Posts

Es werden Posts vom April, 2013 angezeigt.

Das verzweifelte Herz

Nein, es ist nicht alles in Ordnung. Viele Jahre spürte ich sehr deutlich, was es bedeutet, dass mein Herz nicht lebendig ist. Oft blieb mir nicht viel mehr, als das deutliche Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Alles schien irgendwie falsch, als stünde alles am falschen Platz - als wäre ich zur falschen Zeit am falschen Ort.

Nein, daran gibt es nichts zu beschönigen. Denn das ist Samsara. Und Samsara ist auch heute, hier und jetzt. Ein Irrtum, zu meinen, man könne sich einfach in Höhere Welten halluzinieren, wo dann endlich, endlich alles in Ordnung ist.

Viele Jahre lang habe ich mich geschämt. Ich war oft so im Widerspruch mit mir und meinem Leben, dass sich in regelmäßigen Abständen tiefste Verzweiflung ungewollt Bahn brach. Und dabei wollte ich doch nie so werden, wie meine Eltern!

Doch ich war so, wie ich meine Mutter in meiner Kindheit und Jugend erlebte: Ohnmächtig und überfordert von dem, was ihr die Umstände aufbürdeten, war sie wütend und aggressiv und ich fühlte mich ständig s…

Vermächtnis des Herzens

Ich schreibe für die, die auf der Suche sind. Die in sich etwas spüren und ahnen was sich in diese Welt hinein noch entfalten will. Für die, die einen Graben wahrnehmen, zwischen dem, was sie in sich tragen und der äußeren Wirklichkeit. Kannst du dich damit identifizieren? Dann hältst du ein Erbe mit deinem Herzen, was sich in diese Welt hinein manifestieren will.

Diese Worte legen nahe, dass ich mich auch noch auf dem Weg befinde, mein Herz zu verwirklichen. Ich bin ein sehr pragmatischer Mensch und kein Freund von leeren Worten. So denke ich, wenn mein Herz noch nicht in Gänze in dieses Leben hinein wirkt, habe ich den Sinn meines Lebens noch nicht erfüllt.

Das Herz kommuniziert nicht mit Worten, sondern mit Gesten, mit Bildern, mit Empfindungen. Und darin liegt bereits die größte Herausforderung: Die Einfachheit des Herzens spiegelt sich kaum in den Wortpalästen, die in unserer Welt existieren. Nahe am Herzen zu bleiben, erfordert daher immer wieder eine Revision der Gebäude, die ic…

Herzensräume öffnen

Offenen Herzens zu sein, hat einige Vorteile. Nicht nur, dass das Leben mit Herz mehr Tiefe und Intensität bringt. Nein - viel mehr noch - es lässt dich ganz und gar präsent und mittendrin sein, in dem, was du gerade tust. Du kannst bewusst gestalten und für dich und andere nützlich sein.

Warum ich dann nicht von Achtsamkeit und Gewahrsein spreche, wird jetzt vielleicht jemand denken. Das könnte ich auch, ich könnte über alles Mögliche sprechen. Überhaupt wäre ich in der Lage, vielleicht noch viel gewandter und fehlerfreier zu sprechen. Doch das alles ist nicht der wichtigste Punkt, auf den ich hinaus will: Hier geht es nicht darum, wie man es nennt, sondern wo es im eigenen Sein zu orten ist, wie man sich dort verankert und wie es sich auf alle Beteiligten auswirkt... egal wie man es nennt. Und dies wird meiner Meinung nach viel zu selten beschrieben. Daher versuche ich das heute einmal zu tun.

Alle Übung des Achtsamseins und der Vergegenwärtigung fusst auf nur einer Sache: Der zent…

Kleiner Dank für mein größtes Glück!

Dass ich auf den Buddhismus getroffen bin, den Dharma und einen authentischen Lehrer wiedergefunden habe, ist mein größtes Glück. Aufgewachsen bin ich in einer durch und durch christlichen Familie. Sowohl mütter- als auch väterlicherseits nahm der christliche, evangelisch-lutherische Gemeinschaftsgedanke großen Stellenwert ein. Nicht zuletzt war mein Vater Pfarrer. Und dessen Vater Prediger.

Die ersten Unterweisungen über unseren Glauben erhielt ich von meinem Vater. Ich liebte die Christenlehrestunden mit ihm, in denen ich von den Taten Jesus Christus hörte. Jesus war jemand, vor dem ich großen Respekt hatte - und immer noch habe.

Und dennoch: Für mich gab es im gelebten Gemeindeleben immer Punkte, die mich unbehaglich sein ließen: Zum Beispiel wurde über Nächstenliebe viel gesprochen, doch gelebt fand ich sie selten. Zumindest nicht so, wie ich mir das vorstellte. Mir gab es da zu viele Schwierigkeiten und Streitereien, zu viele Inkonsequenz zwischen dem Sprechen darüber in der Bib…

Das Universum ins Licht rücken

Wie wäre es, wenn wir ohne Widerrede wären? Wenn Du und ich eins sein könnten und würden, mit dem, was gerade wirklich ist - in seiner Unvollkommenheit. Wenn wir auf dem Jetzt sicheren Fußes gehen könnten, der Zukunft, dem Morgen entgegen, weil wir noch mehr im Herzen sein, noch großzügiger und noch präsenter werden wollen?

Wunderbar wäre dies. Dann gäbe es kein Zögern mehr. Kein analysierendes Verweilen. Kein Werten und mich in einen selbst gezimmerten Kasten verbannend, auf dem ich, in ungelenker Schulmädchenschrift, "Das bin ich" geschrieben habe. Ich denke oft darüber nach, warum ich meinen Träumen von Morgen andauernd einen Maulkorb verpasse. Indem ich genau dies mache, indem ich sage: "Das kann ich nicht". Oder: "So weit bin ich noch nicht". Vielleicht auch: "Dazu muss ich erst einmal dies und jenes können. Dann wahrscheinlich schon..."

Das ist eine Form der Widerrede. Eine Form der Selbstbeschränkung, des inneren Platzverweises. Ein Mang…