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Es werden Posts vom 2011 angezeigt.

Umarmung zum Jahresende

inmitten der Einöde
täglichen Mühens
Innehaltend

mich meiner selbst
vergewissernd

loslassen

auch das Jahr

und was ich plante
wünschte
erhoffte

was zerbrach
was nicht gelang

was liegen blieb
oder sein musste

was nicht abwendbar war

in diesem Jahr

loslassen

um dann sachte forschend
sich anzunähern

an das
was stattdessen zu mir kam

was blieb
was Kraft gewann

was ich nicht aufgab

was mir teuer blieb
und lieb

mich dem Raum öffnend
der ich wirklich bin

manchmal dunkel und still

manchmal bunt schillernd
voller Farbgewalt

voller Spiel und Freude

dafür nutz ich diese Tage

mögen diese Tage
euch allen eine herzliche Umarmung wert sein
Nicht nur der anderen  Sondern vor allem eine Umarmung für Euch selbst
in Würde
Anteilnahme
in stiller Fürsprache für das
was ihr im Herzen seid
in tiefster Bejahung
dieses Geheimnisses
der Wahrheit
des Lichts
was ihr seid
selbst dann, wenn ihr denkt
es wäre nötig, es sein zu wollen
obwohl ihr es schon seid
ob gewollt oder nicht
oder künstlich sich anstrengend
sein zu müs…

Mythen und Erwachen

Schnell denke ich mir den Buddha als ein erhabenes, heiliges Wesen, dem ich andichte, dass ihn nichts mehr den Teppich unter den Füßen wegreißt, der standhaft ist, unerschütterlich und beinahe schon nicht mehr berührbar vom Leid. Doch die Realität wirklich zu sehen, in all ihrer Roheit und Nacktheit, als unmittelbares Produkt von Ursachen und Wirkungen ist nicht leicht. Und wenn ein Buddha in der Wirklichkeit steht, so steht er auch mitten im Leid. Und er oder sie trägt zusätzlich die Last des Wissens um Gewordensein und wohin alles werden wird. Wer will dies wirklich so genau wissen? Sprich: Wer von uns will wirklich erwachen?Je mehr ich dem Buddha in mir das Ruder überlasse, mich getraue, ihn auch Ich zu nennen, wenngleich auch mein unerkanntes, verborgenes Ich, so sehe ich mit Schaudern die Aussicht alles dieses Wissens. Dann sehe ich den Buddha auch als weinenden Buddha. Insbesondere dann, wenn aus einer Gegebenheit heraus aufscheint, dass kein gutes Ende für die Involvierten abse…

Der Ruf der Wildnis

Am Anfang unseres Lebens, auch auf dem Weg zur Mitte kommt es wohl eher selten vor, dass wir das leben, was in unseren Herzen ist. Zu stark sind die Prägungen, die wir von außen erfahren haben, in einer Gesellschaft, in der Innerlichkeit nicht populär ist. So war die für mich bisher schwerste Lektion diese, zu meinem starken Drang nach Innerlichkeit zurück zu finden, zu stehen und diese zuzulassen. Ganz ohne die ständigen Zweifel, dass ich zu oft allein mit mir selbst bin und zu wenig äußere Kontakte pflege. In letzter Zeit beobachte ich immer noch, wie ich mich daran gewöhnt habe, vor mir selbst zurück zu scheuen. Wie ich immer noch nicht hundert Prozent mich auf mich selbst und meine Neigungen einlasse. Dies fällt mir massiv auf. Und ich verstehe auch, dass ich mich noch immer umgewöhnen muss. Denn ich wurde einfach darauf geprägt, dass irgendwie nur das mein Leben lebenswert macht, was in anderer Augen messbar gut ist. Darin liegt einer meiner größten Konflikte, mein größtes, fruch…

Absage an den Baby-Geist

Sich wirklich der Weite und dem phantastischen Potential des eigenen Geistes zu zu wenden - hat das nicht etwas Beängstigendes? Scharen von Psychologen und Psychotherapeuten haben sich schon dem Thema gewidmet und insbesondere der Frage, wieviel Potential (oder Phantasie) eigentlich gesund ist. Und wo unser eigener Geist anfängt, uns Probleme zu machen bzw. uns davon abhält, die lebensnotwendigen Dinge zu tun und mit beiden Beinen auf der Erde zu bleiben.

Ich als diejenige, die ihr Herz in Freiheit leben möchte, habe bisher einen starken Fokus auf die Frage gehabt: Wo bin ich zu bodenständig, wo zu sehr verhaftet allein dem Irdischen, Materiellen, Lebensnotwendigen, alltäglichen Funktionieren? Mein Ich, stark geprägt vom Über-Ich, ist perfekt darin ES zu unterdrücken. "Es" als Synonym für mein Herz.

Seit Jahrzehnten macht mein Ich aus Angst vor dem Über-Ich dieses "Es" zu einem Baby. Irgendwann begann der Irrtum sich einzuschleichen, dass Es nicht erwachsen und dem…

Bittere Geduld

Wie groß ist die Gefahr, dass du hasst, dass du vehement ablehnst, was da aus dir und deinem Leben erwachsen ist?
Hasst du es?

Ja. Oft.

Und mit der Entscheidung, es abzulehnen, mündet mein Leben in ein einziges Entkommen. Erstens muss es irgendwo da draußen jemanden geben, der Schuld hat an dem, was mir widerfahren ist. Zweitens ist es nicht annehmbar, dadurch mühe ich mich, etwas zu ändern.

Indes, es ist nicht zu ändern.

Und im Zwiespalt dieser Gefühle und Gedanken auszuharren, erfordert Geduld. Geduld mit dem, was aus mir erwachsen, was abhängig entstanden und zu dem geworden ist, was sagt, "Ich bin..." Und was ich schon so lange weiß, dass es nicht mein Herz ist.

Diese Geduld schmeckt bitter. Sie erfordert, stillen Gemütes mit der Kraft des liebenden Herzens immer wieder den Blick zu wenden. Hin zu dem, was ich nicht mag. All die komischen Eigenarten und Verhaltensmuster, die mich so absonderliche Wege zwingen. Und von denen ich sehenden Auges oft genug weiß, dass sie hi…

Phasenverschiebung

Wenn die innere Wahrnehmung dem Außen nicht entspricht, wenn also das, was ich zu sein im Herzen fühle, nicht kongruent zu der Person ist, die da nach außen etwas sagt oder tut, kann das sehr unangenehm sein.

So wird mir diese Tage wiederholt deutlich, wie dieses klare, enthusiastische, dennoch auch realistische Ich meines Herzens so vollkommen verdeckt wird, von der Person, die ich seit meiner Kindheit bin. Ja, irgendwie nehme ich mich selbst deutlich als das verlorene Kind wahr. Als agierte dieses, Tag für Tag. Nicht Ich.

Dies ist die Wahrheit, denn solange die Verhaltensmuster verweilen, mich wieder und wieder das gleiche angstvolle Spiel von Verstecken und Rückzug spielen lassen, um mich zu schützen, bin ich mir selbst fremd. Oder auch das Spiel des Auftrumpfens und Überspielens, des gewollten Selbstbewusstseins - auch dann bin ich mir fremd. Dann schaue ich in den Spiegel und finde mich selbst nicht wieder.

In der Variationsbreite dieses gespielten Verhaltens changiere ich also, …

Mein Herz ist alt

Mein Herz ist alt. Ich spüre das, wenn ich mich ihm zuwende. Wenn ich ablassen kann von manchmal kindlichem, oft kindischem Dafürhalten, Notwendigkeiten und Beschaffenheiten meiner selbst und des Lebens betreffend. Dieses Ich, was ich zu dieser Physis zähle, ist geprägt von Angst, Scham und Schuld, geprägt von Verspannungen und einem eingezogenen Kopf. Noch stehen der junge Verstand dieses Lebens und dieses alte Herz in mir einander paradox und unverträglich gegenüber. Doch die Entscheidung, dem Alter Respekt zu erweisen, traf ich schon früher. So vieles, vor dem ich verkrampft den Kopf einziehe, ist, mit Herzen besehen, so vollkommen umsonst. Und das, was mein Herz sieht, ist so viel großflächiger, allumfassender und nachhaltiger.Im angespannten Ich dieses Lebens hebe ich den Kopf nicht heraus, aus den alltäglichen Belastungen. Plötzlich sehe ich mich nach Dingen greifen, die für uns in Deutschland so notwendig und erstrebenswert scheinen. Es geistern Vorstellungen durch meinen Kopf,…

Wandlungen

Seit 2006 schreibe ich nun hier und da Blog. Und in dieser Zeit habe ich mich oft gewandelt. So wurden einst liebe Plätze von mir irgendwann wieder aufgegeben, verlassen, hinter mir eingerissen, ausradiert. Und weiter ging die Reise.

Dieser Wandlungen dauern noch an, doch führten sie mich spiralenförmig nach innen, immer weiter hin zu meiner größten Sehnsucht: Mir selbst immer ähnlicher werden zu dürfen und abzustreifen, was mir an mir selbst fremdartig, oft Last gewesen ist und was ich nicht wusste, was es ist, aber was auch immer so oft in mein warmes, mildes Herz geschnitten hat.

Das Bild, was ich von mir selbst habe, wenn ich still in der Mitte meines Herzens Zuflucht finde, ist oft so anders als das, was ich noch glaube, mit Leben füllen zu müssen. Und der Weg meiner Wandlungen ist daher nicht nur ein Weg, auf dem ich mich ungewollter Masken und Rüstungen entledige, sondern auch der Weg hin zu etwas, was endlich natürlich und frei atmen darf.

Der Weg ist noch nicht zu Ende ge…