ich zum Glück immer.

So erinnere ich mir sehr lebhaft an eine Zeit vor etwas mehr als zwölf Jahren. Jeden Tag schleppte ich mich mit meiner Depression zur Arbeit und saß meine Zeit im Büro irgendwie ab. In stressigen Zeiten dachte ich zum Glück nicht an mein inneres, heulendes Elend. Doch in Momenten der Ruhe, da spürte ich mich und konnte nicht anders, als innere Zwiesprache halten und um Hilfe zu bitten.

An einem Mittag blätterte ich ziellos in einer Tageszeitung, während ich innerlich Zwiesprache hielt und Fragen stellte. Ich fragte, wann ich endlich mit einer Veränderung oder irgendeinem Fingerzeig rechnen könnte, der mir einen Ausweg aus meiner Verzweiflung bot. Mein Blick glitt dabei gerade, völlig unbeteiligt, über Kino-Anzeigen.  

Und in dem Moment, als ich innerlich diese Frage stellte, las ich inmitten einer Anzeige deutlich und klar auf Englisch "The Year of the Horse". 

Ich stutzte, wunderte mich, dass da in deutschen Kinoanzeigen etwas auf Englisch stand, blätterte noch einmal auf die Seite zurück, die ich inzwischen schon umgeschlagen hatte... und fand - nichts! So klar ich diesen englischen Schriftzug noch vor dem inneren Auge sah, so fand ich ihn dennoch nicht in gedruckten Lettern.

Doch ich vergaß diesen Hinweis nicht. Zu eindrücklich war dieses Bild. Und Wochen später fand ich dann heraus, dass das  nächste Jahr, nach dem Tibetischen Kalender das "Wasser-Pferd-Jahr" sein würde. Und dieses Jahr, 2002 - so glaubt mir - war für mich ein Jahr voller persönlicher Veränderungen!

Noch musste ich bis dahin etliche Monate ausharren. Ich erinnere mich, dass ich insbesondere Weihnachten und die Jahreswende 2001 aus lauter Weltschmerz innerhalb einer Woche den "Kleinen Hobbit" und die komplette "Herr der Ringe-Trilogie" gelesen habe. Für mich allein und im dunklen Kämmerlein in völliger Abgeschiedenheit... 

Im Januar 2002, vor dem tibetischen Jahreswechsel, machte ich für 21 Tage ein Retreat. Und allein in diesen drei Wochen ist in mir drin so viel an Veränderungen geschehen, dass das "Wasser-Pferd-Jahr" nicht anders konnte, als, im Nachgang dazu, mein ganzes Leben auf dem Kopf zu stellen.

Im Moment fühle ich mich innerlich viel stärker straucheln, als die zwölf Jahre zuvor. Die vergangenen Jahre waren zwar vollgepackt mit Veränderungen, Fortschritten, Neuerungen, Erkenntnissen und Hinwendung zu anderen, fühlenden Wesen. Doch jetzt gerade betrifft das Gefühl, zu straucheln, nur mich. Nur mich und meinem Empfinden für mich und meine persönliche Entwicklung. Genau wie damals, vor zwölf Jahren.


Und genau, wie damals, kündigt sich wieder ein "Year of the Horse" an... Derjenige, der etwas über den asiatischen Tierkreis weiß, wird vielleicht mitgerechnet haben: Im kommenden Februar, 2014, beginnt das "Holz-Pferd-Jahr" des Tibetischen Kalenders.

Wieder durch einen ähnlichen Hinweis, wie damals in den Kinoanzeigen eines Hamburger Tagesblatts, lief mir nun im Internet diese Information unvermittelt über den Weg. Und ich dachte sofort: Aha! Alles klar...

Ich fühle mich ähnlich elend, wie damals. Irgendwie vollständig an der Grenze meiner ganz persönlichen Möglichkeiten angelangt... An der Grenze des für mich Vorstellbaren oder Denkbaren oder einer auch nur vage gefühlten Gewissheit, wohin meine Reise demnächst geht.

Da wäre eben nur diese Tür... Doch der Rest -  hüllt sich in Schweigen.

Der Unterschied zu 2002 ist vor allem, dass ich diesmal in keinem dreiwöchigen Retreat sein werde, bevor das Jahr des Pferdes beginnt.  Ich werde brav meinen Lebensunterhalt weiterverdienen.

Und was das Straucheln betrifft: So oft es wiederkehrt, muss es wohl einfach sein. Mein Dasein, mein Herz möchte offenbar, dass ich aller zwölf Jahre komplett und kompromisslos den Boden unter den Füßen verliere.

Zwar meditiere ich jetzt 18 Jahre, doch, glaubt mir: Zur Zeit fällt es mir schwer, mich auf mein Kissen zu setzen und dort so lange sitzen zu bleiben, wie es sich eigentlich notwendig an fühlt. Denn ich habe im Augenblick nicht den Eindruck, zu wissen, was ich da tue und wofür das gut ist. Dies ist äußerst irritierend und erfordert neuerlich Geduld und Anfängergeist.

Hals über Kopf versinke ich in diesen nicht zu deutenden, mächtigen Bildern und Empfindungen, die mich nicht einmal mehr die Weite deutlich fühlen lassen, die ich sonst klar in meinem Herzen wahrnehmen kann. In meinem Inneren herrscht Chaos, ein gewaltiger Mahlstrom, der niemals zur Ruhe zu kommen scheint.

Zu Straucheln fällt wohl niemandem leicht. Wir alle möchten gern ein guter Kapitän unseres Lebensbootes sein und es sicher durch alle Untiefen navigieren. Doch irgendwann mal sind wir alle am Ende unseres Lateins und im Sog notwendiger Auflösungsprozesse. So, wie ich. Und diesem alles vernichtenden Mahlstrom kann ab einem gewissen Punkt der Annäherung kein noch so guter Kapitän mehr entkommen.

Dieser Mahlstrom, wie Edgar Allen Poe* ihn so eindrücklich beschrieben hat, ist sowohl Schrecken erregend, als auch von magischer Anziehungskraft. Und so sehr mich diese Tage das Geschehen auf meinem Meditationskissen aufreibt, so spüre ich zugleich, diesen betörenden Drang, mich diesem Mahlstrom und allem, was er so beunruhigend wirbelt, einfach hinzugeben...

Ich möchte die Schwäche, mein inneres Straucheln nicht abfangen zu können und eventuell doch hinab zu fallen, in diesen Mahlstrom, wirklich zulassen.

Und hilflos möchte ich erleben, wie mein bisheriges Boot in diesem Mahlstrom zerbirst...

Nur so werde ich erfahren, was da geboren sein will, aus der Gewissheit meines verwundeten, aber dennoch unzerstörbaren Herzens.

Mein Herz will immer noch nicht sterben.

Und das wird es auch nicht.

Jedenfalls nicht für immer.

Vielleicht muss das Herz nur, mit allem was es bisher festhalten wollte, für einen, kleinen Augenblick, das Bewusstsein für sich selbst komplett verlieren.

Vielleicht muss mein Herz, für einen winzigen Moment der Ewigkeit, ungeboren bleiben...


Und was jenseits dieses Moments kommt, vermag ein ungeborenes Herz nicht vorauszusehen.

Mein Leben wird danach sicher weitergehen.

Nur etwas anders, vermute ich.




_________________________________
*Hörbuch auf youtube, besonders beachtenswert: Minute 22

Kommentare

  1. Ja, liebe Josephine,

    ich sehe das genauso wie du:
    Wenn wir gegen die Wand gefahren sind, dann ist es wichtig dort zu bleiben -- mittendrin -- auch wenn es großen Mut erfordert.....
    Solange..... bis sich wirklich von innen heraus zeigt, wo es entlanggeht!!!


    Liebe Grüße

    Tao

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    1. Lieber Tao,

      was passiert denn eigentlich, dort mittendrin? Und wo ist dieses dort? :-)

      So, wie früher, dass ich mich an die Wand gefahren fühle, ist es nicht mehr. Im Laufe der Jahre sind die inneren Prozesse subtiler und sanfter geworden. Und dadurch leichter zu missdeuten und zu übersehen. Früher war alles sehr plakativ. Das, was nicht im Einklang war, schrie mich förmlich an.

      Was daher in meinen Augen immer erwähnt werden muss: Für den Weg des Herzens muss ich mich immer wieder entscheiden. Bevor ich mich einem Prozess wirklich ganz überantworten kann, ohne eine Hintertür offen zu haben und ohne zurückzublicken, muss ich nicht nur zugestimmt, sondern gewählt haben.

      Wenn ich nicht weiß, warum ich dieses Straucheln zulassen will, werde ich in diesem Prozess nicht bleiben.

      Wenn mir nicht klar ist, wie weit das Loslassen dafür gehen muss, werde ich nur einen Schein-Prozess und eine oberflächliche Kosmetik betreiben.

      Es muss also etwas geben, was ich schon sehe, was ich ahne, was ich spüre, was ich unbedingt will. Das gibt mir den Grund, mich vollständig einzulassen. Ich habe die Tür gesehen und will durch sie gehen, denn in meinem Herzen ist das Ziel bereits definiert.

      Wird das Herz mir zeigen, wo es lang geht? Nein...

      Im Herzen wird sich zeigen, wo es lang geht.

      Denn das Herz kommuniziert. Mit Ursachen, Wirkungen, Umständen und Möglichkeiten. Nur auf einer dem Tagesbewusstsein nicht vollständig präsenten Ebene.

      Das, was ich Impulse des Herzens nenne, sind die beständigsten, wärmsten und die, die mit einem Hauch Freude versehen sind. Sie verblassen, nehmen sich zurück, werden übertönt von dem, was wir bisher für entscheident gehalten haben.

      Richtig ist eigentlich, zu sagen: Das Herz zeigt Optionen auf. Optionen, wie du dein Leben führen und steuern kann, wie es am meisten deinen inneren Werten entspricht. Und zwischen ihnen treffe ich letztlich die Wahl. Es kommt auf meine Aufmerksamkeit an. Bin ich wach genug dabei, weil ich weiß, was ich will? Dann erst wird es mir möglich sein, den richtigen Impuls zu wählen.

      Oder, um es mit dem Herrn der Ringe - und Smirgol - zu zitieren: "Folge nicht den Lichtern." Schon gar nicht den seit Jahrhunderten im Moorwasser schwimmenden, vergessenen Helden und Märtyrern. Lass dich davon nicht ablenken und folge dem, was du in dir gefunden und gewollt hast ;-)

      Wenn ich sage, das Herz müsse einmal vollständig das Bewusstsein für sich selbst verlieren, dann meine ich vor allem die Verbindungen, die aus ihm heraus zu meinem Leben und meinem Tagesbewusstsein gewoben wurden. Diese leisen gewobenen Fäden müssen gekappt werden und in den Raum des Herzens hinein wieder aufgelöst werden. Weil ich mich dafür bewusst entschieden habe. Weil ich verstehe, dass nur so eine neue Lebensweise entsteht.

      Das schließt ein, dass es auch die Möglichkeit gäbe, sie weiter zu weben und keinen "Reset" durchzuführen. Ich kenne etliche Menschen, die irgendwann nicht weiter oder tiefer gehen wollen und sich entschieden haben, auf der Ebene, auf der sie gerade angekommen sind, zu verweilen.

      Somit ist das, was ich augenblicklich durchlebe, ein Bereinigungsprozess. In meinem Fall ein Bereinigungsprozess, der tief genug geht, über dieses Leben hinaus zu reichen.

      Damit ich hinter all dem, was bisher gültig war, die freudvollen Möglichkeiten wieder finde. Das Dickicht muss beseitigt werden, damit der Raum entsteht, in dem ich die Impulse ohne Verwirrung wahrnehmen kann, um wiederum eine bewusste Entscheidung zu treffen.

      Das Leben besteht immer aus aktiven Entscheidungen. Und je bewusster und konsequenter ich sie treffe, desto klarer, definierter und leichter wird nicht nur mein Geist und meine Persönlichkeit, sondern auch mein Weg.

      Oder wie siehst du das? :-)

      Herzliche Grüße
      Josephine

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    2. Liebe Josephine,

      ich sehe das mit den Entscheidungen anders.

      Wenn ich gegen die Wand gefahren bin, dann kann ich entscheiden, wegzuschauen.... und zu versuchen, meine Routine weiter zu leben. Falls das geht!
      Oder ich kann entscheiden dort hin zu gehen - zur Wand..... und mich mutig dem Thema stellen. Dann setze ich mich mitten hinein.... zwischen Wand, meinen (vermeintlichen) Zielen.... und Allem, was zwischen mir und meinen (vermeintlichen) Zielen steht.

      Aber ich treffe ansonsten keine Vor-Entscheidung.
      Ich schreibe dem LEBEN nicht vor, was es mir gefälligst durch die Wand sagen zu wollen hat.
      Stattdessen lasse mir vom LEBEN, das mich an die Wand hat fahren lassen, zeigen, was Sache ist und wo es weitergeht....
      (LEBEN ist für mich ein Synonym für das SEIN oder das Große Ganze, welches alles umfasst.)

      Schlimmstenfalls zeigt das LEBEN mir, dass mein Ziel garnicht der Größeren Wahrheit entspricht.... es in Wirklichkeit um etwas ganz anderes geht.....
      Dann geht es wieder ans Entscheiden: Ich kann entweder, dem LEBEN zu folgen - oder versuchen es und seine Wand zu ignorieren und meine eigenen Wege gehen. Falls das geht!

      Ich weiß nicht, ob ich dich richtig verstehe, aber ich habe den Eindruck, du stellst dem LEBEN Vor-Bedingungen:
      "Okay LEBEN, du hast mich zwar gegen die Wand fahren lassen, aber den Weg, der du mich hierdurch führen willst, muss gefälligst mit meiner Theorie über ein 'Leben aus dem Herzen' übereinstimmen..."

      Ich glaube, das Leben läuft wesentlich einfacher, wenn wir mit allen Aspekten des LEBENS in Einklang gehen. Die Wand zeigt uns, wo wir noch nicht wirklich in Einklang, wo wir noch eng, noch nicht wirklich Offen sind.

      Doch all dies, liebe Josephine, ist nur meine Sichtweise.
      Jeder kann nur selbst das Seine für sich finden.

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende

      Tao

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    3. Lieber Tao,

      danke, dass du dir die Zeit genommen hast, mir zu antworten.

      Wenn ich das Empfinden hätte, mein Leben wäre wirklich richtig gegen die Wand gefahren, dann hätte ich mein Leben irgendwie missverstanden. So sehe ich das nicht, selbst jetzt nicht, wo ich mich nicht wohl fühle.

      Wenn ich das Gefühl habe, es geht in eine Richtung nicht weiter, dann kann ich ihm im Herzen zuhören und mein Missverständnis ausräumen, durch Loslassen dessen, was ich fehlinterpretiere daran. Soweit sehe ich in unserer Herangehensweisen nach wie vor keinen Unterschied - eventuell gibt es auch gar keinen...

      Warum in mir das Entscheiden so auffällig notwendig und wichtig für mich ist, hat natürlich auch persönliche Hintergründe. Und diesen subtilen Prozess, sich zu entscheiden, ob man dem, was sich wirklich richtig anfühlt, folgt oder nicht, habe ich aus meiner Wahrnehmung beschrieben. Und habe dabei den Aspekt des Loslassens der Interpretationen und Vorstellungen beschrieben, die oft von außen, von erlernten und anderen übernommenen Sichtweisen, mangelndem Mitgefühl mit mir selbst oder Unwissenheit kommen können - um einige Möglichkeiten zu nennen. Ohne dass ich mich von diesen trenne, kann ich nicht durchatmen und mit neuer Sicht weitergehen.

      So kann ich meinen Weg mit leichterem Bündel zu reisen. Im Idealfall. Nicht immer kann man Loslassen oder den Lebensschwerpunkt verändern. Manchmal muss man auch mit dem Unangenehmen verweilen, weil die Umstände so sind, wie sie sind. Und dann ist es gesund, eine annehmende Haltung zu ihnen zu haben, sonst leidet man fortwährend. Dann ist es gut, eine positive Einstellung zu finden.

      Aber das Wählen der Worte und finden der richtigen dabei, das ist manchmal die Krux, das hast du selbst schon oft erwähnt.

      Vielleicht nimmt der eine gar nicht war, dass er sich fortwährend entscheidet. Vielleicht beschreibe ich hier etwas, was der andere im stillen Prozess unhinterfragt und unbeobachtet vollzieht, was für mich aber offen zu Tage liegt und manches Mal schon schwierig war? Das ist in Ordnung für mich.

      Ich wünsche dir eine auch ein schönes Wochenende und grüße dich herzlich,
      Josephine

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    4. Liebe Josephine,

      da hatte ich das, was du mit 'Entscheiden' meinst wohl, nicht richtig verstanden. Ist manchmal schwierig, wenn man in der Kommunikation nicht unmittelbar nachfragen kann, was der Andere meint.

      Ich beziehe mein Nicht-Entscheiden vor allem auf meinen inneren Prozess selbst:
      Ich entscheide nicht, was auftauchen darf und was nicht (und schränke somit das was auftaucht nicht bewusst ein):
      Ich entscheide auch nicht, das-was-ist loszuwerden oder loszulassen - weil dies bei mir sowieso noch nie funktioniert hat und jedes bekämpfen-wollen das was in mir ist nur noch verstärkt.

      Und natürlich erwische ich mich manchmal dabei, z.B. eine schwache, kindliche Seite von mir loswerden zu wollen.
      Aber das betrachte ich dann nicht als 'Weg zum Ziel', sondern eher als 'Kunstfehler'.
      Dann versuche ich,
      sowohl das "Ja" zu der kindlichen, schwachen Seite,
      als auch mein "Ja" zu meinem "Nein-zur-kindlichen-Seite" zu finden.

      Aber ich entscheide zum Beispiel manchmal, zwar die Angst da sein zu lassen - aber trotzdem zu tun, was im Augenblick ansteht....

      Liebe Grüße und eine schöne Woche

      Tao

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  2. Kann es sein, dass sich in dieser ausweglosen Situation etwas ankündigt? Ein tiefergehender Wandel vielleicht? Ich selber hatte zwar bisher nur einmal dieses Gefühl, dass es so wie es war nicht mehr weitergehen konnte, dass irgend etwas passieren musste. Und es ist dann tatsächlich auch etwas passiert und hat mein Leben auf den Kopf gestellt. Vielleicht werden wir in ein tiefes Tal geführt, einfach damit wir uns wieder erheben, aber auch einen neuen Weg einschlagen. Jedenfalls glaube ich, dass alles einen tieferen Sinn hat, gerade auch leidvolle Erfahrungen. Ich hoffe, dies trifft auch bei Dir zu!

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    1. Ja, das trifft zu, liebe Anke.

      Die etwas wortreichere Antwort steht in meinen Kommentar, den ich soeben zu Tao schrieb (siehe oben). :-)

      Herzlichst
      Josephine

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