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Es werden Posts vom Januar, 2013 angezeigt.

Frauen und Verwirklichung - Einmal laut gedacht

Bisher habe ich mich immer gegen dieses Thema gesträubt, wenngleich auch immer damit beschäftigt - denn ich bin eine Frau. Aber mich dazu wirklich in mehr als drei Sätzen zu äußern, vermied ich tunlichst. Da wird mir allzu oft das Pferd von hinten aufgezäumt oder, anders gesagt, immer noch zu stark nach patriarchalen Gesichtspunkten geurteilt.

Vielleicht geht das oft auch gar nicht anders, denn das "Männliche" prägt, bis auf verschwindend geringe territoriale Ausnahmen, nun einmal seit Jahrhunderten unseren Planeten. Ich war mir daher lange Zeit nicht sicher, was der Gegenpart "das Weibliche" denn eigentlich ausmacht. Wirklich starke Frauenvorbilder kenne ich in meiner näheren Umgebung keine. Und hier möchte ich betonen "wirklich weibliche" Vorbilder - nicht solche, die sich in Männerdomänen nach männlichen Regeln behaupten wollen.

Ich war nie feministisch, hoffe auch, es nie zu werden, denn ich möchte keine extremen Ansichten herausbilden und vertreten.…

Geistige Gefängnisse

Ich unterschätze oft, dass ich mich jeden Augenblick meines Lebens in einem bestimmten Denkraum aufhalte. Ein geistiger Raum, der definiert ist, durch unsichtbare, manchmal oft auch unbemerkte Regeln, Annahmen, Projektionen, Erwartungen und Hörigkeiten.
Manchmal, auf dem Kissen, entdecke ich diese plötzlich und spüre, wie sie mich von der großen Weite des Dharmadhatu trennen. Dann ist es, als sähe ich mich in einer Blase sitzen oder einem Glashaus: Zwar schaue ich von da die Weite, wenn ich will, doch bin ich abgegrenzt davon, durch eine unsichtbare Wand oder einen Schleier. Innerhalb dieses Raumes bewege ich mich geistig im Kreis. Immer und immer wieder denke ich in bestimmten Abfolgen, ertappe mich innerhalb dieser Kapsel bei Zirkelschlüssen...
In diesen kostbaren Momenten des Erkennens werde ich mir unvermittelt der Vielfalt geistiger Gefängnisse bewusst.
Traumata und Schockerlebnisse führen beispielsweise zu solchen Gefängnissen. Auch massive geistige Beeinflussungen erzeugen s…

Tu, was du willst

Wann immer ich einem Weg, einem Ziel, einer Aufgabe folge, kommt irgendwann der Punkt, wo ein Commitment nötig scheint. Ich habe mir Orientierung gesucht, habe Anregungen aufgegriffen, bin vielleicht Mitglied einer Gruppe geworden und dann, plötzlich, irgendwann, ertappe ich mich dabei, dass ich dies wirklich für nötig halte. Ja, dann spüre ich das Bedürfnis, dazuzugehören. Und es ist, als sagte mir einer: Jetzt bekenne dich und folge unseren Regeln.Doch so funktioniert mein Weg nicht. Kein Weg funktioniert so. Kein Ziel ist so zu erreichen und keine Aufgabe erfüllbar, wenn dies bedeutet, dafür etwas aufzugeben. Etwas, was ich bin, was ich war oder was mir entspricht.Oft frage ich mich, warum irgendwann dieser sensible Punkt kommt, wo ich entscheiden muss: Will ich dazugehören? Möchte ich aufgeben, was meine Identität ausmacht, um dabei zu sein? Oder nehme ich mir, was gut für mich ist und lasse liegen, was dem widerspricht?Neulich sprach ich mit einem Kollegen, der ein Buch eines pop…

Contenance! - Haltung bewahren

Manchmal, wenn meiner besten Freundin alles zuviel wird - Arbeitsalltag, zu kurz gekommene Bedürfnisse, unerfüllbare Wünsche - und sie in wildes, ihrem Temperament entsprechendes Jammern ausbrechen möchte, schaue ich ihr nur gerade in die Augen und sage dieses eine Wort: "Contenance!". Nicht, dass dies sofort etwas ändern würde - manchmal will man (oder ich oder sie) gar nicht loslassen, vom scheinbar berechtigten Bedürfnis, alles schlimm zu finden. Aber immer wieder holt es mich zurück, erinnert mich selbst in diesem Moment ihrer Beschwerden daran, wie ich wirklich sein möchte: Aufrecht stehend, gerader Rücken, Brust raus, Kopf erhoben, klarer und gerader Blick in die Augen meines Gegenübers...

So will ich im Leben stehen! So und nicht anders! Und wenn ich es im Augenblicke innerer und äußerer Bedrängnis nicht kann und nicht tue - wer bin ich dann?

Das adäquate deutsche Wort für "Contenance!" wäre vielleicht "Disziplin!", aber nur Contenance erzeugt in mi…

Ich bin wieder da!

Lange Zeit war ich jetzt weitesgehend internetabstinent, habe mich aus der Welt des Bloggens, des Facebookens, des Twitterns ferngehalten... Indes, es fehlt mir etwas. Weniger, dass ich bei anderen lese, weniger, dass ich von anderen erfahre... Vielmehr, dass ich teile. Ein paar Gedanken, Empfindungen, Erkenntnisse einfach zu verschenken, in die Welt der Bits und Bytes zu schicken und mir vorzustellen, dass sie irgendjemandes Herz berühren... dies ist es, was ich vermisse. Nicht mehr und nicht weniger. Dafür ist Blogschreiben genau das Richtige.

Also bin ich wieder da, lasse kurz Revue passieren, was denn in den letzten Monaten geschah. Doch ich kann es nicht fassen und festschreiben, nicht auf ein paar Zeilen herunterbrechen. Ich finde nur ein paar Stichworte: Großer Kraftaufwand... einige äußere Veränderungen... fortwährende innere. Immer noch lebe ich im Gefühl, eine Nomadin durch Raum und Zeit zu sein, mich nirgendwo genau verorten zu können und doch immer wieder in der Stille de…