Antwortende Stille

Als Kind schnappte ich mir manchmal mein Fahrrad und fuhr ein Stück in den Wald, getrieben von einem inneren Bedürfnis nach menschenloser Einsamkeit. Und ich liebte den Sommer schon allein deswegen, weil ich mir ein Plätzchen unter dem Apfelbaum im hochgewachsenen Gras auf der Wiese hinter dem Haus suchen konnte - dort sah mich niemand.

Ich saß oder lag dort und tat etwas, was ich heute vielleicht Meditation nennen würde: Ich spürte den Geräuschen nach, ich hörte die Empfindungen, die durch dieses Mitschwingen mit meiner Umgebung entstanden. Ich leerte den Kopf aus und verschmolz intuitiv mit meiner Umgebung. 

Ja, ich war in gewisser Weise menschenscheu und fühlte mich glücklich, wenn ich einfach dem Rascheln der Gräser und Blätter im Wind lauschte. Manchmal las ich dort auch, doch ich wollte vor allem mit der Natur allein sein.

In diesen Momenten bewusst fern von Menschen sein zu wollen, hatte vielleicht mit meiner Empathie zu tun. In Gegenwart anderer gab es immer viel zu denken und Unwohlsein. Automatisch sah ich mich wie von außen und stellte mich in Frage.

Ganz anders war dies, wenn ich mitten auf der Wiese lag oder auf einer kleinen Waldlichtung dem Spiel der Lichtstrahlen auf dem Waldboden lauschte.

Ich lauschte und spürte - und erlebte mich als harmonischer Teil dieser Welt. Und ich wusste nichts davon, dass in diesen Augenblicken mein Herz mit mir sprach. Zwar nicht in Worten, aber in vielfältigen Empfindungen.

Heute komme ich kaum oder sehr selten dazu, in die Natur zu gehen. Als Kind war das auch schon schwer gewesen - denn immer kam jemand vorbei und störte mich nach einer gewissen Zeit, insbesondere im Wald. Mitten im Deutschland gab es kaum von Menschenhand unberührte und unbewirtschaftete Natur.

Doch ich weiß seit damals um die Relevanz von Stille und Alleinsein, um in Harmonie mit mir selbst zu sein. Und daher erachte ich stille Meditation - gerade für mich und meinem Alltag im Westen - als den wichtigsten Part meiner Praxis. 

Selbst wenn ich Guru Yoga praktiziere, tue ich das still und für mich allein. Ich meditiere die Worte und gehe mit den Empfindungen und Bildern, die sich ergeben. Und ich spreche den Text nicht laut.

Lasse ich mich so auf meine Praxis ein und betrachte sie nicht als zu erledigende Verpflichtung, geschieht sehr viel in mir: Einerseits erde ich mich aus der Fülle der Gedanken, und andererseits verbinde ich mich mit den wahren Bedürfnissen meines Herzens. Denn diese spiegeln sich im Text des Guru Yoga und meditiere ich diesen, ist mein Herz offen, warm und dem Leben liebevoll zugewandt.

In der Stille, die ich aufsuche, wenn ich die "Auflösungsphase" des "Hung" im Herzen meditiere, manifestiert sich mein wahres Sein. Und ich weiß, dass es dort sich mir in voller Bewusstheit offenbart. Und damit wenigstens einmal am Tag intensiv in Kontakt zu treten, transzendiert das Gewicht aller unliebsamen Notwendigkeiten, denen ich mich den Tag über beugen muss.

Diese Stille macht für mich nicht nur mein Wesen, sondern das Wesen der spirituellen Praxis aus. In dieser Stille ergibt sich alles, zeigt sich alles und ordnet sich alles, wenn man sich ihr anzuvertrauen versteht.

Allmählich finde ich zurück zur Einfachheit des Herzens, zu dem, was das Leben wirklich trägt und kann loslassen, was künstliche Zutat, was uns als erdachte Notwendigkeit tagtäglich untergeschoben wird. So vieles gibt es, was wir nicht wirklich brauchen. Und weil wir nicht in die Stille gehen und unsere Seinsfragen aus dem Herzen dieser Stille heraus Antwort finden lassen, folgen wir diesen künstlich generierten Bedürfnissen.

Damit lenken wir uns ab. Immer wieder driften wir weg, vom Wesentlichen.

Und selbst die Vielfalt an Ritualen, an Gebeten, an Teachings, die wir hören zu müssen glauben - wieviel braucht davon unser Herz wirklich, um in unser Leben hinein zu erwachen?

Das Herz braucht die ständige Wiederholung nicht. Das braucht unser alltäglicher Verstand. Dem Herzen genügt manchmal nur ein einziger Funke, um zu zünden - sowie unsere achtsame Fürsorge, dass das leise züngelnde Flämmchen in uns nicht erlischt. Und es wird genährt in der Stille.

Wenn wir die Liebe, die in uns irgendwann einmal zu brennen begonnen hat, ausweiten wollen, braucht es irgendwann auch die äußere Realität. Die Wirklichkeit, in die hinein sich diese Liebe entfalten darf. Und dafür braucht man keine ganze Gruppe und muss nicht Mitglied in einer großen Organisation werden.

Diese Liebe nur einem Mitwesen gegenüber anzuwenden und mit den Umständen zu arbeiten, in denen man lebt, genügt, um das Herz zu voller Reife zu bringen.

So bin ich kein Freund von Massenveranstaltungen oder selbst Retreats, in denen ständig laut Mantras rezitiert werden. Denn meinem Herzen fehlt die Stille, in die hinein es sich meinem Tagesbewusstsein offenbaren darf. Dies tut es in Bildern und Empfindungen - und nicht in Worten und Gedanken. Keine Praxis in der Gruppe kann diese ganz persönlichen Praxis zu Hause jemals ersetzen oder an Tiefgründigkeit nahe kommen.

Wenn mein Herz sich mir nicht offenbart - und sich dann, wenn ich es verstanden habe, in Gedanken, Worten und Werken anderen offenbaren darf, ist Erwachen nicht erlangt. So ist die Wurzel aller Befreiung die Stille.

Und Stille ist es, was wir im Westen neu erlernen müssen. Stille zu finden, in all dem Lärm und Stress, dem unser Leben täglich unterworfen ist. Selbst in der Natur sind die meisten Menschen nicht still und tauschen sich über alltägliche Dinge aus. Dabei könnten sie von der Natur diese Art von Stille lernen, die dennoch gefüllt mit allen Antworten ist.

Finde ich manchmal diese Stille nicht, geht es mir schlecht. Dann spüre ich meinen Körper nicht und fühle mich von mir selbst abgespalten. Dennoch funktioniere ich ganz hervorragend, gehe meiner Arbeit und Erledigungen nach. Doch ich bin unglücklich und erschöpft.

Deshalb investiere ich lieber sehr viel Zeit in die Stille. Ich gehe in meiner Praxis in die Tiefe, um diese Stille zu finden. Um gestärkt, geerdet und klar über meine wahre Herzensintention in den neuen Tag zu gehen. Und bewusst alles fallen- und liegenzulassen, was mir als notwendig von außen suggeriert, von meinem Herzen aber als Ablenkung gezeigt wird.

Ich wünsche mir mehr Dharma-Lehrer, die die Notwendigkeit der Stille für uns Menschen im Westen erkennen. Sie werden uns wirklich helfen, den wahren, essentiellen Dharma in unseren Herzen zu entdecken. 

Und dann, in Stille und Einfachheit, wird das Bewusstsein der Essenz mit uns gehen, egal wohin die Winde des Karmas uns einst wehen werden ...






Kommentare

  1. Liebe Josephine,

    ich habe für mich bemerkt, dass ich auch
    die Stille zwischen Geräuschen,
    die Stille zwischen den Worten,
    die Stille hinter dem Lärm wahrnehmen kann,
    wenn ich nur darauf achte.

    L.G. Tao

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    1. Lieber Tao,

      Recht hast du. Auch das ist möglich, sogar ideal, wenn du es jederzeit kannst!

      Im Buddhismus würde man sagen: In den Phasen innerhalb der Meditation übt man, dies Empfinden der Stille so zu verinnerlichen, damit man irgendwann auch in den Phasen außerhalb der Meditation zu ihr finden und sie immer wahrnehmen kann.

      In meinem Job jedenfalls gelingt mir das nicht immer. Stichworte hierzu: Großraum-Büro mit ca. 40 Leuten, Inbound-Telefonie und manchmal im Sekundentakt eingehende E-Mails usw. Das kann sehr stressig werden ... Hier immer zu dieser Stille Kontakt herzustellen, ist die hohe Kunst! Wenn man so will, ist diese Arbeitsumgebung ein gutes Training und gute Herausforderung hierfür.:-)

      In meiner Praxis gehe ich tiefer: auf die Ebene der Alpha-Wellen, manchmal auch Theta-Wellen, also die Ebene der sogenannten "Tiefenentspannung" - wobei ich das Wort nicht als passend in diesem Zusammenhang empfinde, denn ich gehe meinem Erleben nach auf eine Ebene tieferer "Präsenz", die mit Entspannung verbunden oder durch Entspannung charakterisiert ist. Aber Entspannung ist nicht das alleinige oder vorrangige Ziel. Dieser Begriff ist in diesem Zusammenhang jedoch geläufig.

      Auf der Alpha-Ebene oder Theta-Ebene verbinde ich mich mit einer ganz und gar ursprünglichen Präsenz in mir. Eine Ebene, in der ich bei mir bin und doch zugleich verbunden mit allem. Die Delta-Wellen entsprechen der tiefen Meditation.

      Die Gehirnwellen während der täglichen Arbeit liegen gemeinhin auf der Beta-Ebene, der Ebene des normalen Tagesbewusstsein, das ich nutze, um gezielt zu agieren und kommunizieren und die erlernten Arbeitstechniken anzuwenden

      Aber auf dem Heimweg in der U-Bahn zum Beispiel... da begebe ich mich bereits in die Stille, die du ansprichst und spüre hinein, hinüber oder hindurch ... und komme oft dort schon wieder mit meinem Herzen in Kontakt.

      Den Kontakt zur Stille des Herzens, die uns mit allen Phänomenen verbindet, zu trainieren, ist sehr heilsam. Er erlaubt, jede Entscheidung und jedes Verhalten zunehmend bewusst aus dem eigenen Herzen geschehen zu lassen und nicht unachtsam zu reagieren. Je mehr ich das kann, um sehr mehr bin ich auch präsent im Hier und Jetzt. Dies für die Verwirklichung im Alltag zu erlernen und zu trainieren, ist daher in meinen Augen das Wichtigste an der spirituellen Praxis.

      Liebe Grüße in den Abend,
      Herzlichst
      Josephine

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    2. Liebe Josephine,

      für mich ist 'Stille' nicht mein eigentlicher Weg, sondern etwas, was ich noch zusätzlich für mich entdeckt habe. - Und da habe ich eben gemerkt, dass die 'Stille' garnicht unbedingt der äußeren Stille bedarf.... sondern hinter all dem äußerlichen, auch hinter all dem Lärm, steckt....

      Um da reinzugehen muss ich mich innerlich den erforderlichen Frei-Raum..... und die erforderliche Frei-Zeit nehmen. Dies gestehe ich mir während der Arbeit nicht zu.
      Aber wenn ich mir den Frei-Raum und die Frei-Zeit nehme.... dann verschiebt sich meine Wahrnehmung der Welt ein bisschen......

      Du schreibst über der Alpha-Wellen und Theta-Wellen. Dies finde ich ein interessantes Thema.
      Trainierst du speziell, diese Wellen in dir zu erzeugen..... (oder bist du dir einfach nur bewusst, dass diese Wellen während der Meditation in dir entstehen)?

      Liebe Grüße

      Tao

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    3. Lieber Tao,

      das wird wieder eine etwas längere Antwort:

      Die von dir erwähnte, verschobene Wahrnehmung, oder die andere Art, wahrzunehmen, hat meiner Überzeugung nach immer mit unterschiedlichen "Frequenzen" oder "Wellen" zu tun, auf denen wir uns geistig aufhalten.

      Ich bin da kein Spezialist, aber es ist "wissenschaftlich erwiesen", dass unterschiedliche Wahrnehmungen von Raum und Zeit auch mit unterschiedlichen Gehirnwellen oder Wellenlängen verknüpft sind.

      Wenn ich meditiere, verändert sich auch mein Raum- und Zeitempfinden deutlich. Und ebenso das Gefühl, körperlich angespannt oder entspannt sein.

      Meine Erfahrung ist, je tiefer ich gehe, desto stiller wird es und desto klarer durchdringe ich (geistig) auch den Raum, ohne meinen eigenen Raum zu verlieren. Und desto entspannter bin ich. Ich fühle mich mit allem verbunden, ohne den Verlust des "Ich"-Empfindens, also ohne Verlust des Gefühls, präsent zu sein.

      Je gespannter ich bin, desto abgeschlossener und abgegrenzter, eingesperrter fühle ich mich, desto verkrampfter ist mein Körpergefühl und desto weniger kann ich mich selbst wahrnehmen. Dann ist es, als stürmte alles von außen auf mich ein, aber ich bin nicht dabei. Und ich fühle mich ausgeliefert...

      Ich bin überzeugt, dass sich in beiden Zuständen die Gehirnwellen auf ganz anders ausnehmen... Also ja, ich spüre deutlich, dass sich in meiner Frequenz etwas ändert, je nachdem, wo ich mich geistig aufhalte und wie mein Körperempfinden dabei ist. Da gibt es deutliche Abstufungen und für jeden Level unterschiedliche Charakteristika.

      Und es gibt Frequenzen darunter, also "Wellenlängen", die in kürzester Zeit ein hohes Maß an Erholung und Entspannung ermöglichen, ohne dass man schläft (Theta- bis Delta-Ebene).

      Diese Beobachtung habe ich gemacht, doch die Begriffe habe ich bei den Entspannungsexperten "entwendet". Die Beschreibung der Wahrnehmung auf diesen Ebenen korreliert in etwa mit meinen inneren Beobachtungen innerhalb und außerhalb der Meditation.

      Ich strebe bewusst den Zustand dieser inneren (Gedanken-)Stille an, weil diese Ebene sehr klar strukturiert und sanft ist. Auf dieser Ebene bin ich mir dessen, was ich denke, sage und tue, bewusster als auf anderen - also wach und präsent.

      Von diesem Zustand aus zu handeln ermöglicht mir ein hohes Maß an Gewaltlosigkeit: Aufgrund dieser erhöhten Achtsamkeit und Verbundenheit mit anderen füge ich anderen weniger Schaden zu. Ich handele reflektierter und rücksichtsvoller, da ich weniger auf mich selbst bedacht bin. Und ich denke weniger an mich, weil ich das Empfinden habe, nichts befürchten oder bewahren zu müssen. Hier ist das Ego weniger aktiv.

      Währenddessen auf der Ebene von Stress, Angst, der Anspannung immer das Bedürfnis sich zu schützen oder zu verteidigen zu müssen, zu Aggression anderen gegenüber neigt.

      Je deutlicher ich übe, zwischen den Frequenzen oder Wellen bewusst zu wechseln, desto selbstbestimmter und zugleich mitfühlender den anderen gegenüber wird meine Interaktion... Und dafür kann man lernen und üben, diese zu unterscheiden. Mit zunehmender Übung kann ich diese Bewusstseinsebenen oder Frequenzen also nicht nur an Gedanken und Emotionen unterscheiden, sondern auch an der eigenen Körperhaltung, dem Körperempfinden und meiner räumlichen Wahrnehmung... Wenn ich zum Beispiel versuche, den Körper bewusst zu entspannen oder eine bestimmte äußere und innere Haltung einzunehmen, wechsele ich auch zwischen den Bewusstseinsebenen. Dies wiederum führt zu einem anderen Umgang mit mir und meinem Gegenüber usw. usf.

      Natürlich funktioniert das nicht alles auf Knopfdruck und manchmal auch nicht, aber Übung macht den Meister"

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünscht dir herzlich
      :-) Josephine

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    4. Liebe Josephine.

      ich Danke dir für deine ausführliche Antwort!

      Hört sich sehr interessant an - ich bekomme Lust, mich damit ebenfalls näher zu beschäftigen und damit zu experimentieren.

      Das was du schreibst, erinnert mich ein bisschen an ein Buch, welches ich vor vielen Jahren einmal gelesen habe: "Power Mind Training" von Anna Wise.
      Auch hier wurde die Wirkung der verschiedenen Gehirnfrequenzen einander gegenübergestellt und es gab spezielle Übungen, um die verschiedenen Frequenzen von einander zu unterscheiden und Übungen, um die verschiedenen Frequenzen zu erzeugen.
      (Ich habe dies damals dann leider doch nicht mehr weiter verfolgt.)

      Wendest du spezielle Techniken oder Übungen aus der Gehirnforschung an?
      Oder hast du durch das Meditieren gelernt, die Frequenzen zu wechseln und zu unterscheiden?

      Liebe Grüße und eine schöne Woche wünscht dir

      Tao

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    5. Lieber Tao,

      spezielle Techniken oder Übungen aus der Gehirnforschung wende ich nicht an.

      Sagen wir es so: Diese Beoachtungen zu Bewusstseinsstufen und darüber, was ich in meiner Meditation und Praxis auf dem Kissen so mache, waren ein Nebenprodukt meiner flüchtigen Beschäftigung mit Selbsthypnose, Focusing, Spiegelneuronen, Werner Eberwein, Humanistische Psychologie, Milton-Erickson, Ultramind Training, Erkenntnissen der Wirkung von Meditation auf das Gehirn usw. Es gibt auch ein Buch, was näher auf Buddhistische Meditation und Wirkungen auf das Gehirn eingeht: Neue Gedanken, neues Gehirn von Sharon Begley. Das liegt jetzt auch schon wieder ein paar Jahre zurück.

      Flüchtig waren die Erkenntnisse deshalb, weil ich mir gemeinhin meist nehme, was mir hilft und den Rest sofort wieder vergesse ;-). Ich habe jede Menge Halbwissen in diese Richtung gesammelt, sofern diese Techniken mit mir, meinen Weg und der Verarbeitung meiner persönlichen psychischen Dispositionen zu tun hatten... Ich ahne, dass Anna Wises Bücher wohl auch in diese Richtung gehen.

      Als mir irgendwann klar wurde, dass ich bestimmte heilsame Zustände beim Meditieren erreiche, wie sie in diesen Therapiefeldern angewandt werden, wusste ich, dass ich diese Techniken alle nicht brauche, sondern meine Praxis "genügt". Die Beschäftigung half mir aber, meine Meditationspraxis in einem neuen Licht zu sehen und größeres Vertrauen in sie zu fassen.

      Ich hatte vor, meine persönlichen Erfahrungen in diesem Sinne für mich etwas zu systematisieren, aber mein Leben ließ mir keinen Raum und keine Zeit dafür..

      Am Ende brauche ich selbst das nicht, denn das größte Lebensmotto, was sich mir aus meinen eigenen Erfahrungen täglich aufdrängt, ist Folgendes:

      Erst kommt meine persönliche Erfahrung und dann die Erkenntnis.

      D.h. ich beobachte etwas - und später treffe ich irgendwo (meist in Büchern am Rande des Weges) auf Informationen, die mir eine Erklärung dafür liefern...

      Es gäbe da selbst im Buddhismus viel zu studieren, was meine Beobachtungen mit Erkenntnissen alter Meditationsmeister untermauern und bereichern könnte, doch selbst diese zu studieren oder mich darüber auszutauschen, blieb mir bislang verwehrt.

      So gehe ich einfach den praktischen oder pragmatischen Weg, ganz durch mich und mit mir - und finde täglich ein wenig Heilung und Erwachen. Und auch die hilfreichen Informationen, die ich dafür brauche. Ganz ohne mich dabei auf eine bestimmte Richtung festzulegen und ihr anzuhängen. Ich wende Mittel und Methoden an und gehe weiter die Wege, die mein Leben mich führt... Insofern kann ich dir nicht einmal Lektüre empfehlen, bis auf obige Stichworte und Namen!

      Herzliche Grüße für Dich - und eine gute Reise in die Tiefen des Gehirns und seiner Möglichkeiten, sofern du sie nun doch intensiver antreten wirst!

      :-) Josephine



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    6. Danke dir, liebe Josephine, für deine ausführlichen Antworten!

      Deine Worte verstärken noch meinen Wunsch,
      eine Weg zu finden die Stille für mich mehr zu nutzen.

      Liebe Grüße

      Tao

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  2. Ein sehr inniger und liebevoller Beitrag, der mich tief berührt hat! Denn auch ich gehöre zu den Menschen, die die Stille der geschäftigen Welt vorziehen. Jeden Tag, jeden Moment aufs Neue. Da fällt mir ein Zitat von Dag Hammarskjöld ein:

    Verstehen - durch Stille,
    Wirken - aus Stille,
    Gewinnen - in Stille.

    Ich fühle mich all jenen Menschen verbunden, die die Stille suchen und leben.

    Liebe Grüße!
    Anke

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    1. Liebe Anke,

      herzlichen Dank für das schöne Hammarskjöld-Zitat!

      Wer weiß, in wievielen Leben wir schon die Stille gekostet haben und daher immer wieder zu ihr streben, als die Ur-Heimat, aus der wir - um ein biblisches Gleichnis zu nennen - mit dem Turmbau zu Babel einst verjagt wurden?

      Wie ich auf den Turm zu Babel komme? Weil wir uns seitdem untereinander alle nur noch schwer verständigen können. Und einst, als die Stille noch unsere Heimat war, gab es nichts anderes als das stille Ein-Verständnis... Und wir können es einfach nicht lassen, uns dorthin zurück zu sehnen.

      Wenn wir einst dort sind, mit all unseren Herzensbrüdern und -schwestern, darf alles Suchen und Sehnen endlich zu Ruhe kommen...

      :-)

      Liebe Anke, von Herzen Alles Liebe für Dich! Ich denke oft an Dich und daran, wie es Dir wohl geht...
      und ein schönes Wochenende,
      Josephine

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