Dein Herz will lieben

Ich mache hemmungslose Wunschgebete für das, was ich liebe und für die, die ich liebe. Trotz dessen, dass der Verstand zweifelt, wie diese Liebe jemals wahrhaft lebendig und fruchtbar sein kann. Die Liebe deines Herzens ist einfach. Und der Verstand macht alles sinnlos kompliziert.

Das Herz geht seltsame Wege. Und das muss es auch, denn es weiß viel mehr über uns, unser Potential und dessen Verwirklichung, als wir im Tagesbewusstsein oft denken können. Deshalb ist es wichtig, dem eigenen Herzen voll und ganz zu vertrauen.

Das Herz will uns zu bestimmten Erfahrungen führen - und aus der Stagnation heraus. Und dafür bricht es oft die Regeln, die wir lange zu bewahren suchten. Weil unser Verstand uns suggerierte, es müsse sein, diese Regeln fortzuführen.

Ja, Regeln sind wichtig. Sein Leben nach bestimmten Prinzipien auszurichten, ist notwendig. Doch wenn diese Regeln ihren Zweck erfüllt haben, möchte unser Herz, dass wir sie loslassen. Wir treten dann ein, in einen größeren Raum. Einen Raum mit mehr Möglichkeiten, frischen Optionen, die uns weiter helfen werden, unser Potential zu seiner größten Entfaltung zu bringen.

Bitte, vertraue dir selbst dabei und dem, was du im tiefsten Herzen fühlst. Erfahrungen mit dem zu machen, was du neu erleben möchtest, kann niemals schaden.

Selbst, wenn es bedeutet, dafür ein ganz neues Leben zu wagen.

Ich will es so.

Ich möchte dieses neue Leben.

Komme, was wolle!

Wenn ich mich mit dem, was jetzt ist, glücklich fühlen würde, dächte ich niemals über ein anderes Leben nach. Nicht eine Sekunde lang fühlte ich Überdruss. Doch wenn mein Herz mir sagt, dass mein bisheriges Leben nicht ausreicht, dann muss es wahr sein.

Jeder von uns beherbergt in sich unendlich viele Facetten. Letztlich wird niemand seine wahre innere Größe im Außen entfalten und sichtbar aus ihr heraus wirken, wenn er nicht bereit ist, ungelebte Facetten mit einzubeziehen.

Doch oft stehen wir unseren Regeln anders gegenüber, als dass wir sie offenen Herzens loslassen wollen. Ganz im Gegenteil: Wir ringen mit uns, versichern uns ständig innerlich, dass die Regeln zu bewahren immer noch der gültige Weg ist. Wir fügen uns damit unnötige Schmerzen zu und erleben tiefe Ängste.

Denn das Begehren unseres Herzens wird lauter und stärker. Wir spüren unmissverständlich, wie wir genau das wollen, was unser Herz will. Doch dadurch, dass wir uns immer zum Verzicht ermahnen, rückt die Erfüllung in weite Ferne. Und das, was wir uns wünschen, in der Ferne verschwinden zu sehen, macht uns Angst.

Wir spüren genau, was wir brauchen. Und je mehr wir verzichten, desto größer die Angst, immer diesem Mangel ausgeliefert zu sein.

Im Buddhismus wird oft von Entsagung gesprochen. Gemeinhin tendieren wir dazu, es falsch zu interpretieren. Dem, was schädlich und nicht heilsam ist, zu entsagen, bringt Befreiung. Doch dem zu entsagen, was uns zunehmend schmerzt, weil wir ihm entsagen, ist nicht gesund. Kein lebendiges Herz wird das jemals gutheißen. Kein liebevolles Herz wird dies jemals unterstützen.

Sei dir also sicher, dass das, was du möchtest, gelebt werden muss, damit dein Herz heil, gesund und lebendig sein darf.

Mehr noch: Die Sehnsucht deines Herzens ist der tiefe Wunsch, den Wirkungskreis zu erweitern. Dein Herz will diesen viel zu engen Raum nicht mehr, in dem du bisher gelebt hast und möchte wieder frei atmen können.

Regeln kann man aufgeben oder zurückgeben an denjenigen, dem man vielleicht mal versprochen hat, sie einzuhalten. Und das kannst du ganz frei von Scham und Schuld tun, denn du willst etwas Gutes: Du möchtest wachsen. Wachsen, um noch liebevoller, noch authentischer und dem Leben und der Welt um dich herum zugewandt zu sein.

Was könnte daran jemals schlecht, jemals verwerflich sein?

Ja, unser Verstand diktiert uns immer, dass mit seinen vor Jahren angenommenen Prinzipien zu
brechen, ein Zeichen von Schwäche sei. Doch das stimmt nicht. Es spricht für Stärke, für Liebe, für Weisheit, sich selbst einzugestehen, diesen Prinzipien entwachsen zu sein und sich auf die Suche nach neuen zu machen.

Ein schwerwiegendes Argument, was unser Verstand gerne vorbringt, um uns in alten Zuständen festzuhalten, ist dieses: Wir lassen doch die Menschen, die wir bisher unterstützt und begleitet haben, im Stich. Diese Zuschreibung war eine der härtesten für mich persönlich. Sie war mir lange Zeit eine schwere Last.
 

Ich habe lange meditieren müssen und mich mit Schuldgefühlen befasst, um auch dieses Argument als nicht gültig zu erkennen. Es ist kein gültiges Argument, weil du deinen Weg gehen musst. Es ist dein Herzensversprechen, dein Bestes zu geben - für dich und die anderen. Und was das Beste ist, wird nicht definiert durch die Menschen um dich herum, sondern durch dein Herz.
 

Dein Herz ist alt. Es ist von irgendwoher in dieses Leben gekommen. Vielleicht erinnerst du dich an das, was vorher war, vielleicht nicht. Fakt ist jedoch, es befindet sich schon lange auf einer Reise. Und vielleicht schon lange auf einer konkreten Mission. Und auf dieser Reise sind die Menschen und Wesen um dich herum gekommen und wieder gegangen. Du hast mit ihnen wertvolle Erfahrungen gemacht, hast ihnen gegeben, was du hattest. Du hast bekommen, was du brauchtest. Und war der Zweck dieses Austausches erfüllt, ist ein jeder wieder seines Weges gegangen. So einfach ist das.

Was das Herz braucht, ist das, was dein Potential zur Reife bringt. Und wenn du spürst, dass in der momentanen Umgebung dein Potential nicht weiter wachsen und sich verwirklichen kann, ist es Zeit, zu gehen.

Deshalb gibt man die Liebe nie auf, zu den Wesen und Menschen, die man begleitet hat. Immer bleibt ein feiner Faden, gewoben aus deinem Herzen, mit ihnen verbunden. Egal, wohin du gehst.

Oft greifen wir nach anderen. Weil wir das wissen, entsagen wir manchmal Beziehungen, die gerade wichtig wären, um weiter zu wachsen. Wir erlauben uns unsere Bedürfnisse nicht.

Und wir halten andererseits an Beziehungen fest, die in irgendeinem stagnierenden Zustand verharren. Eigentlich wissen alle Beteiligten darum, dass man sich gegenseitig auf die Nerven geht, weil keiner mehr genug Nahrung findet, um zu wachsen. Aber aufgrund dieser angenommenen Regeln und Prinzipien erlaubt man nicht, sich lösen zu lassen, was sich lösen will...

Lass uns damit Schluss machen, so bitte ich dich. Lass uns neugierig und zuversichtlich spüren, was das Herz wirklich will - und ihm folgen. Lass uns aufeinander zugehen, wenn da etwas in uns zueinander strebt. Lass uns auseinander gehen, wenn es vorbei ist. Und lass uns bitte einfach herausfinden, wofür das alles gut ist! Durch eigens gemachte Erfahrungen!

Das ist der Weg des Herzens. Und ihn zu gehen, bedeutet letztlich, sich selbst viel mehr zuzutrauen. Viel mehr, als du oder ich von uns denken kann.

Wer macht die Regeln, wenn nicht unser Herz? Welche höheren Regeln gibt es, außer Regeln, die dazu dienen, uns und alle Wesen von der Last des Leidens zu befreien?

Das Herz will mehr, als sich mit der Kleingeistigkeit zu arrangieren, die allzu oft die Ursache für diese Last des Leidens ist.

Bitte, folge deiner Liebe!





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