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Es werden Posts vom Juni, 2013 angezeigt.

Krieg der Welten

Sicher, es ist gar nicht so leicht, zu erkennen, wo man sich in seinen Ansichten anderen aufdrängt. Schließlich liegt dies auch in der Natur des Geistes und des Denkens, dass jeder von uns an bestimmten Überzeugungen festhält und sich darin sein Leben einrichtet.

Gerade weil in den kleinen, unscheinbaren Missverständnissen und Irrtümern der Keim zu großen Auseinandersetzungen liegt, bin ich auch hier besonders wachsam.

Schwierig wird es, wenn wir voller Aggressivität unsere Sichtweisen gegenüber anderen verteidigen. Natürlich beruht das immer auf Angst. Und sich mit der eigenen Angst auseinanderzusetzen, bedeutet immer, diesen Krieg erst einmal zu schmecken.Den Krieg zwischen Meinungen und Interpretationen und den Versuch, mit den eigenen Recht zu behalten, aus dem Wunsch nach Sicherheit.

Ich nenne das Krieg der Welten, weil unsere geistige Realität immer ein Konstrukt ist - eine eigene Welt. Sie besteht aus dem, was uns hilft, mit dem Leben, wie es momentan ist, klarzukommen. Auch mi…

"Bist du glücklich?"

Stell Dir vor, es fragte dich jemand: "Bist du glücklich?" Und du antwortest: "Nein." Und nach einer kleinen Pause sanften Lächelns fügtest du hinzu: "Darauf kommt es mir nicht an."

Wahrscheinlich würde dein Gegenüber verwirrt sein. Vielleicht ist es ihm wichtig, dass du glücklich bist. Oder er möchte niemanden in seiner Nähe, der nicht glücklich ist. Weil er sich vom Leid bedroht fühlt. Weil er mit seinem eigenen Leid nicht umgehen kann. Auch hier hat die Medaille wieder zwei Seiten.

Und nun kommst du und sagst: "Ich bin nicht glücklich. Das ist o.k.!"

Oft fühle ich mich beinahe belästigt, wenn ich beobachte, wie ungeheuer wichtig es zu sein scheint, glücklich zu sein. In letzter Zeit geht mir diese Einstellung ganz gehörig auf die Nerven. Und ich entdecke immer wieder Schaden, der gerade aus dem Wunsch nach dem eigenen Glück entsteht.

Wenn dieses angestrebte Glück ein Glück ist, was frei von Leiden und Schmerz sein will, ist es nicht mehr als e…

Universale Menschlichkeit

Noch einmal zum Thema Gehirnwäsche: Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille. Und eine Sache, eine Sicht, eine Situation von diesen beiden Seiten aus zu betrachten, eröffnet den Weg hin zu etwas Drittem: dem eigenen Herzen.

Wenn ich vom Herzen spreche, dann meine ich nicht etwas Prinzipienloses, aber doch etwas, was jenseits dieser beiden Seiten liegt. Es durchdringt quasi beide Seiten. Es ist nicht so, dass die beiden Seiten davon getrennt wären, aber doch bilden sie in sich etwas Unvollkommenes, Einseitiges eben.

Etwas mit dem Herzen zu betrachten, bedeutet, dennoch "Ja" zu den vorhandenen Seiten zu sagen, in aller Unvollkommenheit. Bedeutet, ihre gegenseitige Abhängigkeit zu verstehen. Und letztlich bei dem zu landen, was in der Essenz beides miteinander verbindet.

Auch zwischen den Arten von Menschen, die durch Indoktrination entstehen oder von totalitäten Systemen geschaffen werden, gibt es etwas Gemeinsames. Etwas, was allen zugrunde liegt. Dies zu entdecken, heißt, d…

Gehirnwäsche

Inmitten der Arglosigkeit, die wir als unerfahrene Wesen natürlicherweise in uns tragen, können schlimme Dinge passieren. Das zu verstehen, erachte ich als wichtig - nur so kann ich der ständigen Gehirnwäsche entgehen.

Wie der Geist funktioniert, ist gar nicht so schwer zu verstehen, wenn man tief genug hinabsteigt - durch alle Überzeugungen, Annahmen und Gedanken hindurch. Und wenn du diesen Weg ein Stück weit gegangen bist, wird es Zeit, nicht nur achtsam, sondern wachsam zu sein. 


Letztlich nimmt ohne Wachsamkeit der Geist alles an und in sich auf, womit er sich lang genug beschäftigt. Und Impulse von außen, unsere Herkunft, die Denkweisen in der Familie und in unserer Gesellschaft sind es, die unsere Denkstrukturen langfristig prägen.

Wird der Geist intensiv genug mit immer den gleichen Prinzipien bestrahlt und genährt, wirst du diese Prinzipien irgendwann für die Wahrheit halten. Der Geist ist in dieser Hinsicht einfach wie ein Prisma, ein Kristall, was die Farbe des Untergrundes …

Verhängnisvolle Selbstzensur

Mein Freund, wenn du dich zu oft nach den anderen umschaust, verlierst du deine eigene Spur. Wenn du immer wieder deine Pflichten erfüllst, ohne nachzuspüren, ob es die deinen sind, wirst du schnell altern und verbittern. Und wenn du versäumst, herauszufinden, wer du wirklich bist, wirst du dich irgendwann in Selbsthass zerfleischen.

So hart kann die Realität sein. Und so lange wir noch unbewusst und unreflektiert durch sie stolpern, sind wir niemandem von Nutzen. Doch Nutzen ist es, den du wirken willst. Ein erfülltes Leben willst du leben. Und wenn du das noch nicht tust und diese zwei Seelen in dir spürst, die miteinander ringen, wird es Zeit für eine Vollbremsung.

Vielleicht musst du dringend das Steuer komplett herumreißen. Und um diese Entscheidung zu treffen, musst du herausfinden, warum dieses augenblickliche Leben nicht dein Weg ist.
Wenn du auch nur den kleinsten Kampf in dir spürst, mit dir, deinen Anlagen und den äußeren Bedingungen, läuft etwas falsch.

Bist du bereit, der…

Die vergessene Wirksamkeit des Unsichtbaren

Bei einem Thema bin ich mit meinem Vater nicht einig geworden: Entscheidet sich der Nutzen und die Fürsorge für andere anhand des äußeren oder inneren Engagements?

Wie ich irgendwo schon schrieb, komme ich aus einer christlichen Familie und mein Vater war Pfarrer. Im Christentum ist der Aspekt des Dienens am Menschen von großer Wichtigkeit - verwendet wird dafür der Begriff "Diakonie". Und das bekannteste Gleichnis dazu ist das des barmherzigen Samariters.

So war das Leben meiner Eltern getragen von diesen Gedanken - und äußeres Engagement in diesem Sinne von Bedeutung. Zudem engagierte sich mein Vater noch politisch, wenn auch zu Zeiten des real existierenden Sozialismus verhalten und im stillen Protest (ich stamme aus der ehemaligen DDR). Natürlich hoffte er, dass seine Kinder in seine Fußstapfen treten würden, was das soziale und äußere Engagement betrifft. Indes, ich fühlte da schon immer etwas anders.

Ich interessierte mich für das Innere, für Psychologie - und später übe…

Das Tabu der Konfrontation

Obwohl die Tinte meines letzten Beitrags kaum getrocknet ist, schreibe ich heute schon den nächsten. Und das hat folgenden Grund:

Der Liebe des Herzens zu folgen hat eine Kehrseite. Insbesondere, wenn du dich zum ersten Mal dafür entscheidest. Die Kehrseite ist das Echo deiner Schritte in die Freiheit, das dir von außen entgegenkommt. Es wird nicht immer positiv sein.

So stelle ich Euch dieses Mal zuerst zwei Zitate an den Anfang:
"Weise alles zurück, was nicht Liebe ist. Was dann bleibt, ist Mitgefühl. Was du in deinem Wesen bist, ist von außerordentlicher Bedeutung, denn du bist die Welt und die Welt ist du. Das ist Mitgefühl." (Jiddu Krishnamurti) Das zweite stammt aus Buddhas Rede an die Kalamer - und jeder Buddhist oder Buddhimus-Interessierte sollte es kennen:

"Geht Kálámer, nicht nach Hörensagen, nicht nach Überlieferungen, nicht nach Tagesmeinungen, nicht nach der Autorität heiliger Schriften, nicht nach bloßen Vernunftgründen und logischen Schlüssen, nicht nach…

Dein Herz will lieben

Ich mache hemmungslose Wunschgebete für das, was ich liebe und für die, die ich liebe. Trotz dessen, dass der Verstand zweifelt, wie diese Liebe jemals wahrhaft lebendig und fruchtbar sein kann. Die Liebe deines Herzens ist einfach. Und der Verstand macht alles sinnlos kompliziert.

Das Herz geht seltsame Wege. Und das muss es auch, denn es weiß viel mehr über uns, unser Potential und dessen Verwirklichung, als wir im Tagesbewusstsein oft denken können. Deshalb ist es wichtig, dem eigenen Herzen voll und ganz zu vertrauen.

Das Herz will uns zu bestimmten Erfahrungen führen - und aus der Stagnation heraus. Und dafür bricht es oft die Regeln, die wir lange zu bewahren suchten. Weil unser Verstand uns suggerierte, es müsse sein, diese Regeln fortzuführen.

Ja, Regeln sind wichtig. Sein Leben nach bestimmten Prinzipien auszurichten, ist notwendig. Doch wenn diese Regeln ihren Zweck erfüllt haben, möchte unser Herz, dass wir sie loslassen. Wir treten dann ein, in einen größeren Raum. Einen …

Vorurteile und ihr Verschwinden

Es gibt zwei Arten von Vorurteilen in deinem Geist. Und beide, beide stammen vom Intellekt oder dem Ego. Beide haben nichts mit deinem wahren Herzen zu tun.

Die einen reden dir ein, dass du berufen bist, Großes zu schaffen. Sie leiten dich an, dich anzustrengen, um etwas aufzubauen. Folgst du ihnen, wirst du nicht eher ruhen, bis du etwas Vorzeigbares erschaffen hast. Als Nachweis quasi, dass du und dein Leben großartig sind.
Die anderen wollen das Gegenteil. Während du Pläne schmiedest, greifen sie schon deren Scheitern vor. Sie halten in dir ein Gefühl präsent, das dich zum ewigen Versager stempelt. Und daher lässt du alles fallen, was du eben noch für eine inspirierende Idee gehalten hast.

Die Wahrheit über dich liegt nicht einmal irgendwo dazwischen. Nein. Sie bewegt sich jenseits von beidem. Als allem zugrunde liegende, beide umarmende Basis. Die Wahrheit ist dahinter still präsent, während vielleicht beide Arten von Vorurteilen lautstark und bunt schillernd einen ewigen Schlagabt…