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Auf ein neues, gut gelebtes Jahr!

Wieder neigt sich ein Jahr zum Ende hin, gefüllt mit meinem tiefen Wollen. Randvoll. Das Leben will und ich mit ihm.

Was ich nicht will: Besitz anhäufen. Was ich will: Besitz im Sinne von etwas, das ich festhalte, zu transzendieren, hin zum erfüllten Sein. Und was oder wer will ich sein? Ein tief in der Erde verwurzelter und den sie bewohnenden Wesen zugewandter Mensch. Um so jemand zu werden, darf ich mich nicht immerzu in Sicherheit bringen wollen.

Gerade jetzt, am Ende dieses vom Menschen beschlossenen Zyklus von 12 Monaten, auf der Schwelle zu einem neuen Jahr, voller Veränderungen, fühle ich mich so, als wäre es Zeit meinen Mantel endgültig abzuwerfen.

Oft habe ich mir dessen Kapuze tief ins Gesicht gezogen, um im Verborgenen zu wandeln. Doch tat ich es aus Weisheit, oder nur, um meine nicht verheilten Wunden zu schützen? 


In vielen der vergangenen Monate, die von der tiefen Einsicht getragen waren, dass es für mich so nicht weitergehen kann und Veränderungen willkommen sind, st…

Weswegen ich Buddhistin bin

Als ich mich einst entschloss, zu meditieren und den buddhistischen Weg auszuprobieren, berührte mich tief im Inneren die Bedeutung von Bodhichitta. Auch, wenn ich damals mit dem Begriff nicht wirklich etwas anfangen konnte, fand ich Resonanz in mir, als ich von Bodhichitta las.

Der Geist und das Empfinden des Bodhichitta traf den Nerv meines Lebens. Doch dieser Begriff ging in mir in Resonanz, weil ich im Herzen bereits von Bodhichitta wusste. Nur fand ich in diesem Buch damals zum ersten Mal ganz klar in Worte gefasst, was ich selbst schon spürte und zu verwirklichen hoffte.

Und aus tiefster Überzeugung konnte ich so sagen: Ja, das ist es! SO will ich leben! Ein Funke war übergesprungen. Und so begann ich, mir wirklich jahrelang Mühe zu geben, mich mit typisch buddhistischen Begriffen anzufreunden.

Ich begann damals also unbewusst mit dem, was ich heute "Integration" nenne: Die Integration des Buddhadharma in mein bis dato kulturell, geschichtlich, gesellschaftlich und so…

Das, was ich liebe ...

Das, was ich liebe, könnte ich niemals aufgeben. Selbst, wenn ich Schmerzen empfinde, weil der Gegenstand meiner Liebe im Moment keine günstigen Bedingungen und Umstände hat, um sich in voller Pracht zu entfalten.

Weil ich liebe, dulde ich den Schmerz.

Weil ich liebe, gebe ich die Hoffnung nicht auf.

Weil ich liebe, halte ich die Augen offen.

Weil ich liebe, suche ich. Ich suche nach Alternativen, gehe vorübergehend Kompromisse ein, nehme Umwege in Kauf, um die bestmöglichen Bedingungen und Umstände zu schaffen. Komme, was wolle.

Würde ich den Schmerz nicht dulden, liebte ich nicht.

Gäbe ich auf, liebte ich nicht.

Verschlösse ich die Augen, liebte ich nicht.

Denn jemand, der liebt, gibt niemals auf.

Mir ist wichtig, dass du weißt, dass wahre Liebe so beschaffen ist. Sie ist die Kraft, die Leben findet, wo alles unwirtlich scheint. Sie ist die Kraft, die ein Licht anzündet und bewahrt, wo es dunkel ist. Sie ist die Kraft, die unzerstörbar ist und alles überwindet.

Wenn die Liebe einm…

Keep it simple

Ich werde mit leichtem Gepäck reisen. So viel steht fest. So nutze ich die Zeit, die mir noch bis zur Ankunft des Pferdes bleibt, um sorgfältig auszusortieren. Ich entledige mich dessen, was diesen Raum, der so offen und weit in mir lebendig atmen möchte, unnütz füllt.

Die Herausforderung wird sein, mich nur auf das zu verlassen, was ich im Herzen mitnehmen kann.

Vielleicht wird einiges, was ich zurücklassen werde, auf anderem Wege wieder zu mir zurückkehren. Doch vorerst möchte ich beide Hände frei haben.

Die wirklich elementar wichtigen Dinge wissen wir im Herzen. Das meiste, woran wir so verbissen festhalten, lehrt uns unsere Kultur. Doch wenn es darum geht, wirklich ein herzensguter Mensch zu sein, müssen wir weit, weit über alle Kultur hinaus unser Herz weiten können. Zu wissen, wie das geht, ist daher essentiell. Vielleicht die Essenz der Essenz überhaupt. Alles andere ist schmückendes Beiwerk.

Vor etlichen Monaten schaute ich mir im Internet ein Interview an, das ein  bekannter…

Die bittere Süße nahender Veränderungen

Als ich über das "Jahr das Pferdes" schrieb, das mir schon einmal eine Fülle an lang ersehnten Veränderungen brachte, ahnte ich nur. Doch nun nimmt diese Ahnung in konkreten Entscheidungen und Gelegenheiten Form an. Formen, von deren Entstehen und Erscheinen ich vor 30 Tagen noch nichts wusste.

Doch ich nehme mich selbst beim Wort und tue, was zu tun ist, um neuerlich einen quälende Stagnation in ein Dasein auf einer neuen Ebene, einem Leben  mit einem neuen Geschmack, fließen zu lassen. Mit Beginn des westlichen neuen Jahres nehmen erste Veränderungen ihren Lauf...

Wo während der vergangenen dreißig Tage ein Nebel aus Unsicherheit, Verwirrung und unterschwelligem Stress herrschte, hat das Wetter plötzlich aufgeklart. Die tief hängenden Wolken sind verschwunden und die Luft ist derart kristallin, dass ich in der Ferne die Berge wieder sehen kann. Nahe sind sie gerückt und ich erkenne in voller Schärfe ihre Konturen. Berge, zu denen ich bald aufbrechen werde, um von da in mir …

Wer fragt, öffnet sich der eigenen Weite

In den Raum hinein, der sich aus meinem offenen Herz heraus ausbreitet, stelle ich sehr oft Fragen. Fragen sind der Treibstoff meiner Entwicklung. Ohne sie wäre ich nicht die, die ich heute bin und ich hätte nie entdeckt, dass ich anders bin, als ich dachte.

Ich habe mich dabei darauf spezialisiert, selbst Fragen zu hinterfragen, die sich mir spontan an den Widersprüchen des lebendigen Alltags stellen. Insbesondere wenn scheinbar nichts voran geht, stelle ich alles das, was ich bisher für selbstverständlich hielt, fragend auf den Kopf. So versuche ich zu dem, was in mir in Frage steht, eine neue Perspektive zu finden.

Mit der Zeit habe ich so auch den Mut entwickelt, mich Szenarien zu stellen, denen ich bisher aus Angst aus dem Weg gegangen bin. Vielleicht, weil sich diese Szenarien in eine Richtung zu entwickeln schienen, die mir unangenehm war, die ich meiden wollte. Und während ich so fragend übte, über das unangenehme Gefühl hinweg zu gehen, haben sich mir ganz neue Perspektiven …

Und ewig grüsst das Murmeltier?

Für hochsensitive, introvertierte Menschen mit reichem Innenleben ist ein strukturierter Alltag äußerst wichtig. Oft suchen sie auch den Rückzug und sind nicht selten Einzelgänger. Struktur im Alltag und Abgeschiedenheit gibt ihnen Sicherheit. Die zahlreichen inneren und von außen kommenden Reize können nur so in einem ausbalancierten Niveau gehalten werden.

An und für sich sähe mein ideales Leben genau so aus. Doch in den letzten Jahren des Umbruchs war dies selten möglich: Weder die alltägliche Struktur, noch das Empfinden von Sicherheit.

So paradox dies angesichts meiner Veranlagung scheint, so habe ich mich letztlich immer gegen feste, sich allmählich einfahrende Strukturen entschieden und mich der Unsicherheit bewusst ausgeliefert. Mein inneres Wachstum und die Veränderung äußerer Umstände, die dafür Ursache und ebenfalls Wirkung ist, waren stets wichtiger für mich.


Vorübergehend bin ich selbst es gewesen, die das Reizniveau beständig erhöht hat und dadurch habe ich mich sehr oft…

Inmitten großzügiger Weite

Wenn im Herzen ein innerer Raum da ist, in dem ich mich wirklich sein lasse, was ich bin, entsteht Freude. Dieser kleine Hauch an guter Laune und Zuversicht, mit dem ich mir selbst und meinem Leben alles zutraue.

Die vergangenen Jahre erschienen mir hingegen ein stetiger Kampf. Als drohte dieser inneren, leeren Weite, in der ich bin und sich alles zeigen darf, beständig der Tod. Der Erstickungstod durch giftigen Efeu der Fremdeinflüsse, der alles zu überwuchern und zu vereinnahmen trachtete. Und ich fuchtelte mehr schlecht als recht mit einem viel zu großen und schweren Schwert umher, um mein Terrain zu behaupten und Herrin alles erfolgreich enthaupteten Dickichts zu werden.

Was genau der Moment oder das Ereignis war, der mich nun den ermüdeten Arm  hat senken  und das Schwert hat fallen lassen, kann ich nicht sagen. Plötzlich aber sind alle Wucherungen zum Erliegen gekommen. Und das Gemüt, was fröhlich, herzlich und weit mir schon als Kind zu eigen war, strahlt öfter und unverhofft he…

Ich will keine Lösung, sondern Leben

Auch, wenn wir oft das Gegenteil gesagt bekommen: Das Leben ist ein Prozess - und es geht nicht nur um das Ergebnis. Denn was könnte das Ergebnis des Lebens sein, wenn nicht der Tod? Und leben wir um des Todes oder des Lebens willen?

Mitunter bleibt mir dann nichts anderes, als manchen Einfluss, der mich immer zu irgendeinem Ergebnis bringen möchte, abzuwehren. Dazu gehört auch, für jede momentane Befindlichkeit immerzu nach einer Lösung zu suchen und auf eine Lösung hinzustreben.


Insbesondere, wenn ich schreibe, geht es mir niemals um eine Lösung, sondern um eine Momentaufnahme der Situation, wie sie gerade ist. Inmitten des Prozesses, in dem sie steht. Mit aller Freude, allem Schmerz, allem aktuellen Irrtum und ebenso der manchmal aufkeimenden Weisheit. Da hinein gehört Ärger ebenso wie Freude. Und Ablehnung ebenso wie Zuneigung. Und vor allem ist dieser Moment, indem ich schreibe, randvoll gefüllt mit maßloser Unvollkommenheit.

Ja, natürlich möchte ich glücklich sein! Und zu nichts …

Automatismen und Rädchen im spirituellen Getriebe

Ich wünschte mir, dass insbesondere im Buddhismus weniger Betrieb gemacht wird. Zu vieles von dem, was uns im Westen beigebracht wird, hat sich noch nicht organisch mit unserem Hier und Jetzt verbunden. Es mag gute Tradition sein, doch eine, die irgendwo im Raum schwebt. Was Wunder, dass es nicht gelingt, die Herzen der Menschen zu erreichen und zu öffnen.

Wenn die eingesetzten Mittel nicht in Übereinstimmung mit der hiesigen Ursache der Krankheit geschlossener Herzen sind, können sie auch nicht die gewünschte Heilung bringen.

Ich wünschte, es gäbe eine Art Wirtschaftsprüfung auch im spirituellen Bereich. Und dass nicht falsch geurteilt wird, wir im Westen seien schwierig und schwer zu erreichen. Vielmehr sollte intensiver geprüft werden, ob genug Berührungspunkte da sind, zwischen Tradition und westlichem Alltag, die ermöglichen, sich auch auf Höhe des Herzens zu erreichen und zu verstehen.


Es ist möglich, jede Menge Gründe zu finden, um an einer Situation, in der man geduldig ausharr…

Geduld

Verwandle dich in einen Schmetterling. Spinne dich eine zeitlang tief in dich selbst ein, um eines Tages deine schillernden Flügel zu entfalten...Dies ist für einen Empathen - einen Menschen, der in sich Gefühle und Gedanken anderer wahrnimmt - gar nicht so einfach. Vielleicht ist das eines meiner größten Schwierigkeiten bisher gewesen. Und deshalb habe ich mich mit der so genannten "Co-Abhängigkeit" beschäftigt.

Dieser Begriff spielt eine große Rolle in der Sucht-Therapie und bezeichnet eine bestimmte, beeinflusste und beeinflussende Beziehung von Suchtkranken und ihrer nächsten Angehörigen. Vereinfacht gesprochen, geht es um die wechselseitige Abhängigkeit, die wir alle zueinander haben. Wir beeinflussen einander ständig in unserem Tun und Lassen, ob gut oder schlecht.

Eventuell könnte man mich aufgrund der Tatsache, dass ich sehr lange brauchte, in meinem inneren Erleben zwischen Einflüsse von außen und anderen sowie meinen eigenen Regungen zu unterschieden, als Spätzünd…