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Meine Empfehlung

Die Bedeutung des Fühlens

Im Buddhismus ist der Aspekt (der Skandha) des Fühlens mit dem Element Erde verbunden, und nicht, wie im Westen üblich, mit dem Element Wasser. Das ergibt, meinen Erfahrungen gemäß, durchaus Sinn. Wann immer ich den Aspekt des Fühlens anspreche, hat er für mich genau diese, nutzbringende Funktion: Das dezidierte Fühlen erdet mich und mein Denken in die Realität des momentanen Augenblicks.

Diesen Aspekt des Bodenhaftung herstellenden Fühlens zu üben, stabilisiert die Anbindung an mein Herz. Und das Imperium des Herzens, was ich auszubilden wünsche, versteht sich stets als ein Reich, das dem momentan Machbaren zugewandt ist. Im Augenblick wünscht mein Herz, das Bestmögliche zu verwirklichen. Nicht morgen oder in ein paar Jahren. Wenn ich meine gegenwärtigen Erkenntnisse mit meiner augenblicklichen Realität verknüpfen will, prüfe ich fühlend, was praktikabel ist.
Wenn das Herz also jede Theorie und Philosophie eindampft, bis nur noch das übrig ist, was Bezug zu meiner derzeitigen Wirklic…

(M)eine neue (Leit-)Kultur

Hinter mir liegen anstrengende Wochen, in denen ich mich unausgesetzt mit dem „Schwarzen Rauschen“ in meinem System konfrontiert sah. Als hätte mein Herz sich entschlossen, alles erneut aufzuzeigen, was mich in meinem bisherigen Leben zutiefst negativ beeinflusste. Ich ging durch intensive Phasen der inneren Auseinandersetzung mit allem, was mich in eine Richtung gezwungen hatte, ohne die mindeste Chance auf Selbstwirksamkeit.

In der letzten Woche schien das Ganze seinen Kulminationspunkt zu erreichen: Ich steckte täglich in Situationen fest, die ich als massiv vereinnahmend, fremdbestimmt und demotivierend erlebte. Ich sah mich mit der Tatsache konfrontiert, mich in andere Gegebenheiten ein- und unterordnen zu müssen, die ich nicht gut heiße. Von anderen manifestierte Wirklichkeiten schienen um ein Vielfaches wert- und bedeutungsvoller zu sein, als meine.

Letzten Endes ist es wahr, dass „meine Welt“ bisher zu wenig Raum hat. Ich hatte gelernt, dass persönlichen Raum zu beanspruchen…

Die "reine Sicht" oder die Illusionen der Anderen

Durch den Buddhismus habe ich gelernt, mit meiner Wahrnehmung und den Projektionen, die daraus entstehen zu arbeiten. Der Fokus liegt dabei immer darauf, zu achten, wie meine Wahrnehmung Realität formt. Doch im wahren Leben interagiere ich täglich mit den Realitäten, die aus der Wahrnehmung der anderen entsteht. Genauso wie meine Realität den Umgang und die Zusammenarbeit mit anderen beeinflusst, bestimmt die Wirklichkeit der anderen auch mich.

Schon immer fehlte mir diese Dimension der Anderen in der Betrachtung des Lebens, wie sie der Buddhismus lehrt. Spätestens dann, wenn man schmerzhaft betroffen ist durch die Realitäten, die sich andere schaffen, gerät man an die Grenzen dieser Sichtweise der buddhistischen Lehre.
Neulich geschah etwas Unerwartetes in einem meiner Coachings. 

MeineAufgabe als Coach besteht darin, die Mitarbeiter meines Unternehmens in fachlichen Fragen und beim Erreichen unserer Qualitätsstandards zu unterstützen. In der Regel geht es dabei nicht um Persönliches…

Ein zu deklarierendes Ende, um des neuen Anfangs willen

Gestatte mir, noch einmal zurückzukehren, mein lieber Freund. Zu jener Zeit, als ich dich zum Reiten über die Steppe einlud. Als du mein bangendes Herz erfreutest, indem du schweigend mit mir gingst. Ins Ungewisse, dennoch seltsam Vertraute, jenem Horizont entgegen, der dich in die Heimat gleichermaßen wie in die Fremde zog.

Oder ging es nur mir so? Dieser ständige Zwiespalt, zwischen Heimat und Fremde? Zwischen alt und neu?

Oh nein, uns geht es immer noch beiden so, nicht wahr? Keine Zeit zuvor hat diesen Widerspruch, den fortwährenden Konflikt, je so deutlich gezeigt, wie diese. Eine breite Lücke, einem tiefen Graben gleich, zwischen traditionell Vertrautem und dessen Fremdheit in dieser neuen Welt.

Wir ritten gemeinsam auf dieses Gebirge zu, wir wagten den Aufstieg. Und dann kam jener Moment, wo ich, allen vorangehend, jenes Land betrat, in dem wir unser neues Zuhause fanden.

Drei Jahre vergingen. Konstruktive, kreative, unsere Bedürfnisse sichtende und sichernde Jahre. Die Geme…

Bedeutung, Begeisterung, Selbstwirksamkeit

Wenn es ums Lernen und Weiterentwicklung geht, bin ich gerne dabei. Als Mensch, der innerlich dunkle Zeiten erlebt hat, strebe ich hartnäckig danach, die geistigen und psychischen Mechanismen dahinter zu verstehen und zum Positiven zu verändern.

Jeder von uns hat meiner Ansicht nach die Erinnerung an das „Paradies“ in sich - ein untrügliches, gefühltes Bild davon, was gut und richtig ist.  Ich nenne es „Erinnerung“, andere unser Wesen, unsere Natur. Wir streben auf ganz natürliche Weise danach, dieses Wesen zu entfalten und zu verwirklichen. Umso intensiver, je mehr wir mit Wesen und Menschen in unserer Umgebung gesegnet sind, die das gute, gerechte, freudvolle Wesen in uns inspirieren und fördern. 

Unser innerer Sinn für Gerechtigkeit, Echtheit und Wahrheit drängt in diese Richtung - das ist nichts, was uns durch Erziehung beigebracht wird. Unsere ursprünglich vorhandene Ethik und unser Willen, das Beste aus uns für uns und andere herauszuholen, muss unterstützt und gefördert werde…

Schwarzes Rauschen - oder der Fluch der Dunkelheit

Wintersonnenwende. Heute begann der Tag mit dichtem weißen Nebel und einer konstanten Kälte von einem Grad Minus. Ein Tag, der alle dafür Anfälligen in Dumpfheit versetzen würde. Während ich des Morgens kurz auf dem Balkon ein paar frische Atemzüge nahm, musste ich innerlich lachen, als ich die Munterkeit der Vögel sah. Völlig unbeeindruckt von der Trübheit, schwirrten sie mit munterem Zwitschern umher, als wäre das tollste Wetter und strahlender Sonnenschein.

Jetzt, am Beginn dieser längsten Nacht des Jahres, schreibe ich noch einmal über sie: die Dunkelheit. Diese Dunkelheit, die ein nebliger Tag und eine früh beginnende Nacht zu spiegeln scheint, doch in Wahrheit in unseren Seelen wohnt. Und alle, die diese äußere Dunkelheit als Sinnbild der inneren fürchten, atmen heute sicher erleichtert auf, bei dem Gedanken, dass ab sofort die Tage wieder länger werden.

War ich jemals dafür anfällig, mich von trüben Tagen in innere Trübsal versetzen zu lassen? Das fragte ich mich, während ich a…

Die Tür nebenan oder das "fremde Zimmer"

Manchmal reicht ein kleiner Auslöser, ein unvermutetes Zusammentreffen diverser Umstände und Begebenheiten - und schwupps, bin ich wieder der Mensch, der ich nie mehr sein wollte. Der Mensch, den ich hinter mir lassen wollte. Der Mensch, der mich zurückwirft, auf all die Verzweiflung und das Entsetzen, das ich transformiert glaubte.

Der Mensch, der mich zugleich auch aufstehen und neue Lebenswege suchen ließ.

In einem Augenblick war ich eine andere. Und dieser Augenblick dauerte fast 14 Tage.

Ich war in meinem Inneren in ein anderes Zimmer gegangen. Das Zimmer, dass mir inzwischen schon fremd geworden ist. Doch plötzlich war ich dort, gefangen, den Ausgang nicht mehr findend. Und so wurde mir klar, dass dieses Zimmer eben nichts ist, was ich hinter mir lassen werde. Dessen Tür ich abschließen und den Schlüssel dazu so ohne Weiteres wegwerfen kann.

Dieses Zimmer nehme ich immer mit mir, wohin ich auch gehe. Und noch bin ich nicht so weit, dass ich vollkommen freiwillig entscheiden kan…