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Es werden Posts vom November, 2011 angezeigt.

Mythen und Erwachen

Schnell denke ich mir den Buddha als ein erhabenes, heiliges Wesen, dem ich andichte, dass ihn nichts mehr den Teppich unter den Füßen wegreißt, der standhaft ist, unerschütterlich und beinahe schon nicht mehr berührbar vom Leid. Doch die Realität wirklich zu sehen, in all ihrer Roheit und Nacktheit, als unmittelbares Produkt von Ursachen und Wirkungen ist nicht leicht. Und wenn ein Buddha in der Wirklichkeit steht, so steht er auch mitten im Leid. Und er oder sie trägt zusätzlich die Last des Wissens um Gewordensein und wohin alles werden wird. Wer will dies wirklich so genau wissen? Sprich: Wer von uns will wirklich erwachen?Je mehr ich dem Buddha in mir das Ruder überlasse, mich getraue, ihn auch Ich zu nennen, wenngleich auch mein unerkanntes, verborgenes Ich, so sehe ich mit Schaudern die Aussicht alles dieses Wissens. Dann sehe ich den Buddha auch als weinenden Buddha. Insbesondere dann, wenn aus einer Gegebenheit heraus aufscheint, dass kein gutes Ende für die Involvierten abse…

Der Ruf der Wildnis

Am Anfang unseres Lebens, auch auf dem Weg zur Mitte kommt es wohl eher selten vor, dass wir das leben, was in unseren Herzen ist. Zu stark sind die Prägungen, die wir von außen erfahren haben, in einer Gesellschaft, in der Innerlichkeit nicht populär ist. So war die für mich bisher schwerste Lektion diese, zu meinem starken Drang nach Innerlichkeit zurück zu finden, zu stehen und diese zuzulassen. Ganz ohne die ständigen Zweifel, dass ich zu oft allein mit mir selbst bin und zu wenig äußere Kontakte pflege. In letzter Zeit beobachte ich immer noch, wie ich mich daran gewöhnt habe, vor mir selbst zurück zu scheuen. Wie ich immer noch nicht hundert Prozent mich auf mich selbst und meine Neigungen einlasse. Dies fällt mir massiv auf. Und ich verstehe auch, dass ich mich noch immer umgewöhnen muss. Denn ich wurde einfach darauf geprägt, dass irgendwie nur das mein Leben lebenswert macht, was in anderer Augen messbar gut ist. Darin liegt einer meiner größten Konflikte, mein größtes, fruch…

Absage an den Baby-Geist

Sich wirklich der Weite und dem phantastischen Potential des eigenen Geistes zu zu wenden - hat das nicht etwas Beängstigendes? Scharen von Psychologen und Psychotherapeuten haben sich schon dem Thema gewidmet und insbesondere der Frage, wieviel Potential (oder Phantasie) eigentlich gesund ist. Und wo unser eigener Geist anfängt, uns Probleme zu machen bzw. uns davon abhält, die lebensnotwendigen Dinge zu tun und mit beiden Beinen auf der Erde zu bleiben.

Ich als diejenige, die ihr Herz in Freiheit leben möchte, habe bisher einen starken Fokus auf die Frage gehabt: Wo bin ich zu bodenständig, wo zu sehr verhaftet allein dem Irdischen, Materiellen, Lebensnotwendigen, alltäglichen Funktionieren? Mein Ich, stark geprägt vom Über-Ich, ist perfekt darin ES zu unterdrücken. "Es" als Synonym für mein Herz.

Seit Jahrzehnten macht mein Ich aus Angst vor dem Über-Ich dieses "Es" zu einem Baby. Irgendwann begann der Irrtum sich einzuschleichen, dass Es nicht erwachsen und dem…